‘Bücher zum wissenschaftlichen Schreiben’

Rezensionen von Büchern zum Thema “Wissenschaftliches Schreiben”.
Bitte beachten Sie die Unterkategorien zu speziellen Themen.

Jim Krause: index farbe 1 + 2

Donnerstag, 03. Juni 2010
Buchcover Jim Krause: Index Farbe

Buchcover Jim Krause: Index Farbe

Jim Krause zeigt in „index farbe“ über 1100 Farbkombinationen und orientiert sich dabei an leicht verständlichen und nachvollziehbaren Stichworten wie Aktivität, Ruhe, Progressiv und den  verschiedenen Farbarten wie satte, gedeckte oder natürliche Farben und an verschiedenen Kulturen und Epochen. Das macht es auch dem Laien sehr leicht, die richtige Farbe für das jeweilige Thema zu finden. Seine erfreulicherweise recht kurz gehaltene Einleitung vermittelt, neben der instruktiven Gebrauchsanweisung, die allgemeinen Grundlagen für die Verwendung von Farbe.
Der Autor erklärt, was die Abkürzungen CMYK (Cyan, Magenta, Yellow, Key oder Black) und RGB (Red, Green, Blue) bedeuten, er geht auf den HEX-Wert ein und gibt im Kapitel „Grundfarben“ anschauliche Beispiele für den treffsicheren Umgang mit Primär- und Sekundärfarben.

Aus dem Buch: Index Farbe von Jim Krause

Aus dem Buch: Index Farbe von Jim Krause

Besonders gut ist auf der Abbildung von Seite 166/167 die Wirkung der Farben des Farbenkreises vor weißem und vor schwarzen Hintergrund ersichtlich, und auf der gegenüberliegenden Seite ist sehr gut zu erkennen, wie eine Veränderung der Farbzusammensetzung das Motiv verändert.
Im Fortsetzungsband „index farbe“ geht Jim Krause einen Schritt weiter. Diesmal sind nicht die Emotion oder der Eindruck einer Farbe (z. B. steht „rot“ für Aggression) der Ausgangspunkt, sondern er folgt dem Farbkreis von blau, violett, rot, orange, gelb, grün bis zu den gemischten Farben. Dabei zeigt er ein jeweils ein Bild und gibt dafür die verwendeten Farbtöne in CMYK und RGB an. Im Lauf der Seite werden dann die Farbwerte des Bilds verändert.
Interessant an diesem Buch ist vor allem, dass es den LeserInnen einen flexiblen, aber sicheren Umgang mit Farbkombinationen ermöglicht. So stellt der Autor vor jedes Kapitel eine „erweiterte Farbpalette“ zur Veranschaulichung der kommenden Farbkombinationen. Stammen nun eine oder mehrere Farben eines Bilds aus einer dieser erweiterten Farbpaletten, so ist das bei den Farbwerten ersichtlich, und die LeserInnen können am Kapitelanfang nachschlagen, um welche Farbe es sich handelt und welche Farben jeweils wieder zu dieser Farbe dazu passen.

Während sich der erste Band an den interessierten Laien richtet, der einen sicheren Umgang mit Farben sucht und die richtigen Farben für seinen Zweck finden will, richtet sich der zweite Band vor allem an Kreative und die KünstlerInnen.

Ein grundsätzliches Problem bei beiden Büchern ist allerdings, dass dies natürlich die Farben und Farbvorstellungen von Jim Krause sind. Es wird sicher auch FarbdesignerInnen geben, die eine Farbe anders definieren. Und es hängt auch stark von der Stimmung und der Situation ab, wie eine Farbe empfunden wird. Leider fehlen in dem Buch die Erläuterungen, warum und wie die Farbkombinationen ausgewählt wurden. Das fiele bei über tausend Beispielen zwar nicht leicht, aber es wäre sicher schön, den einen oder anderen Ansatzpunkt zu erfahren, um diese Überlegungen selbst nachzuvollziehen.

Warum sind Bücher über Farbe aber für einen Blog wie den unseren, der sich mit wissenschaftlichem Schreiben beschäftigt, überhaupt von Interesse?

Zugegebenermaßen ist die Farbgestaltung bei einer Abschlussarbeit nicht sehr wichtig, Hauptsache, die Bilder gefallen meinen BetreuerInnen, und wenn der Umschlag meiner Arbeit in einer bestimmten Farbe sein soll, dann wird der Copy-Shop den Karton schon zum Vorschein bringen. Wenn ich aber meine Forschungsergebnisse in der Öffentlichkeit, auch schon in einem Seminar, in Form einer Powerpoint-Präsentation präsentieren muss, wird die richtige Farbwahl wichtig – weil die verwendeten Farben die inhaltliche Aussage leichter und schneller erfassbar machen sollen, weil ein Text durch farbige Überschriften strukturiert werden kann und schließlich, weil die Tortenstücke eines Tortendiagramms, im Unterschied zu einer wirklichen Torte, voneinander gut unterscheidbar sein sollen.

Bei der Präsentation einer Arbeit geht es schließlich um Ihr Publikum, das Sie ansprechen, das Sie interessieren, das Sie bei der Stange halten wollen. Das bedeutet sicher nicht, dass Sie Ihren persönlichen Stil aufgeben müssen. Vielmehr geht es darum, dass Sie ihn entwickeln und entfalten. Dabei können Ihnen diese beiden Büchern von Jim Krause auf jeden Fall weiterhelfen.

Redaktion „Wissenschaftliches Schreiben“

Jim Krause
index farbe
357 Seiten, Broschur
€ 27
ISBN: 3-8266-1306-6
mitp Verlag (Heidelberg), 2003,

Buchcover Jim Krause: index farbe 2

Buchcover Jim Krause: index farbe 2

Jim Krause
index farbe2
€ 29,95
360 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-8266-1788-1
mitp Verlag, Heidelberg, 2008

(Die unterschiedliche Struktur der beiden ISBN ist durch die Umstellung des ISBN-Systems in den letzten Jahren verursacht, macht aber bei der Bibliographie oder der Bestellung keine Probleme.

Steffen Stock, Patricia Schneider, Elisabeth Peper und Eva Molitor: Erfolgreich promovieren. Ein Ratgeber von Promovierten für Promovierende

Donnerstag, 18. März 2010
Buchcover Steffen Stock u. a.: Erfolgreich promovieren, Springer Verlag

Buchcover Steffen Stock u. a.: Erfolgreich promovieren, Springer Verlag

Bei „Erfolgreich promovieren“ von Steffen Stock, Patricia Schneider, Elisabeth Peper und Eva Molitor handelt es sich um einen Ratgeber, der umfassend helfen soll, die Arbeit an der Dissertation effektiver zu gestalten. Das Buch richtet sich dabei bewusst an Promovierende aller Disziplinen.

Der erste Teil beschäftigt sich mit der Frage „Promovieren – ja oder nein?“. Hier werden die Vorteile und erfreulichen Auswirkungen einer Promotion dargestellt, aber auch die Nachteile nicht verschwiegen. Weiters geben die AutorInnen einen kurzen Überblick über die unterschiedlichen Doktortitel und führen Checklisten an, mit deren Hilfe die LeserInnen ihre Promotionsbereitschaft überprüfen können und sehen, welche persönlichen Gründe für ein Promotionsvorhaben eine Rolle spielen.

