‘Technik’

Jim Krause: index farbe 1 + 2

Donnerstag, 03. Juni 2010
Buchcover Jim Krause: Index Farbe

Buchcover Jim Krause: Index Farbe

Jim Krause zeigt in „index farbe“ über 1100 Farbkombinationen und orientiert sich dabei an leicht verständlichen und nachvollziehbaren Stichworten wie Aktivität, Ruhe, Progressiv und den  verschiedenen Farbarten wie satte, gedeckte oder natürliche Farben und an verschiedenen Kulturen und Epochen. Das macht es auch dem Laien sehr leicht, die richtige Farbe für das jeweilige Thema zu finden. Seine erfreulicherweise recht kurz gehaltene Einleitung vermittelt, neben der instruktiven Gebrauchsanweisung, die allgemeinen Grundlagen für die Verwendung von Farbe.
Der Autor erklärt, was die Abkürzungen CMYK (Cyan, Magenta, Yellow, Key oder Black) und RGB (Red, Green, Blue) bedeuten, er geht auf den HEX-Wert ein und gibt im Kapitel „Grundfarben“ anschauliche Beispiele für den treffsicheren Umgang mit Primär- und Sekundärfarben.

Aus dem Buch: Index Farbe von Jim Krause

Aus dem Buch: Index Farbe von Jim Krause

Besonders gut ist auf der Abbildung von Seite 166/167 die Wirkung der Farben des Farbenkreises vor weißem und vor schwarzen Hintergrund ersichtlich, und auf der gegenüberliegenden Seite ist sehr gut zu erkennen, wie eine Veränderung der Farbzusammensetzung das Motiv verändert.
Im Fortsetzungsband „index farbe“ geht Jim Krause einen Schritt weiter. Diesmal sind nicht die Emotion oder der Eindruck einer Farbe (z. B. steht „rot“ für Aggression) der Ausgangspunkt, sondern er folgt dem Farbkreis von blau, violett, rot, orange, gelb, grün bis zu den gemischten Farben. Dabei zeigt er ein jeweils ein Bild und gibt dafür die verwendeten Farbtöne in CMYK und RGB an. Im Lauf der Seite werden dann die Farbwerte des Bilds verändert.
Interessant an diesem Buch ist vor allem, dass es den LeserInnen einen flexiblen, aber sicheren Umgang mit Farbkombinationen ermöglicht. So stellt der Autor vor jedes Kapitel eine „erweiterte Farbpalette“ zur Veranschaulichung der kommenden Farbkombinationen. Stammen nun eine oder mehrere Farben eines Bilds aus einer dieser erweiterten Farbpaletten, so ist das bei den Farbwerten ersichtlich, und die LeserInnen können am Kapitelanfang nachschlagen, um welche Farbe es sich handelt und welche Farben jeweils wieder zu dieser Farbe dazu passen.

Während sich der erste Band an den interessierten Laien richtet, der einen sicheren Umgang mit Farben sucht und die richtigen Farben für seinen Zweck finden will, richtet sich der zweite Band vor allem an Kreative und die KünstlerInnen.

Ein grundsätzliches Problem bei beiden Büchern ist allerdings, dass dies natürlich die Farben und Farbvorstellungen von Jim Krause sind. Es wird sicher auch FarbdesignerInnen geben, die eine Farbe anders definieren. Und es hängt auch stark von der Stimmung und der Situation ab, wie eine Farbe empfunden wird. Leider fehlen in dem Buch die Erläuterungen, warum und wie die Farbkombinationen ausgewählt wurden. Das fiele bei über tausend Beispielen zwar nicht leicht, aber es wäre sicher schön, den einen oder anderen Ansatzpunkt zu erfahren, um diese Überlegungen selbst nachzuvollziehen.

Warum sind Bücher über Farbe aber für einen Blog wie den unseren, der sich mit wissenschaftlichem Schreiben beschäftigt, überhaupt von Interesse?