Rahmenbedingungen der Promotionsphase

Im zweiten Teil geht es um die konkreten Rahmenbedingungen der Promotionsphase. Neben den hochschulpolitischen Rahmenbedingungen und dem persönlichen und gesellschaftlichen Umfeld werden in diesem Teil auch die Themen- und die BetreuerInnensuche besprochen. Außerdem werden die finanziellen Rahmenbedingungen sowie die unterschiedlichen Finanzierungsformen, Steuerfragen und die Wahl der Krankenversicherung behandelt. Interessant ist hier vor allem die genaue Erklärung, was eine kumulative Dissertation, d. h. eine Sammeldissertation, ist und wie ihre Vor- und Nachteile einzuschätzen sind.
Die Tipps zur Themen- und BetreuerInnensuche sind eher oberflächlich ausgefallen und bieten eingelesenen Studierenden nichts wirklich Neues. Die anschließenden Erfahrungsberichte von BetreuerInnen geben allerdings interessante Einblicke in die Gründe, warum manche BetreuerInnen bestimmte Vorgaben für eine Dissertation verlangen und andere nicht.
Hilfreich ist auch der Tipp, dass mit den BetreuerInnen Promotionsvereinbarungen getroffen werden sollten. Vor allem die Punkte, was bei einer Promotionsvereinbarung berücksichtigt werden sollte, sind sehr brauchbar. Das Kapitel über die Finanzierungsformen ist ebenfalls recht empfehlenswert, denn wie es so schön heißt: „Ohne Moos nix los!“

Der dritte Teil beschäftigt sich dann mit der Planung und Organisation der Dissertation. Unter anderem stellen die AutorInnen Hilfsmittel wie Projekt- und Zeitmanagement vor. Beim Projektmanagement werden die drei wichtigsten Ziele, Aufwand, Dauer und Qualität, zwar erklärt, auch warum gerade sie so wichtig sind, es fehlen aber leider Vorschläge bzw. Ratschläge, wie diese Ziele am besten erreicht werden können.
Recht nützlich hingegen ist die Checkliste „Zeitfresseranalyse“. Hier werden die eigenen Zeitaufwendungen für bestimmte Bereiche analysiert und anschließend ein Zeitplan aufgestellt.
Im Kapitel „Textverarbeitungsprogramme“ werden verschiedene Textprogramme wie Word und StarOffice vorgestellt, mit denen sich eine Dissertation am besten schreiben lässt. Leider wird kaum auf die Vor- und Nachteile der jeweiligen Programme eingegangen. Unserer Ansicht nach wird auch zu wenig darauf hingewiesen, dass zum Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit nicht nur Textverarbeitungsprogramme notwendig sind, sondern auch einige Zusatzprogramme, wie Excel aus dem Microsoft Office-Paket oder die entsprechenden Pendants aus der OpenOffice-Familie.

Schreibprozesse, Krisenbewältigung, Abschluss der Promotion

Im vierten Teil „Schreibprozesse“ geben die AutorInnen unter anderem Tipps zu den unterschiedlichen Schreibtechniken, erklären einige Zitierregeln und versuchen, bei Schreibhemmungen und -blockaden zu helfen. Leider geben sie aber im Kapitel über die wichtigsten Zitierregeln wirklich nur einen sehr groben Überblick. Die meisten Erklärungen sind etwas umständlich und werden leider auch nicht durch Beispiele vereinfacht. Nützlich sind jedoch wieder die Checklisten im Kapitel „Textüberarbeitung“. Sie helfen, den Überblick bei der Textkorrektur, beim Textaufbau und beim Layout zu bewahren.

Im fünften Teil „Krisenbewältigung“ werden die verschiedenen Ausprägungen möglicher Krisen – von Motivationsschwierigkeiten über Stress, Ängste und Mobbing bis hin zu gesundheitlichen Problemen – beschrieben sowie Strategien und Taktiken zu ihrer Bewältigung vorgestellt. So begrüßenswert es ist, dass hier die verschiedensten Bereiche angesprochen werden, wirkt manches doch fast betulich und selbstverständlich und ließe sich leicht zusammenfassen: Wenn Sie unter Angstattacken leiden, nehmen Sie psychologische Hilfe in Anspruch, wenn Sie von Ihrem Betreuer oder Ihrer Betreuerin gemobbt werden, suchen Sie sich lieber einen neuen Betreuer bzw. eine neue Betreuerin, und wenn Sie beim Lesen viel benutzter Bücher vom sogenannten bacillus excipiendi attackiert werden und empfindlich darauf reagieren, lassen Sie sich impfen!

„Abschluss der Promotion“ heißt der sechste Teil, darin geben die AutorInnen Hinweise für den Endspurt vor der Abgabe und die letzten Hindernisse bzw. wie sie vermieden oder bewältigt werden können. Hier gefallen uns vor allem die Tipps zur Vorbereitung einer mündlichen Prüfung. Anschließend kommen Informationen zur Veröffentlichung einer Dissertation, hier finden sich Erläuterungen zur Druckfreigabe, zu verschiedenen Möglichkeiten der Veröffentlichung, zu Druck und Layout sowie zu Förderungsmöglichkeiten. Recht gut ist dabei das Kapitel über elektronische Veröffentlichung, aber auch das Kapitel „Ausblick“ ist sehr empfehlenswert. Darin geht es um die anschließende Qualifizierungsphase, z. B. für eine Professur.

Der siebte Teil ist für all jene gedacht, die unter besonders schwierigen Voraussetzungen promovieren wollen. Wie geht man/frau am besten vor, wenn man/frau im Ausland oder mit einem ausländischen Abschluss promovieren möchte, schon etwas älter ist oder an einer Behinderung leidet? Dazu sind vor allem die Erfahrungsberichte jeweils am Ende eines Kapitels interessant und sicher auch motivierend.

Weitere Erfahrungsberichte kommen noch im achten Teil des Buchs. Es sind wohl gerade diese Berichte, die von fast 90 AkademikerInnen aus fast allen wissenschaftlichen Disziplinen stammen, die „Erfolgreich promovieren“ zu einem lesenswerten Ratgeber machen. Die Berichte schildern ihre ganz unterschiedlichen persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen beim Schreiben ihrer Dissertation. Sie berichten von ihren Schreibblockaden, von unvorhergesehenen Hindernissen, Motivationsschwierigkeiten und Bewältigungsstrategien. Besonders schön haben wir den Tipp zweier Geowissenschafterinnen gefunden, die sich beim Schreiben ihrer Arbeit auch mit anderen Fachleuten ausgetauscht, Vorträge von GastrednerInnen besucht und deren großes Wissen gleich mit in ihre Arbeit einfließen lassen haben.

Im Großen und Ganzen

Das Buch ist insgesamt gut strukturiert und eingängig geschrieben. Es motiviert und geht hilfreich auf die Höhen und Tiefen in der Promotionsphase ein. Gut gefallen haben uns auch die weiterführenden Literaturtipps, die jedes Kapitel gut gekennzeichnet ergänzen, und die Bastelanleitung für einen Doktorhut im Anhang.
Allerdings muss angemerkt werden, dass manche Kapitel, wie z. B. „Krisenbewältigung“ und „Finanzierungsformen“, sicher gut gemeint und auch hilfreich sind, aber doch recht ausführlich ausfallen. Auch ein etwas übersichtlicheres Layout hätte nicht geschadet, das auf die weniger aussagekräftigen Abbildungen verzichtet und lieber mehr Überblick bietet.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Steffen Stock, Patricia Schneider, Elisabeth Peper, Eva Molitor
Erfolgreich promovieren
Ein Ratgeber von Promovierten für Promovierende (Taschenbuch)
€ 24,95
374 Seiten, Broschur
ISBN 978-3540887669
Springer, Berlin, 2009

Manuel René Theisen: Wissenschaftliches Arbeiten

Freitag, 26. Februar 2010
Buchcover Manuel René Theisen: Wissenschaftliches Arbeiten, Vahlen Verlag, Rezension im Blog "Wissenschaftliches Schreiben"

Buchcover Manuel René Theisen: Wissenschaftliches Arbeiten, Vahlen Verlag

Manuel René Theisen hat mit „Wissenschaftliches Arbeiten“ eine umfassende und gründliche Anleitung für die Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten zusammengestellt. Er behandelt darin die verschiedensten Problembereiche, von Hausarbeiten oder Klausuren über Seminar- und Diplomarbeiten bis hin zur Dissertationen und Habilitationsschriften. Dabei gründen die Ratschläge zur Arbeitsorganisation und zur Gestaltung schriftlicher Arbeiten auf den Erfahrungen aus der langjährigen Praxis des Autors, der als Inhaber eines Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Steuerrecht mehrere Monographien, zahlreiche wissenschaftliche Aufsätze und über 300 Buchbesprechungen veröffentlicht hat. Aus diesem Grund sind die Beispiele und Übungen in diesem Buch wohl auch hauptsächlich auf Studierende der Wirtschaftswissenschaften zugeschnitten.

Planung einer wissenschaftlichen Arbeit

„Wissenschaftliches Arbeiten“ beginnt bei der Planung einer wissenschaftlichen Arbeit. Dabei behandelt der Autor vor allem die Projekt-, Kosten-, Steuer-, Zeit- und Terminplanung. Hier geht der Autor zwar auf die Gründe ein, warum eine Kosten- und Steuerplanung wichtig ist, jedoch nicht, wie diese erfolgen sollte. Ausführlicher sind seine Erklärungen zur Zeit- und Terminplanung, mithilfe der Netzplantechnik erklärt er genau, wie man/frau einen Struktur- und Zeitplan entwerfen kann, zusätzlich wird anhand einer Bachelorarbeit ein Musterbeispiel für eine gute Arbeitsplanung vorgestellt.

Das Kapitel „Vorbereitungen“ beschäftigt sich mit allen Maßnahmen, die einen technischen, aber noch keinen inhaltlichen Bezug zum geplanten Projekt haben. Das sind unter anderem der Arbeitsplatz, die Arbeitsmittel, Arbeitstechnik und Arbeitsorganisation. Dabei werden die Vor- und Nachteile erläutert, mit denen man/frau rechnen muss, wenn man/frau eine wissenschaftliche Arbeit in der Bibliothek, einem Seminarraum/PC-Labor oder in der eigenen Wohnung schreibt.

Recht nutzbringend sind auch die Hinweise, worauf bei der Benutzung eines bestimmten Textprogramms geachtet werden sollte. Leider fehlt aber der Vergleich unterschiedlicher Textverarbeitungsprogramme.

In „Materialübersicht und Themenabgrenzung“ wird gezeigt, wie effizient Material für das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit gesucht werden kann. Dazu werden beispielsweise unterschiedliche Nachschlagewerke aufgezählt und erklärt, was es mit ihnen auf sich hat. Weiters werden die verschiedenen Katalogsysteme und Bibliographiekategorien unterschieden und erläutert, wie sie optimal verwendet werden. Besonders gut ist der Tipp, Informationen oder Anregungen auch aus Jahrbüchern, Fachzeitschriften und Zeitungen bzw. Magazinen zu beziehen oder zur Erweiterung der Literaturbasis die Literaturverzeichnisse in den von den DozentInnen bzw. PrüferInnen empfohlenen Büchern und Aufsätzen zu nutzen. Im Kapitel über „elektronische Informationsformen“ sind vor allem die Beispiele für Metasuchmaschinen und Suchmaschinen mit integrierten Webkatalogen interessant.

Materialauswahl, -bewertung und Manuskript

Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit der Materialauswahl. Hier wird zwischen Materialbewertung und Materialbeschaffung unterschieden. Sehr instruktiv sind vor allem die Ratschläge zur Materialbewertung. Eine weitere nützliche Hilfe sind die Prüfschemen für Bücher und Aufsätze, mit denen Informationen und Textteile nach bestimmten Kriterien systematisch durchgegangen werden.

Im Kapitel „Materialauswertung“ geht es unter anderem um die unterschiedlichen Gliederungsmöglichkeiten sowie um verschiedene Möglichkeiten, angesammelte Daten zu verwalten und die Materialien abzulegen. Besonders hilfreich ist der Tipp, eine Verfasserdatei anzulegen. Dabei sollte jeder Titel, der einem bei der Materialsuche nützlich erscheint, sofort vollständig bibliographisch erfasst und beispielsweise in eine Excel-Tabelle eingetragen werden. Sehr gut ist auch der Hinweis, Exzerpte gleich anzulegen, da sie viel Arbeit und Zeit ersparen.

Im Kapitel „Manuskript“ steht der Text einer wissenschaftlichen Arbeit im Mittelpunkt. Der Autor erklärt hier den strukturellen Aufbau einer Arbeit und gibt auch Tipps für einen lesbaren Stil. Hier ist besonders die Auflistung einiger häufiger „stilistischer Stolpersteine“ interessant.
Aufschlussreich sind auch die Erklärungen zu den Zitierregeln und die Beispiele für die einzelnen Zitiermöglichkeiten. Besonders gut gefallen uns die Hinweise und Erklärungen zur Darstellung von Tabellen, Bildern und Diagrammen.

Im Kapitel „Ergebnisgestaltung und Typoskript“ wird erklärt, wie Überschriften auszusehen haben und wie mit Einzügen umgegangen werden sollte. Außerdem wird erläutert, wo die Seitennummerierung beginnen soll und welche Seiten wie nummeriert werden. Weiters finden sich Tipps zur Gestaltung des Titelblatts und Hinweise darauf, welche Verzeichnisse es gibt, welche vor dem Text und welche hinter dem Text stehen und wie die einzelnen Verzeichnisse grundsätzlich ausschauen sollen. Recht fein sind auch die Hinweise zu Vor- und Nachtexten. Darin wird präzise erklärt, welche Vor- und Nachtexte es überhaupt gibt und was darin stehen soll.

Im Kapitel „Druck und Veröffentlichung“ schreibt der Autor über Vervielfältigung, verschiedene Druckvarianten und wie die Korrektur einer wissenschaftlichen Arbeit durchgeführt wird. Anschließend, im Kapitel „Präsentation und Beurteilung“, geht es nicht nur um die richtige Präsentation, sondern es finden sich auch Beispiele für Kriterien, nach denen eine wissenschaftliche Arbeit beurteilt wird.

Ausgesprochen interessant ist auch das Kapitel „Fälschung, Verfälschung und Betrug“, in dem erläutert wird, welche Hilfestellungen und Unterstützungen beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit zulässig sind und was darüber hinausgeht.

Praxisbezogen, umfangreich

„Wissenschaftliches Arbeiten“ enthält auf jeden Fall eine Reihe guter, praxisbezogener Tipps und Anregungen. Umfassende Beispiele ermöglichen den LeserInnen einen schnellen Einstieg. Man/frau sollte dieses Buch allerdings in Ruhe vor dem Beginn des Projekts durchlesen. Wenn das nicht geht, ist es zwar möglich, schon nach Kapitel I bis III mit der Arbeit zu beginnen und die weiteren Kapitel je nach Arbeitsfortschritt durchzuschauen, aber wegen der Zusammenhänge mit den anderen Kapiteln und den zahlreichen Querverweisen ist dies nicht wirklich zu empfehlen.