Zugegebenermaßen ist die Farbgestaltung bei einer Abschlussarbeit nicht sehr wichtig, Hauptsache, die Bilder gefallen meinen BetreuerInnen, und wenn der Umschlag meiner Arbeit in einer bestimmten Farbe sein soll, dann wird der Copy-Shop den Karton schon zum Vorschein bringen. Wenn ich aber meine Forschungsergebnisse in der Öffentlichkeit, auch schon in einem Seminar, in Form einer Powerpoint-Präsentation präsentieren muss, wird die richtige Farbwahl wichtig – weil die verwendeten Farben die inhaltliche Aussage leichter und schneller erfassbar machen sollen, weil ein Text durch farbige Überschriften strukturiert werden kann und schließlich, weil die Tortenstücke eines Tortendiagramms, im Unterschied zu einer wirklichen Torte, voneinander gut unterscheidbar sein sollen.

Bei der Präsentation einer Arbeit geht es schließlich um Ihr Publikum, das Sie ansprechen, das Sie interessieren, das Sie bei der Stange halten wollen. Das bedeutet sicher nicht, dass Sie Ihren persönlichen Stil aufgeben müssen. Vielmehr geht es darum, dass Sie ihn entwickeln und entfalten. Dabei können Ihnen diese beiden Büchern von Jim Krause auf jeden Fall weiterhelfen.

Redaktion „Wissenschaftliches Schreiben“

Jim Krause
index farbe
357 Seiten, Broschur
€ 27
ISBN: 3-8266-1306-6
mitp Verlag (Heidelberg), 2003,

Buchcover Jim Krause: index farbe 2

Buchcover Jim Krause: index farbe 2

Jim Krause
index farbe2
€ 29,95
360 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-8266-1788-1
mitp Verlag, Heidelberg, 2008

(Die unterschiedliche Struktur der beiden ISBN ist durch die Umstellung des ISBN-Systems in den letzten Jahren verursacht, macht aber bei der Bibliographie oder der Bestellung keine Probleme.

Susanne Kowalski: Word für Genervte

Freitag, 26. Februar 2010
Cover Susanne Kowalski: Word für Genervte

Susanne Kowalski: Word für Genervte

„Word für Genervte“ von Susanne Kowalski ist ein gut aufgebautes Arbeitsbuch, das zahlreiche Lösungen für die häufigsten Probleme mit Word bietet, wenn z. B. Leisten und Werkzeuge in der ungewohnten Arbeitsplatzumgebung von Word 2007 verschwinden oder man/frau deaktivierte Elemente zurückholen möchte.

Interessant sind hier vor allem die Ratschläge für Word 2007, da sich der Arbeitsplatz von Word 2007 deutlich von seinen Vorgängerversionen unterscheidet. Menüs und Symbolleisten wurden durch eine Reihe von Registerkarten ersetzt, deren Funktionen und vor allem Standorte häufig vollkommen unübersichtlich sind. Sehr zu empfehlen ist dazu das Kapitel „Lineal auch für Word 2007“, da in Word 2007 standardmäßig kein Lineal eingeblendet wird, das aber fürs Formatieren einer wissenschaftlichen Arbeit fast unerlässlich ist. Und für den Fall, dass man/frau schon zu viele Änderungen an den Symbolleisten für den Schnellzugriff durchgeführt hat, erklärt die Autorin, wie diese ohne viel Aufwand wieder in ihren Urzustand zurückversetzt werden können.
Zudem hilft das Buch verlässlich weiter, wenn Word sich wieder einmal selbstständig macht und dabei Texte verschwinden lässt, den Überschreibungsmodus aktiviert, unerwünschte Zeilenumbrüche vornimmt oder wenn es Ärger beim Tabellenumbruch gibt.
Hier ist vor allem das Kapitel über die Autokorrektur empfehlenswert. Allerdings wird unserer Ansicht nach deutlich zu wenig darauf hingewiesen, dass das Arbeiten mit der Autokorrektur zwar zeitsparend sein kann, aber auch nervenaufreibend: Die Autokorrektur ist durchaus hilfreich, wenn sie Wörter bereits während des Schreibens verbessert, aber nicht, wenn sie beginnt, Textbausteine selbstständig einzuschieben. Das Kapitel „Vollautomatische AutoKorrektur: Vor- und Nachteile“ erwähnt zwar die Vorteile der Autokorrektur, verliert aber kein Wort über die Nachteile.
Besonders hilfreich für alle, die eine wissenschaftliche Arbeit schreiben, ist das Kapitel „Unerwünschten Seitenumbruch in Tabellen unterbinden“. Aber auch das Kapitel „Selbständiges Trennen von Word unterbinden“ kann sehr nützlich werden, vor allem der Punkt „Halbautomatische Silbentrennung“. Auch die Hinweise, wie man/frau eine weiche Zeilenschaltung macht, automatische Hyperlinks unterbindet bzw. verwendet oder wie man/frau alle Formatierungen wieder rückgängig macht [Strg + U + F9], können beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit durchaus nützlich werden.