Wie schon am Anfang erwähnt, ist nicht jedes Kapitel unbedingt fächerübergreifend anwendbar. Dies zeigt nicht nur das Kapitel über Fußnoten und die Art, wie sie durchgehend im Buch selbst verwendet werden, sondern beispielsweise auch das Kapitel „Materialbeschaffung“, das mit seinen Beispielen und Erklärungen vor allem für StudentInnen der Wirtschaftswissenschaften geeignet ist.
Der Autor hat den Anspruch, dass jede Seite seines Buchs auch als Muster bzw. Vorlage für eine neue wissenschaftliche Arbeit dienen kann, und die Texte im Buch sollen Anregungen geben, wie diese formal und inhaltlich aussehen könnte. Aber etliche Tippfehler und hin und wieder auch fehlerhafte Verweise in den Fußnoten untergraben diese Beispielswirkung dann doch ein wenig.
Bedauerlicherweise hält der Autor auch nicht viel von „Zweigeschlechtlichkeit“. Er findet, dass Satzbau und Wortwahl in einer wissenschaftlichen Arbeit vorrangig knapp und präzise sein sollen und zweigeschlechtliche Begriffe und Neutralisierungen (z. B. man/frau) wenig mit Gleichberechtigung zu tun haben und deshalb verzichtbar sind. Wir können uns dieser Auffassung allerdings nicht anschließen, nicht zuletzt deshalb, weil von vielen Universitäten „Zweigeschlechtlichkeit“ in Texten mittlerweile sogar verlangt wird.

Das soll aber nicht heißen, dass das Buch nicht lesenswert wäre, viele Ratschläge sind durchaus zu empfehlen: etwa der Tipp, dass bei der Verwendung eines PCs oder Laptops vorher ihre Verfügbarkeit und die Kenntnis ihrer Bedienung sichergestellt sein sollen. Die für die notwendigen Programme erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten sollten dabei selbstkritisch beurteilt werden. Wenn Sie also beispielsweise eine Tabelle erstellen wollen und nicht genau wissen, wie das funktioniert, ist es sehr zielführend und zeitsparend, sich ein Buch über die Anwendungsmöglichkeiten von Word oder Excel zu besorgen, es zu lesen und erst danach die Tabelle anzufertigen.

Fazit

Im Gesamten gesehen ist „Wissenschaftliches Arbeiten“ ein durchaus hilfreicher Ratgeber, der praktische Kenntnisse zum wissenschaftlichen Arbeitsprozess vermittelt. Vorausgesetzt allerdings, dass sich die LeserInnen nicht an dem sehr selbstbewussten Stil des Autors stoßen.
Die Zusammenstellung der relevanten Nachschlagewerke, Bibliographien und Dokumentationsdienste ist eine echte Fundgrube, und die Fülle von Ratschlägen und Tipps ist für Studienanfänger wie auch für Studierende in fortgeschrittenen Semestern geeignet, vielleicht nicht immer für Studierende aus den Naturwissenschaften.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Manuel René Theisen
Wissenschaftliches Arbeiten
300 Seiten, Broschur
€ 13,00
ISBN 978-3800628643
Vahlen, München, 2008

Helga Esselborn-Krumbiegel: Von der Idee zum Text

Freitag, 26. Februar 2010

Buchcover Helga Esselborn-Krumbiegel: Von der Idee zum Text, UTB Verlag

Buchcover Helga Esselborn-Krumbiegel: Von der Idee zum Text, UTB Verlag

Helga Esselborn-Krumbiegel ist Leiterin des Schreibzentrum Köln. Sie veröffentlichte bereits zahlreiche Werke zur Didaktik wissenschaftlichen Schreibens, zum Bildungsroman, zur Autobiographie und über Hermann Hesse.
„Von der Idee zum Text“ gibt Hilfestellung beim Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit.
Das Buch zeigt nur wenige formale Vorschriften. Die Autorin erklärt das damit, dass in den verschiedenen Disziplinen recht unterschiedliche formale Anforderungen gelten und die LeserInnen besser beraten sind, wenn sie im Dekanat oder Institut ihrer Hochschule nach einem entsprechenden Merkblatt fragen. Deshalb findet man/frau in Esselborn-Krumbiegels Ratgeber nur solche formalen Hinweise, die fächerübergreifend gelten.
Da die  Autorin Tipps zum Schreiben einer Seminararbeit, als auch zum Schreiben einer Abschlussarbeit (z. B.: Dissertation) gibt, ist dieses Buch sowohl für Studienanfänger als auch für Schreibende einer Dissertation geeignet.

Phasen einer wissenschaftlichen Arbeit

Das Buch beginnt bei der Arbeits- und Zeitplanung einer wissenschaftlichen Arbeit. Dabei gliedert die Autorin das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit in verschiedene Phasen: Orientierung, Recherche/Untersuchungen, Strukturieren, Rohfassung, Überarbeiten. Die Autorin geht bei ihren Ratschlägen etappenweise vor, so dass für die LeserInnen immer klar nachvollziehbar ist, was die Autorin meint und worauf sie hinaus will. Gut sind vor allem die Übungen, die sie dabei vorschlägt, die zwar einfach und ohne viel technischem Aufwand durchzuführen sind, jedoch manchmal sehr viel Zeit in Anspruch nehmen (z. B.: eine Woche lang ein Zeittagebuch führen).

In dem Kapitel „Von der Idee zur Fragestellung“ versucht die Autorin zunächst einen Überblick über die verschiedenen kreativen Ideenfindungs-Methoden zu schaffen. Anschließend leistet sie Hilfestellung beim Eingrenzen, Ausloten und Überprüfen eines Themas. Vor allem der Strukturbaum ist eine sehr gute Methode, wenn man/frau sich sozusagen „festgefahren“ hat und beim Schreiben nicht mehr weiterkommt.
Interessant ist auch das Analogierad, das die Autorin einsetzt, um Verbindungen zwischen bekannten Ideen zu schaffen, bzw. der Themenfächer, um ein Thema präzise einzugrenzen.
Das Cluster – bzw. die Brainstorming-Methode hilft um eine Vielzahl Ideen zum ausgewählten Thema zu finden. Doch man/frau sollte vorsichtig sein bei der Ideensuche, damit man/frau sich nicht verirrt. Auch wenn man/frau bei dieser Methode seiner Kreativität und seinem Einfallsreichtum freien Lauf lassen kann, sollte man/frau dennoch im Hinterkopf behalten, was wirklich wichtig für das ausgewählte Thema ist, was der Betreuer bzw. die Betreuerin fordert, welche Ideen sich durchführen lassen und wieviel Zeit zur Verfügung steht, um die einzelnen Ideen umzusetzen. Ebenfalls hilfreich sind die sieben W-Fragen, mit deren Hilfe man/frau das Thema noch einmal von unterschiedlichen Seiten beleuchten kann.

„Der Weg durch den Forschungsdschungel“ ist der Teil, in dem sich die Autorin vor allem mit der Recherche und dem Zitieren beschäftigt. Dabei schreibt sie jedoch nichts über die richtige Zitierweise und davon welche verschiedenen  Zitierweisen es gibt. Vielmehr erklärt sie, wie ein wörtliches bzw. sinngemäßes Zitat im Text auszusehen hat. Wer also Hilfe beim richtigen Zitieren sucht, sollte sich lieber Tipps am eigenen Institut holen, spezielle Literatur dazu lesen oder entsprechende Lehrveranstaltungen besuchen. Auch manche zusätzlichen Erläuterungen und Beispiele, wie zum Beispiel das Waage-Modell, empfinden wir als etwas zu detailverliebt.

Erwähnenswert sind die unterschiedlichen Gliederungsmodelle, die die Autorin ausgearbeitet hat. Dabei geht sie auch darauf ein, wie eine naturwissenschaftliche Arbeit am besten gegliedert werden soll. Aufschlussreich sind auch die Erklärungen, warum ein „roten Faden“ beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit wichtig ist.

LeserInnenbezogen, sinnvoll, systematisch

Esselborn-Krumbiegels Buch ist auf jedem Fall ein hilfreicher Ratgeber mit verständlichen Erklärungen, wirkt jedoch mit seinen zahlreichen Abbildungen etwas überfrachtet. Nicht zu jeder Erklärung benötigt man/frau Abbildungen und Grafiken zur Veranschaulichung. Bei einer Abbildung wurde auch ein auf den ersten Blick unpassender Icon gesetzt.