Hilfe bei Formatierungen, Grafiken und Tabellen

Der Teil „Die häufigsten Formatierungspannen“ beschäftigt sich mit Problemen bei der Gestaltung eines Dokuments. Hier gibt die Autorin Tipps, was man/frau tun kann, wenn Absatzformatierungen verloren gehen, Texte durch Ausblenden verschwinden, Aufzählungszeichen nicht wunschgemäß funktionieren, wenn Platzmangel in Tabellen herrscht oder alle Formatierungen unbrauchbar sind. Außerdem erklärt sie, wie man/frau unerwünschte Zeilenumbrüche verhindert und ausgeblendete Texte mithilfe der Suchfunktion aufspürt. Die Funktion „Ausgeblendeter Text“ ist unserer Meinung nach sowieso nur sinnvoll, wenn der Text zwar auf dem Bildschirm angezeigt wird, im Ausdruck jedoch nicht sichtbar sein soll, z. B. wenn man/frau persönliche Notizen zu einzelnen Textpassagen angebracht hat.

„Grafiken im Griff“ ist wohl eines der wichtigsten Kapitel für alle, die gerade eine wissenschaftliche Arbeit vorhaben. Hier steht alles Wissenswerte darüber, wie Diagramme aus Excel geholt werden, mit Clip Art gearbeitet wird, ein unvorteilhaftes Layout vermieden wird und Formatpannen beim Spaltensatz verhindert werden.
Recht hilfreich ist auch das Kapitel „Beziehungsprobleme von Grafik und Dokument lösen“, weil hier erläutert wird, worin der Unterschied zwischen einer verknüpften und einer eingefügten Grafik besteht. Als sehr tröstlich erweist sich auch der Punkt „Grafiken verschwinden in Word 2007“.

Der fünfte Teil des Buchs beschäftigt sich mit „Pannen mit Tabellen & Co.“, ein nicht unwichtiger Beitrag, da Tabellen beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit helfen, Texte und Daten übersichtlich zu präsentieren. Bedauerlicherweise ist die Gestaltung von Tabellen nicht immer so einfach wie erhofft. Daher ist vor allem das Kapitel „Zeilen und Spaltenmaße passen nicht“ nützlich. Weniger zu empfehlen ist der Tipp, dass man/frau bei längeren Überschriften in einer Tabellenspalte den Text senkrecht statt waagrecht ausrichten soll. Besser ist, man/frau teilt den Text ab, da er dann immer noch besser lesbar ist, als wenn er senkrecht steht. Noch besser: Kurze Titel wählen.

Rechnen, drucken und nummerieren

Im sechsten Teil geht es der Autorin um „Ärger mit Formeln und Zahlen“. An und für sich ist das sicher ein aufschlussreiches Kapitel, vor allem der Hinweis auf den in Word integrierten Formeleditor. Allerdings stößt der Formeleditor bei sehr vielen, vor allem komplizierten technischen und naturwissenschaftlichen Formeln an seine Grenzen, und Word neigt dadurch zu unkontrollierten Abstürzen. Wenn Sie also wirklich viele Formeln haben, dann ist die Wahl eines anderen Programms, wie z. B. LateX,  eindeutig die bessere Lösung.

Das Kapitel „Word macht Druck-Probleme“ wird sehr hilfreich, wenn unliebsame Überraschungen beim Ausdrucken auftreten. Besonders der Teil über die Voreinstellungen ist sehr zu empfehlen.