Günstigerweise ist das Buch sehr auf die LeserInnen bezogen geschrieben und weist mit zahlreichen Bausteinen auf alles Wichtige hin. Das  Kapitel „Überarbeiten“ beispielsweise betont, wie wichtig ein redaktioneller Schlussdurchgang ist und dass man/frau sich dafür Zeit nehmen sollte.

„Von der Idee zum Text“ ist sicher eine sinnvolle Vorbereitung auf das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit. Die Autorin verfolgt mit den LeserInnen Schritt für Schritt die Entstehung einer wissenschaftlichen Arbeit. Dabei geht es ihr weniger darum, Anleitungen bei der Verwendung von Textprogrammen zu geben, sondern darum, wie systematisches wissenschaftliches Schreiben funktioniert. Dabei muss das Buch nicht Kapitel für Kapitel durchgearbeitet werden, sondern die LeserInnen können sich gezielt bestimmte Bausteine heraussuchen. Innerhalb der Kapitel findet man/frau immer wieder Verweise auf andere Bausteine, so dass man/frau sich problemlos seinen Weg durch das Buch suchen kann.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Helga Esselborn-Krumbiegel
Von der Idee zum Text
Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben
221 Seiten, Broschur
€ 11,90
ISBN 978-3825223342
UTB Verlag, Stuttgart, Jänner 2008

Susanne Kowalski: Word für Genervte

Freitag, 26. Februar 2010
Cover Susanne Kowalski: Word für Genervte

Susanne Kowalski: Word für Genervte

„Word für Genervte“ von Susanne Kowalski ist ein gut aufgebautes Arbeitsbuch, das zahlreiche Lösungen für die häufigsten Probleme mit Word bietet, wenn z. B. Leisten und Werkzeuge in der ungewohnten Arbeitsplatzumgebung von Word 2007 verschwinden oder man/frau deaktivierte Elemente zurückholen möchte.

Interessant sind hier vor allem die Ratschläge für Word 2007, da sich der Arbeitsplatz von Word 2007 deutlich von seinen Vorgängerversionen unterscheidet. Menüs und Symbolleisten wurden durch eine Reihe von Registerkarten ersetzt, deren Funktionen und vor allem Standorte häufig vollkommen unübersichtlich sind. Sehr zu empfehlen ist dazu das Kapitel „Lineal auch für Word 2007“, da in Word 2007 standardmäßig kein Lineal eingeblendet wird, das aber fürs Formatieren einer wissenschaftlichen Arbeit fast unerlässlich ist. Und für den Fall, dass man/frau schon zu viele Änderungen an den Symbolleisten für den Schnellzugriff durchgeführt hat, erklärt die Autorin, wie diese ohne viel Aufwand wieder in ihren Urzustand zurückversetzt werden können.
Zudem hilft das Buch verlässlich weiter, wenn Word sich wieder einmal selbstständig macht und dabei Texte verschwinden lässt, den Überschreibungsmodus aktiviert, unerwünschte Zeilenumbrüche vornimmt oder wenn es Ärger beim Tabellenumbruch gibt.
Hier ist vor allem das Kapitel über die Autokorrektur empfehlenswert. Allerdings wird unserer Ansicht nach deutlich zu wenig darauf hingewiesen, dass das Arbeiten mit der Autokorrektur zwar zeitsparend sein kann, aber auch nervenaufreibend: Die Autokorrektur ist durchaus hilfreich, wenn sie Wörter bereits während des Schreibens verbessert, aber nicht, wenn sie beginnt, Textbausteine selbstständig einzuschieben. Das Kapitel „Vollautomatische AutoKorrektur: Vor- und Nachteile“ erwähnt zwar die Vorteile der Autokorrektur, verliert aber kein Wort über die Nachteile.
Besonders hilfreich für alle, die eine wissenschaftliche Arbeit schreiben, ist das Kapitel „Unerwünschten Seitenumbruch in Tabellen unterbinden“. Aber auch das Kapitel „Selbständiges Trennen von Word unterbinden“ kann sehr nützlich werden, vor allem der Punkt „Halbautomatische Silbentrennung“. Auch die Hinweise, wie man/frau eine weiche Zeilenschaltung macht, automatische Hyperlinks unterbindet bzw. verwendet oder wie man/frau alle Formatierungen wieder rückgängig macht [Strg + U + F9], können beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit durchaus nützlich werden.

Hilfe bei Formatierungen, Grafiken und Tabellen

Der Teil „Die häufigsten Formatierungspannen“ beschäftigt sich mit Problemen bei der Gestaltung eines Dokuments. Hier gibt die Autorin Tipps, was man/frau tun kann, wenn Absatzformatierungen verloren gehen, Texte durch Ausblenden verschwinden, Aufzählungszeichen nicht wunschgemäß funktionieren, wenn Platzmangel in Tabellen herrscht oder alle Formatierungen unbrauchbar sind. Außerdem erklärt sie, wie man/frau unerwünschte Zeilenumbrüche verhindert und ausgeblendete Texte mithilfe der Suchfunktion aufspürt. Die Funktion „Ausgeblendeter Text“ ist unserer Meinung nach sowieso nur sinnvoll, wenn der Text zwar auf dem Bildschirm angezeigt wird, im Ausdruck jedoch nicht sichtbar sein soll, z. B. wenn man/frau persönliche Notizen zu einzelnen Textpassagen angebracht hat.

„Grafiken im Griff“ ist wohl eines der wichtigsten Kapitel für alle, die gerade eine wissenschaftliche Arbeit vorhaben. Hier steht alles Wissenswerte darüber, wie Diagramme aus Excel geholt werden, mit Clip Art gearbeitet wird, ein unvorteilhaftes Layout vermieden wird und Formatpannen beim Spaltensatz verhindert werden.
Recht hilfreich ist auch das Kapitel „Beziehungsprobleme von Grafik und Dokument lösen“, weil hier erläutert wird, worin der Unterschied zwischen einer verknüpften und einer eingefügten Grafik besteht. Als sehr tröstlich erweist sich auch der Punkt „Grafiken verschwinden in Word 2007“.

Der fünfte Teil des Buchs beschäftigt sich mit „Pannen mit Tabellen & Co.“, ein nicht unwichtiger Beitrag, da Tabellen beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit helfen, Texte und Daten übersichtlich zu präsentieren. Bedauerlicherweise ist die Gestaltung von Tabellen nicht immer so einfach wie erhofft. Daher ist vor allem das Kapitel „Zeilen und Spaltenmaße passen nicht“ nützlich. Weniger zu empfehlen ist der Tipp, dass man/frau bei längeren Überschriften in einer Tabellenspalte den Text senkrecht statt waagrecht ausrichten soll. Besser ist, man/frau teilt den Text ab, da er dann immer noch besser lesbar ist, als wenn er senkrecht steht. Noch besser: Kurze Titel wählen.

Rechnen, drucken und nummerieren

Im sechsten Teil geht es der Autorin um „Ärger mit Formeln und Zahlen“. An und für sich ist das sicher ein aufschlussreiches Kapitel, vor allem der Hinweis auf den in Word integrierten Formeleditor. Allerdings stößt der Formeleditor bei sehr vielen, vor allem komplizierten technischen und naturwissenschaftlichen Formeln an seine Grenzen, und Word neigt dadurch zu unkontrollierten Abstürzen. Wenn Sie also wirklich viele Formeln haben, dann ist die Wahl eines anderen Programms, wie z. B. LateX,  eindeutig die bessere Lösung.

Das Kapitel „Word macht Druck-Probleme“ wird sehr hilfreich, wenn unliebsame Überraschungen beim Ausdrucken auftreten. Besonders der Teil über die Voreinstellungen ist sehr zu empfehlen.