Im neunten Teil „Ärger mit langen Texten“ ist vor allem das Kapitel über Kopf- und Fußzeilen lesenswert. Hilfreich sind auf jeden Fall auch die Kapitel „Indexprobleme: Seitenzahlen passen nicht“ und „So beheben Sie Probleme mit Kapitelüberschriften“. Die beiden Kapitel sind durchaus gut erklärt, allerdings ist die Umsetzung in die Praxis doch nicht immer so einfach wie angedeutet. Die Ursachen, warum Seiten- und Kapitelnummerierungen in Word immer wieder zu Problemen führen, sind bedauerlicherweise vielfältig, es kann nicht zuletzt an den zahlreichen falschen Voreinstellungen liegen.
So ähnlich ist es mit den Filialdokumenten: Die Autorin erklärt zwar schlüssig, wie man/frau ein Dokument in Filialdokumente einteilt, aber wenn Sie tatsächlich mit Filialdokumenten arbeiten wollen, empfehlen wir Ihnen doch, weitere Literatur dazu zu lesen.

Der letzte Teil „Serienbriefe und ihre Tücken“ ist zwar durchaus aufschlussreich, jedoch für jene LeserInnen, die eine wissenschaftliche Arbeit schreiben wollen, wahrscheinlich weniger von Interesse.

Im Großen und Ganzen

Insgesamt ist das Buch in seiner Struktur leider etwas unübersichtlich. Warum wurden eigentlich nur zwei Gliederungsebenen bei den Kapitelüberschriften verwendet? Außerdem sind die Kapitelüberschriften bedauerlicherweise hin und wieder zu wenig aussagekräftig ausgefallen, sodass die LeserInnen sich leicht verirren, wenn sie Hilfe zu einem bestimmten Thema suchen. Schmerzlich vermisst man/frau ein Vorwort, das den Aufbau des Buchs erklärt. Sehr günstig wäre auch ein Hinweis am Anfang des Buchs gewesen, dass die einzelnen Erklärungen zuerst für Word 97, 2000, XP und 2003 gelten und erst weiter hinten die Anleitungen für Word 2007 zu finden sind.
Grundsätzlich ist jedoch zu sagen, dass dieses Buch zahlreiche Lösungen für die häufigsten Probleme mit Word anbietet. Es ist verständlich geschrieben, und die Erklärungen werden mit sinnvollen Abbildungen veranschaulicht. Nützlich sind auch die Tipps, die am Ende jedes Kapitels zu finden sind, und die handliche Gestaltung in nummerierten Schritten, sodass immer wieder zurückgefunden werden kann.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Susanne Kowalski
Word für Genervte
336 Seiten, Broschur
€ 19,95
ISBN 978-3-7723-6298-9
Franzis, Poing, Jänner 2009

Bernd Held, Hartmut Erb, Wolfgang Ziegler, Evelyn Bleckmann und Philipp von Wartburg: Excel für Genervte

Freitag, 26. Februar 2010
Cover Held u. a.: Excel für Genervte

Cover Held u. a.: Excel für Genervte, Franzis-Verlag

Excel ist das weltweit meistverwendete Tabellenkalkulationsprogramm. Es wird in den verschiedensten Bereichen für einfache, aber auch komplizierte Rechenaufgaben genutzt. Nicht nur Unternehmen haben Excel als Arbeitsprogramm, auch beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit ist Excel seit Jahren fest etabliert, um Auswertungen und Diagramme zu erstellen oder um Listen und Tabellen anzufertigen. Deshalb haben wir uns das Buch „Excel für Genervte“ etwas genauer angeschaut.
„Excel für Genervte“ beschäftigt sich vor allem mit den Schwächen von Excel, sei es nun in Form von Fehlern bei der Programmierung, in Form von fehlender Funktionalität, unzureichender Dokumentation oder einfach einer komplizierten Handhabung für die UserInnen. Das Buch ist also keine Anleitung für die Verwendung von Excel, sondern es ist als Ergänzung für diejenigen gedacht, die auf ein Excel-Problem gestoßen sind, das eben einfach nur nervt.
Oder, anders gesagt, „Word für Genervte“ richtet sich an alle UserInnen, die sich bereits etwas mit Excel auskennen, es aber weniger intensiv nutzen oder das Programm zum Schreiben ihrer wissenschaftlichen Arbeit benötigen und dabei immer wieder mit verschiedenen Fehlermeldungen kämpfen müssen und sich deshalb noch etwas genauer mit Excel auseinandersetzen wollen.