Im neunten Teil „Ärger mit langen Texten“ ist vor allem das Kapitel über Kopf- und Fußzeilen lesenswert. Hilfreich sind auf jeden Fall auch die Kapitel „Indexprobleme: Seitenzahlen passen nicht“ und „So beheben Sie Probleme mit Kapitelüberschriften“. Die beiden Kapitel sind durchaus gut erklärt, allerdings ist die Umsetzung in die Praxis doch nicht immer so einfach wie angedeutet. Die Ursachen, warum Seiten- und Kapitelnummerierungen in Word immer wieder zu Problemen führen, sind bedauerlicherweise vielfältig, es kann nicht zuletzt an den zahlreichen falschen Voreinstellungen liegen.
So ähnlich ist es mit den Filialdokumenten: Die Autorin erklärt zwar schlüssig, wie man/frau ein Dokument in Filialdokumente einteilt, aber wenn Sie tatsächlich mit Filialdokumenten arbeiten wollen, empfehlen wir Ihnen doch, weitere Literatur dazu zu lesen.

Der letzte Teil „Serienbriefe und ihre Tücken“ ist zwar durchaus aufschlussreich, jedoch für jene LeserInnen, die eine wissenschaftliche Arbeit schreiben wollen, wahrscheinlich weniger von Interesse.

Im Großen und Ganzen

Insgesamt ist das Buch in seiner Struktur leider etwas unübersichtlich. Warum wurden eigentlich nur zwei Gliederungsebenen bei den Kapitelüberschriften verwendet? Außerdem sind die Kapitelüberschriften bedauerlicherweise hin und wieder zu wenig aussagekräftig ausgefallen, sodass die LeserInnen sich leicht verirren, wenn sie Hilfe zu einem bestimmten Thema suchen. Schmerzlich vermisst man/frau ein Vorwort, das den Aufbau des Buchs erklärt. Sehr günstig wäre auch ein Hinweis am Anfang des Buchs gewesen, dass die einzelnen Erklärungen zuerst für Word 97, 2000, XP und 2003 gelten und erst weiter hinten die Anleitungen für Word 2007 zu finden sind.
Grundsätzlich ist jedoch zu sagen, dass dieses Buch zahlreiche Lösungen für die häufigsten Probleme mit Word anbietet. Es ist verständlich geschrieben, und die Erklärungen werden mit sinnvollen Abbildungen veranschaulicht. Nützlich sind auch die Tipps, die am Ende jedes Kapitels zu finden sind, und die handliche Gestaltung in nummerierten Schritten, sodass immer wieder zurückgefunden werden kann.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Susanne Kowalski
Word für Genervte
336 Seiten, Broschur
€ 19,95
ISBN 978-3-7723-6298-9
Franzis, Poing, Jänner 2009

Bernd Held, Hartmut Erb, Wolfgang Ziegler, Evelyn Bleckmann und Philipp von Wartburg: Excel für Genervte

Freitag, 26. Februar 2010
Cover Held u. a.: Excel für Genervte

Cover Held u. a.: Excel für Genervte, Franzis-Verlag

Excel ist das weltweit meistverwendete Tabellenkalkulationsprogramm. Es wird in den verschiedensten Bereichen für einfache, aber auch komplizierte Rechenaufgaben genutzt. Nicht nur Unternehmen haben Excel als Arbeitsprogramm, auch beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit ist Excel seit Jahren fest etabliert, um Auswertungen und Diagramme zu erstellen oder um Listen und Tabellen anzufertigen. Deshalb haben wir uns das Buch „Excel für Genervte“ etwas genauer angeschaut.
„Excel für Genervte“ beschäftigt sich vor allem mit den Schwächen von Excel, sei es nun in Form von Fehlern bei der Programmierung, in Form von fehlender Funktionalität, unzureichender Dokumentation oder einfach einer komplizierten Handhabung für die UserInnen. Das Buch ist also keine Anleitung für die Verwendung von Excel, sondern es ist als Ergänzung für diejenigen gedacht, die auf ein Excel-Problem gestoßen sind, das eben einfach nur nervt.
Oder, anders gesagt, „Word für Genervte“ richtet sich an alle UserInnen, die sich bereits etwas mit Excel auskennen, es aber weniger intensiv nutzen oder das Programm zum Schreiben ihrer wissenschaftlichen Arbeit benötigen und dabei immer wieder mit verschiedenen Fehlermeldungen kämpfen müssen und sich deshalb noch etwas genauer mit Excel auseinandersetzen wollen.

Im ersten Kapitel geht es um die Arbeitsplatzumgebung von Excel, besonders darum, wo welche Funktionen in Excel 2007 versteckt sind. Speziell die Tipps im Kapitel „Dropdown-Kataloge vs. Dialogfelder“ sind hilfreich, um den Überblick über die Angebotsfülle des neuen Excel zu bewahren.
Interessant ist auch das Kapitel „Wo stecken die Add-Ins?“. Neben der Erklärung, was Add-Ins eigentlich sind, zeigen die AutorInnen recht gut, was man/frau damit alles machen kann, und versorgen die LeserInnen mit den Hinweisen, dass man/frau im Internet – oft kostenlos – zahlreiche weitere Add-Ins zum Herunterladen findet oder dass das Register Add-In erst dann erscheint, wenn man/frau ein dafür vorgesehenes Add-In lädt. Auch die Warnung, dass das gezielte Anlegen einer benutzerdefinierten Symbolleiste in Excel 2007 Programmierkenntnisse voraussetzt, hört man/frau gerne rechtzeitig.
Sehr hilfreich sind auch die Ratschläge, die unter „Zehn Tipps für Genervte“ versammelt sind, speziell der Tipp, sich im Internet ein Tool zu suchen, das die klassische Menüleiste anzeigt. Dann muss man/frau weniger Zeit mit der Suche nach vertrauten Befehlen verbringen.

Nervige Formatierungen, Anwendungen und Diagramme

Das zweite, dritte und vierte Kapitel beschäftigen sich mit „nervigen“ Formatierungen, Fallstricken bei der Anwendung von Funktionen und damit, wie man/frau Excel-Diagramme in den Griff bekommt.
Beim Punkt „Werte nach Wertgröße einfärben“ findet sich, dass man/frau Zahlenwerte, je nach Größe, mit unterschiedlichen Farbformaten darstellen kann – grundsätzlich eine sehr nützliche Funktion. Jedoch sollte man/frau dabei beachten, dass bei zu vielen Farben die Tabelle unübersichtlich wird, bei zu kräftigen Farben der Text nicht mehr lesbar ist oder bei einem Ausdruck in Schwarz-Weiß ein Text in Farbe nur mehr schwer zu unterscheiden ist. Es könnte besser sein, auf Farbe zu verzichten und  stattdessen zu unterstreichen, fett zu markieren oder in kursiver Schrift zu setzen.
Als aufschlussreich empfinden wir auch die Erklärungen im vierten Kapitel „Excel-Diagramme im Griff“ darüber, wann und wie man/frau Diagramme verwenden soll, nicht zuletzt darüber, dass man/frau mit einem eigenen Office-Design Farben, Schriftarten und Effekte bei Diagrammen einstellen bzw. ändern kann. Das wird vor allem dann günstig, wenn man/frau eine wissenschaftliche Arbeit mit vielen Diagrammen vorhat. So kann beispielsweise jedem Bereich bzw. jeder Kategorie eine andere Farbe zugeordnet werden. Aber auch hier gilt, wie bereits oben erwähnt: Vorsicht mit zu vielen Farben!
Ebenfalls zu empfehlen ist das Kapitel „Sonstige Stolperstein – eine kleine Auswahl“. Hier finden Sie Abhilfe für einige typische Anwenderprobleme beim Arbeiten mit Diagrammen.
Im fünften Kapitel haben die AutorInnen die häufigsten Makro-Ärgernisse zusammengestellt. Besonders die einzelnen Punkte zu Laufzeitfehlern sind – trotz der vagen Überschriften – gut und verständlich erklärt.
Im sechsten Kapitel versuchen die AutorInnen, die Excel-Fehlermeldungen zu interpretieren und den UserInnen zu erklären, wie sie am besten damit umgehen.
Das siebte Kapitel ist eine Zusammenstellung sonstiger nerviger „Excel-Haken und Ösen“, gar nicht übel, aber leider nicht ganz vollständig: Der Zusammenhang zwischen Excel und Access wird zwar erwähnt, aber die AutorInnen gehen kaum darauf ein. Der Punkt „Diagramme als Grafik speichern“ hätte ruhig ausführlicher ausfallen können. Und worauf man/frau achten sollte, wenn man/frau eine Grafik von Excel in Word kopieren will, muss man/frau sich auch woanders suchen. Sehr schade ist auch, dass die AutorInnen nichts dazu sagen, was zu tun ist, wenn man/frau Daten von einem anderen Programm in Excel transportieren möchte. Dabei kommt es nämlich häufig zu Problemen.
Zum „Entnerven“ und Entspannen finden sich dann im achten Kapitel etliche Ideen und Spiele. Danach wieder ganz ernsthaft, widmet sich das neunte Kapitel den Limitationen, Spezifikationen und Grenzen von Excel.