Im ersten Kapitel geht es um die Arbeitsplatzumgebung von Excel, besonders darum, wo welche Funktionen in Excel 2007 versteckt sind. Speziell die Tipps im Kapitel „Dropdown-Kataloge vs. Dialogfelder“ sind hilfreich, um den Überblick über die Angebotsfülle des neuen Excel zu bewahren.
Interessant ist auch das Kapitel „Wo stecken die Add-Ins?“. Neben der Erklärung, was Add-Ins eigentlich sind, zeigen die AutorInnen recht gut, was man/frau damit alles machen kann, und versorgen die LeserInnen mit den Hinweisen, dass man/frau im Internet – oft kostenlos – zahlreiche weitere Add-Ins zum Herunterladen findet oder dass das Register Add-In erst dann erscheint, wenn man/frau ein dafür vorgesehenes Add-In lädt. Auch die Warnung, dass das gezielte Anlegen einer benutzerdefinierten Symbolleiste in Excel 2007 Programmierkenntnisse voraussetzt, hört man/frau gerne rechtzeitig.
Sehr hilfreich sind auch die Ratschläge, die unter „Zehn Tipps für Genervte“ versammelt sind, speziell der Tipp, sich im Internet ein Tool zu suchen, das die klassische Menüleiste anzeigt. Dann muss man/frau weniger Zeit mit der Suche nach vertrauten Befehlen verbringen.

Nervige Formatierungen, Anwendungen und Diagramme

Das zweite, dritte und vierte Kapitel beschäftigen sich mit „nervigen“ Formatierungen, Fallstricken bei der Anwendung von Funktionen und damit, wie man/frau Excel-Diagramme in den Griff bekommt.
Beim Punkt „Werte nach Wertgröße einfärben“ findet sich, dass man/frau Zahlenwerte, je nach Größe, mit unterschiedlichen Farbformaten darstellen kann – grundsätzlich eine sehr nützliche Funktion. Jedoch sollte man/frau dabei beachten, dass bei zu vielen Farben die Tabelle unübersichtlich wird, bei zu kräftigen Farben der Text nicht mehr lesbar ist oder bei einem Ausdruck in Schwarz-Weiß ein Text in Farbe nur mehr schwer zu unterscheiden ist. Es könnte besser sein, auf Farbe zu verzichten und  stattdessen zu unterstreichen, fett zu markieren oder in kursiver Schrift zu setzen.
Als aufschlussreich empfinden wir auch die Erklärungen im vierten Kapitel „Excel-Diagramme im Griff“ darüber, wann und wie man/frau Diagramme verwenden soll, nicht zuletzt darüber, dass man/frau mit einem eigenen Office-Design Farben, Schriftarten und Effekte bei Diagrammen einstellen bzw. ändern kann. Das wird vor allem dann günstig, wenn man/frau eine wissenschaftliche Arbeit mit vielen Diagrammen vorhat. So kann beispielsweise jedem Bereich bzw. jeder Kategorie eine andere Farbe zugeordnet werden. Aber auch hier gilt, wie bereits oben erwähnt: Vorsicht mit zu vielen Farben!
Ebenfalls zu empfehlen ist das Kapitel „Sonstige Stolperstein – eine kleine Auswahl“. Hier finden Sie Abhilfe für einige typische Anwenderprobleme beim Arbeiten mit Diagrammen.
Im fünften Kapitel haben die AutorInnen die häufigsten Makro-Ärgernisse zusammengestellt. Besonders die einzelnen Punkte zu Laufzeitfehlern sind – trotz der vagen Überschriften – gut und verständlich erklärt.
Im sechsten Kapitel versuchen die AutorInnen, die Excel-Fehlermeldungen zu interpretieren und den UserInnen zu erklären, wie sie am besten damit umgehen.
Das siebte Kapitel ist eine Zusammenstellung sonstiger nerviger „Excel-Haken und Ösen“, gar nicht übel, aber leider nicht ganz vollständig: Der Zusammenhang zwischen Excel und Access wird zwar erwähnt, aber die AutorInnen gehen kaum darauf ein. Der Punkt „Diagramme als Grafik speichern“ hätte ruhig ausführlicher ausfallen können. Und worauf man/frau achten sollte, wenn man/frau eine Grafik von Excel in Word kopieren will, muss man/frau sich auch woanders suchen. Sehr schade ist auch, dass die AutorInnen nichts dazu sagen, was zu tun ist, wenn man/frau Daten von einem anderen Programm in Excel transportieren möchte. Dabei kommt es nämlich häufig zu Problemen.
Zum „Entnerven“ und Entspannen finden sich dann im achten Kapitel etliche Ideen und Spiele. Danach wieder ganz ernsthaft, widmet sich das neunte Kapitel den Limitationen, Spezifikationen und Grenzen von Excel.

Alles in allem

Das Buch ist so aufgebaut, dass die LeserInnen nicht unbedingt mit dem ersten Kapitel beginnen müssen. Über das Inhaltsverzeichnis lassen sich gezielt jene Probleme finden, die gerade nerven. Allerdings sind die Kapitelüberschriften leider nicht immer ganz verständlich ausgefallen, und man/frau muss sich schon ganz gut mit Excel auskennen, um die zum Teil eher kryptischen Verheißungen zu verstehen. Dennoch haben sich die AutorInnen redlich bemüht, ein angesichts der Komplexität, der Versionsvielfalt sowie der permanenten Weiterentwicklung des Programms ein recht breites Spektrum an Themen zu besprechen. Dies ist ihnen, trotz einiger Lücken und Unschärfen, zum Vorteil der LeserInnen durchaus gelungen.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Bernd Held, Hartmut Erb, Wolfgang Ziegler, Evelyn Bleckmann, Philipp von Wartburg
Excel für Genervte
352 Seiten, Broschur
€ 19,95
ISBN 978-3-7723-6678-9
Franzis, Poing, Jänner 2009

Gerald Fränkl: Wissenschaftliches Arbeiten. Schritt für Schritt zu Diplomarbeit und Dissertation mit OpenOffice 2 Writer

Montag, 11. Januar 2010
Buchcover Gerald Fraenkl: OpenOffice.org

Buchcover Gerald Fraenkl: OpenOffice.org

Gerald Fränkl stellt in seinem Ratgeber den LeserInnen OpenOffice.org 2 Writer vor, und wie man/frau damit eine Seminararbeit, Diplomarbeit oder Dissertation schreibt. Gerald Fränkl arbeitet als IT-Berater und ist Geschäftsführer des Pg Verlags und der Pg Verlagsauslieferung. Er hat bereits zwei Bücher zu IT-Themen publiziert.
In seinem Buch „Wissenschaftliches Arbeiten: Schritt für Schritt zu Diplomarbeit und Dissertation mit OpenOffice.org 2 Writer“ erklärt der Autor den Umgang mit dem Textverarbeitungsprogramm und wie man/frau für Seminararbeiten optimal das Leistungsspektrum von OpenOffice.org 2 Writer nutzt. Unter anderem geht der Autor auf die Installation und die Bedienung von OpenOffice.org 2 Writer ein, erläutert, wie man/frau  Absatz-, Zeichen- und Seitenvorlagen erstellt bzw. anpasst, Grafiken einfügt, formatiert bzw. beschriftet oder Tabellen erstellt und bearbeitet.
OpenOffice Writer ist ein Teil des Büro-Office-Pakets OpenOffice.org, das auf OpenSource basiert und somit kostenlos im Internet heruntergeladen und auf dem eigenen Rechner installiert werden kann. Inzwischen gibt es bereits OpenOffice 3. Warum das Buch von Gerald Fränkl trotzdem von Interesse sein kann:
1. Haben Sie einen etwas älteren Rechner, dann braucht eine Einzellösung mit nur einem Textverarbeitungsprogramm weniger Rechnerleistung, und vielleicht benötigen Sie andere Pakete wie Tabellenkalkulation und Grafik ja nicht.
2. Der Autor gibt Tipps zum Thema wissenschaftliches Arbeiten, unter anderem zur Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit, die richtige Zeitplanung und Zitierregeln. Er leistet erste Hilfe bei Schreibblockaden und gibt sogar Ratschläge zur  Arbeitsplatzgestaltung. Die Tipps und Ratschläge des Autors sind dabei so in das Buch integriert, dass die Parallelen zwischen wissenschaftlichen Arbeiten und der Softwarebedienung deutlich erkennbar sind.
Interessant ist vor allem das Kapitel „Das perfekte Datensicherungskonzept“. Um Datenverluste zu vermeiden, stellt der Autor ein Sicherungskonzept vor und wie dieses bei OpenOffice.org 2 Writer angewendet wird.
Gut ist auch das Kapitel „Weiterverarbeitung: Druck, Bindung und Buchdruck“, vor allem für jene, die ihre wissenschaftliche Arbeit als Buch veröffentlichen wollen. Hilfreich dazu ist auch der Link zum Buch, wo man/frau genauere Informationen über die einzelnen Verlage und ihre Vorgangsweise findet.