Alles in allem

Das Buch ist so aufgebaut, dass die LeserInnen nicht unbedingt mit dem ersten Kapitel beginnen müssen. Über das Inhaltsverzeichnis lassen sich gezielt jene Probleme finden, die gerade nerven. Allerdings sind die Kapitelüberschriften leider nicht immer ganz verständlich ausgefallen, und man/frau muss sich schon ganz gut mit Excel auskennen, um die zum Teil eher kryptischen Verheißungen zu verstehen. Dennoch haben sich die AutorInnen redlich bemüht, ein angesichts der Komplexität, der Versionsvielfalt sowie der permanenten Weiterentwicklung des Programms ein recht breites Spektrum an Themen zu besprechen. Dies ist ihnen, trotz einiger Lücken und Unschärfen, zum Vorteil der LeserInnen durchaus gelungen.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Bernd Held, Hartmut Erb, Wolfgang Ziegler, Evelyn Bleckmann, Philipp von Wartburg
Excel für Genervte
352 Seiten, Broschur
€ 19,95
ISBN 978-3-7723-6678-9
Franzis, Poing, Jänner 2009

Claudia Hienerth, Beate Huber und Daniela Süssenbacher: Wissenschaftliches Arbeiten kompakt

Freitag, 26. Februar 2010
Cover Hienerth: Wissenschaftliches Arbeiten kompakt

Cover Hienerth/Huber/Süssenbacher (Hrsg.): Wissenschaftliches Arbeiten kompakt, Verlag Linde international

„Wissenschaftliches Arbeiten kompakt“ ist vor allem für Studierende und BetreuerInnen in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften gedacht.
Die drei AutorInnen – Claudia Hienerth, Fachhochschulprofessorin an der IMC Fachhochschule Krems, Beate Huber, Leiterin des Instituts für Personal- und Wissenmanagement an den FH Wien-Studiengängen der WKW, und Daniela Süssenbacher, Fachbereichsleiterin am Institut für Journalismus und Medienmanagement der FH Wien-Studiengänge der WKW – haben versucht, in ihrem Ratgeber die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens in einfacher Sprache und auf verständliche Weise zu erklären.

Aufbau des Buchs

Das Buch beginnt mit dem „Fundament des wissenschaftlichen Arbeitens“, worin es besonders um den Sinn und die Bedeutung von Wissenschaft als solcher geht. Es werden die unterschiedlichen Wissenschaftsarten aufgezählt, die verschiedenen Qualitätskriterien behandelt sowie zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung unterschieden. Außerdem erklären die AutorInnen gleich, was Wissenschaftstheorien sind und wie der Unterschied zwischen logischen, empirischen, nicht wahrheitsfähigen und zusammengesetzten Aussagen aussieht. Dazu ist auch das Kapitel „Hypothesen“ aufschlussreich, in dem erklärt wird, was Hypothesen sind, welchen Zweck sie erfüllen und wie sie entwickelt werden. Auch im Kapitel „Definitionen“ und „Modelle und Theorien“ wird deren Zweck und Bedeutung kurz und präzise erläutert, allerdings leider ausschließlich in Hinblick auf die Geisteswissenschaften.

Das zweite Kapitel des Buchs stellt die Anforderungen und Bewertungskriterien von wissenschaftlichen Arbeiten dar und geht dabei besonders auf die Bewertungskriterien von Bachelor- und Masterarbeiten ein. Interessant sind vor allem die Erklärungen, wie die unterschiedlichen Arbeiten gestaltet werden können und wie das Arbeiten in einer Gruppe leichter fallen kann.

Im dritten Kapitel wird der Entstehungsprozess einer wissenschaftlichen Arbeit behandelt. Beginnend mit der Phase der Themensuche, wozu unterschiedliche Techniken wie Brainstorming und Mind Mapping erklärt werden, geht es weiter mit der Phase der Themeneingrenzung, Themenbewertung und Themenformulierung. Danach folgt die Konzeptions- und Bearbeitungsphase, die Untersuchungsplanungsphase und Datenerhebungs- und Datenauswertungsphase. Abschließend gehen die AutorInnen darüber hinaus auch auf die Korrektur- und Begutachtungsphase ein.
Darauf aufbauend werden im Kapitel 5 der Aufbau und die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit beschrieben. Hier wird besonders auf die Gliederung, ihre Funktion, Systematik und ihre Formen eingegangen, aber auch darauf, was auf einem Titelblatt alles stehen muss. Etwas zu kurz sind leider die Erklärungen zum Vorwort und zu den Verzeichnissen ausgefallen. Hier wäre es schön gewesen, wenn die AutorInnen auch erklärt hätten, was ein Vorwort alles beinhalten muss und wie Verzeichnisse erstellt werden.

Im Kapitel 6 werden die wichtigsten Erhebungs- und Auswertungsmethoden dargelegt, was durchaus interessant ist, aber für Studierende der Naturwissenschaften nicht immer das Richtige. Das Kapitel „Statistische Grundlagen“ ist sicher gut gemeint, aber in seinen Erklärungen doch etwas vage. Statistik ist eben, wie viele KollegInnen mit Bedauern festgestellt haben, ein Thema, das nicht auf zehn Seiten erklärt werden kann.

Formale Kriterien und Gestaltung mit textverarbeitenden Programmen

In den Kapiteln 7 und 8 kommen die Regeln des Schreibens und Argumentierens und die formalen Kriterien wissenschaftlicher Arbeiten. Hier sind vor allem die Kapitel „Makrostruktur der Argumentation“ und „Sprachliche Gestaltung“ sehr empfehlenswert. Hilfreich ist auch das Kapitel „Arten von Zitaten“, darin werden die unterschiedlichen Zitiermöglichkeiten mit zahlreichen Beispielen anschaulich beschrieben.

Im Kapitel „Gestaltung mit textverarbeitenden Programmen“ soll erklärt werden, wie in Word 2007 Seitenränder, Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand und Seitennummerierung erstellt, Überschriften formatiert, Seiten- und Abschnittsumbrüche durchgeführt, Zahlen und Symbole eingefügt  und Abbildungen und Tabellen gestaltet werden oder mit Format- und Dokumentvorlagen gearbeitet wird. Allerdings geht das alles leider nicht so einfach, wie hier behauptet wird. Es können auch die erforderlichen Schritte und Funktionen, im Gegensatz zur Darstellung im Buch, nicht einfach analog zu anderen Textverarbeitungsprogrammen angewendet werden.