Ein Buch für EinsteigerInnen

Fränkls Buch ist hauptsächlich für AnfängerInnen geeignet. Nicht jeder muss bzw. will extra ein Buch über wissenschaftliches Schreiben lesen, nur um zu erfahren, dass das Beherrschen des Zehnfingersystems beim Schreiben auf einer Tastatur von Vorteil ist oder wo genau am Schreibtisch der Bildschirm stehen soll, damit Tages- bzw. künstliches Licht die Beleuchtung des Bildschirms nicht beeinflusst – obwohl es doch gut ist zu wissen, wie hoch die Auflösung des Bildschirms eingestellt werden soll, damit Farben und Schattierungen bei Grafiken besser erkennbar sind. Denn nicht selten kommt es vor, dass beim Druck einer wissenschaftlichen Arbeit Bilder plötzlich zu dunkel oder zu hell sind oder der Text in einer Grafik nicht mehr lesbar ist, weil durch eine falsche Pixeleinstellung des Bildschirms Abbildungen falsch angezeigt werden.
Das Buch ist  deshalb eine gute Hilfestellung für alle, die einen schnellen Einstieg ins Thema und ihre Arbeit mit OpenOffice.org 2 Writer wollen. Leider ist noch keine neue Auflage erschienen, die sich mit OpenOffice.org 3 Writer beschäftigt.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Gerald Fränkl
Wissenschaftliches Arbeiten
Schritt für Schritt zu Diplomarbeit und Dissertation mit OpenOffice 2 Writer
198 Seiten, Broschur
€ 14,40
ISBN 978-3937624204
Pg Verlag, Sauerlach, Februar 2006

Jacqueline Rahemipour: Textverarbeitung mit OpenOffice.org 3

Freitag, 08. Januar 2010
Buchcover Jacqueline Rahemipour: Textverarbeitung mit OpenOffice.org 3 Writer, Galileo Press

Buchcover Jacqueline Rahemipour: Textverarbeitung mit OpenOffice.org 3 Writer, Galileo Press

“Textverarbeitung mit OpenOffice.org 3″ von Jacqueline Rahemipour ist ein Arbeitsbuch mit vielen wertvollen Tipps und Tricks, wie man/frau sich im Textverarbeitungsprogramm von OpenOffice.org 3 zurechtfindet.
Dabei handelt es sich nicht um eine Anleitung, die genau auf das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit in OpenOffice abzielt, sondern um eine Bedienungsanleitung, wie das Textprogramm von OpenOffice verwendet wird und was es alles bietet.

Die einzelnen Kapitel

Interessant für alle, die eine wissenschaftliche Arbeit schreiben, sind daher vor allem Kapitel 6 „Texte erstellen und formatieren“, Kapitel 13 „Formatvorlagen“, Kapitel 14 „Umfangreiche Dokumente“, Kapitel 15 „Verzeichnisse“, Kapitel 18 „Tabellen“ und Kapitel 19 „Grafiken“.

Kapitel 6 „Texte erstellen und formatieren“ führt zunächst nur durch die klassischen direkten Formatierungen von OpenOffice.org. Dabei wird präzise und ausführlich erklärt, welche Schritte unternommen werden müssen, um beispielsweise Absätze zu formatieren, Einzüge und Abstände einzufügen, Tabulatoren richtig zu setzen, Silbentrennung und automatische Nummerierung einzustellen oder Seiten korrekt einzurichten. Die einzelnen Etappen sind anschaulich mit Grafiken unterlegt, die das Vorgehen besser verständlich machen.

Das Kapitel 13 „Formatvorlagen“ beschäftigt sich mit der indirekten Formatierung. Hilfreich sind hier vor allem die Kapitel „Formatvorlagen ändern“ und „Neue Formatvorlagen erzeugen“. Im Kapitel „Unterschiedliche Seitenvorlagen verwenden“ ist besonders der Punkt „Über den manuellen Umbruch“ interessant.

Der 14. Teil „Umfangreiche Dokumente“ beschäftigt sich unter anderem mit der Sicherung der Daten und warum es wichtig ist, seine Arbeit regelmäßig zu sichern.
Als besonders hilfreich erweist sich hier der Punkt „Kapitelnummerierung“. Hier erfährt man/frau alles über das Definieren, Formatieren und Zwischenspeichern einer Kapitelnummerierung.
Nachdem die Bedeutung von Fußnoten wesentlich abnimmt, besonders beim Schreiben einer naturwissenschaftlichen Arbeit, ist es doch gut zu wissen, wie man/frau Fuß- und Endnoten in OpenOffice.org 3 einfügt und wie man/frau sie formatiert. Die Erklärungen dazu finden Sie im Kapitel „Fuß- und Endnoten“.

Beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit es notwendig Verzeichnisse erstellen zu können. Der 15. Teil des Buchs weist nicht nur darauf hin, wie man/frau das macht, sondern erklärt auch, welche Verzeichnistypen es gibt, wie man/frau sie einfügt und formatiert und wie man/frau sie aktualisiert. Besonders interessant sind hier die Kapitel „Inhaltsverzeichnis“ und „Abbildungs- und Tabellenverzeichnis“.

Die Kapitel „Tabellen“ und „Grafiken“ befassen sich vor allem mit der Erstellung und Formatierung von Tabellen und Grafiken. Hilfreich sind im Kapitel „Tabellen“ die Anleitungen zum Formatieren der Zellinhalte und zum Arbeiten mit Spalten und Zeilen und die Erklärungen zu den unterschiedlichen Formatierungsfunktionen.

Wer eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, muss diese irgendwann auch ausdrucken. Das Kapitel 7 „Dokumente drucken“ wird einem da auf jeden Fall weiterhelfen können.

Auch das Kapitel 8 „PDF-Export und -Import“ ist interessant. Leider findet sich nirgendwo ein Erklärung, wie man/frau ein PDF im OpenOffice.org 3 druckt. Diese Anleitung finden Sie aber im Manual für die Templates wissenschaftlicher Arbeiten auf dem Server der Boku.

Umfangreich mit hohem Informationsgehalt

Im Großen und Ganzen ist „Textverarbeitung mit OpenOffice.org 3“ ein sehr hilfreiches Buch für alle, die mit OpenOffice.org 3 ihre wissenschaftliche Arbeit schreiben wollen. Leider sind die Erklärungen manchmal unsystematisch verstreut und die Kapitel verwirrend benannt. Unserer Meinung nach hätten die 27 Kapitel thematisch besser geordnet gehört, so dass man/frau einen besseren Überblick bekommt. Erfreulicherweise sind die Erklärungen aber in einer einfachen Sprache gehalten und verständlich formuliert. Ein umfangreiches Buch mit hohem Informationsgehalt.
Da das Buch doch etwas teuer ist, empfehlen wir es vor allem jenen, die sich in das Programm intensiver einarbeiten und auch weitere Arbeiten mit OpenOffice.org schreiben wollen. Warum?
Das Buch enthält unzählige Tipps zu nützlichen Tastenkombinationen und verweist auf Links und Foren, um sich zusätzlich zum Buch informieren zu können.
Zwar werden StudentInnen selten Serienbriefe schreiben wollen oder müssen, aber Formulare, zum Beispiel für Fragebögen für spätere Interviews sind eine feine Sache. Beides wird im Buch ausführlich erklärt.
Es ist einfach arbeitsökonomisch, sich einmal in ein Programm gründlich einzuarbeiten und dann längere Zeit damit seine Arbeiten zu verfassen. Wenn Sie also wirklich vorhaben, Ihre Arbeiten in Zukunft mit OpenOffice.org 3 zu schreiben, dann lohnt sich die Ausgabe durchaus.Zumal OpenOffice auch wesentlich stabiler läuft als Word. Wenn Sie das Programm jedoch nur einmal testen möchten, dann reicht wahrscheinlich auch die Hilfefunktion und bei Problemen die Suche in Foren.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Jacqueline Rahemipour
Textverarbeitung mit OpenOffice.org 3 Writer
Umstieg von MS Word, Praxiswissen, Tipps und Tricks
633 Seiten, Gebunden
€ 34,90
ISBN 978-3836213028
Galileo Press, Bonn, Oktober 2008