Abschließend werden im Kapitel 9 alle möglichen Tipps und Tricks zum Schreiben und Veröffentlichen einer wissenschaftlichen Arbeit vorgestellt.
„Zeitmanagement“, „Umgang mit zeitlichen Problemen“ und „Gestaltung des Arbeitsortes und Arbeitsplatzes“ hätten wohl eher an den Anfang des Buchs gehört.
Die Erklärungen zu den verschiedenen Methoden des Exzerptierens sind sehr gut gelungen, recht sinnvoll auch der Hinweis, dass die jeweilige Exzerptmethode davon abhängt, welche Aufgabe zu lösen ist, ob eine schriftliche Arbeit, eine Präsentation oder eine Prüfung ansteht.
Ein weiterer nützlicher Tipp rät, ein Journal zu führen, um den Überblick über die eigenen Aktivitäten zu bewahren. Auch der Hinweis, dass die Überschriften im Haupttext einer wissenschaftlichen Arbeit völlig mit dem Inhaltsverzeichnis übereinstimmen müssen, kann gar nicht oft genug wiederholt werden.

Fazit

Ein gelungener Ratgeber für EinsteigerInnen, der durchaus hilft, einen groben Überblick zu gewinnen, sich jedoch weniger mit den Details beschäftigt, wie an eine wissenschaftliche Arbeit herangegangen wird.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Claudia Hienerth, Beate Huber, Daniela Süssenbacher
Wissenschaftliches Arbeiten kompakt
215 Seiten, Broschur
€ 29,20
ISBN 978-3-7143-0162-5
Linde international, Wien, 2009

Steffen Stock, Patricia Schneider, Elisabeth Peper und Eva Molitor: Erfolg bei Studienarbeiten, Referaten und Prüfungen

Freitag, 26. Februar 2010
Buchcover Steffen Stock u. a.: Erfolg bei Studienarbeiten, Referaten und Prüfungen, Springer Verlag

Buchcover Steffen Stock u. a.: Erfolg bei Studienarbeiten, Referaten und Prüfungen, Springer Verlag

„Erfolgreich bei Studienarbeiten, Referaten und Prüfungen“ von Steffen Stock, Patricia Schneider, Elisabeth Peper und Eva Molitor ist ein fächerübergreifender Ratgeber sowohl für StudienanfängerInnen als auch für Studierende in fortgeschrittenen Semestern.

Das Buch beginnt ungewohnterweise mit dem Teil „Lesen im Studium“. Hier lernt der Leser oder die Leserin die verschiedenen Lesemethoden kennen, das Arbeiten mit Texten, das Markieren und Exzerpieren. Vor allem die Sechs-Schritt-Methode PQ4R (Preview = Übersicht über den Abschnitt gewinnen, Questions = Fragen an den Text formulieren, Read = genau lesen, Reflect = über den gelesenen Inhalt nachdenken, Recite = das Gelesene wiederholen und notieren, Review = die Aufzeichnungen überprüfen) erweist sich dabei als hilfreicher Tipp. Allerdings ist das Kapitel relativ kurz gehalten.

Typen von Leistungsnachweisen, Bewertungskriterien, Prüfungsangst

Im zweiten Teil des Buchs erfahren die LeserInnen, wie man/frau sich auf die unterschiedlichen Anforderungen von Studienarbeiten und Prüfungen vorbereiten kann. Zuerst gehen die AutorInnen auf die unterschiedlichen Typen von Leistungsnachweisen ein. Hilfreich sind hier vor allem die Tipps im Kapitel „Referat und Präsentation“ und „Mündliche Prüfungen“. Prägnant und aussagekräftig werden die wichtigsten Punkte zusammengefasst, auf die man/frau beim Präsentieren einer Arbeit oder bei einer mündlichen Prüfung achten sollte. Weniger aufschlussreich sind allerdings die Ratschläge im Kapitel „Klausur“ ausgefallen. Dass davon abzuraten ist, bei Prüfungen zu schummeln, ist wohl allen klar. Und diejenigen, die es trotzdem tun, sollten sich dabei wenigstens nicht erwischen lassen.
Danach beschäftigen sich die AutorInnen mit den grundlegenden Bewertungskriterien einer Leistung und zeigen, welche Ansprüche die PrüferInnen im Allgemeinen an die Studierenden stellen. Im Kapitel „Vorbereitungen auf Leistungsnachweise und Prüfungen“ wird erklärt, wie man/frau sich allein oder in der Gruppe gezielt auf Prüfungen vorbereitet und was sich gegen Prüfungsangst unternehmen lässt. Nützlich sind hier vor allem die angebotenen Faustregeln für eine gute Mitschrift. Interessant, aber weniger neu sind die Tipps zum richtigen Lernen, und die Ratschläge gegen Prüfungsangst und Lampenfieber fallen in den Bereich „Klassiker“.

Phasen des wissenschaftlichen Schreibens

Der dritte Teil „Schreiben im Studium: Von der Seminararbeit zur Abschlussarbeit“ beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Hilfsmitteln für die verschiedenen Phasen des wissenschaftlichen Schreibens. Besonders hilfreich sind die Hinweise auf die sogenannten „Schreibstimuli“ im Kapitel „Kreative Schreibtechniken“, die helfen sollen, wenn man/frau Schwierigkeiten hat, sich auf ein Thema einzulassen.
Recht gut sind auch die Fragen im Kapitel „Internet als Informationsquelle“, die man/frau sich immer stellen sollte, wenn man/frau Quellen aus dem Internet verwendet.
Das Kapitel „Gliederung“ ist zwar nicht uninteressant, aber doch etwas oberflächlich angelegt. Denn dass eine Arbeit in Einleitung, Hauptteil und Schlussteil gegliedert werden muss, ist wohl schon vor der Lektüre jedem klar. Während es sicher weiterhilft, etwas über die verschiedenen Gliederungstypen zu erfahren, wird leider erst im Kapitel „Textkörper“ erklärt, was eine Einleitung, ein Hauptteil und ein Schlussteil beinhalten sollen.
Dafür sind die Tipps im Kapitel „Formalia“ recht praktisch: Die LeserInnen erfahren dort, welche Normen beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit beachtet werden müssen. Die Erklärungen sind anschaulich mit Beispielen ausgestattet.
Das Kapitel „Sprache und Stil“ beschäftigt sich damit, welche Formulierungen beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit vermieden werden sollten. Auch hier werden die Erklärungen mit vielen Beispielen zum besseren Verständnis unterstützt.
In den „Grundregeln des Zitierens“ erfahren die LeserInnen sehr viel über das richtige Zitieren. Besonders erwähnenswert ist hier die Erklärung, wie Abbildungen ordentlich zitiert werden.
Das Kapitel „Fußnoten“ ist grundsätzlich nicht schlecht, da aber in naturwissenschaftlichen Arbeiten ohnehin keine Fußnoten verwendet werden sollen, für uns nicht weiter von Belang.
Weiters erklären die AutorInnen, wie ein Literaturverzeichnis auszusehen hat und was Tabellen und Abbildungen zu beinhalten haben, allerdings nicht, wie man/frau sie erstellt.
Im Kapitel „Textüberarbeitung“ bieten die AutorInnen einige durchaus hilfreiche Checklisten an, mit deren Hilfe sich besser der Überblick bewahren lässt, worauf bei der Überarbeitung einer wissenschaftlichen Arbeit geachtet werden sollte.
Die Tipps zum Überwinden von Schreibhemmungen und Blockaden sind – wie gehabt – nützlich, wenn auch nicht neu.

Die technische Seite

Der vierte Teil beschäftigt sich vor allem mit der technischen Seite des Schreibens einer Arbeit. Dabei gehen die AutorInnen vor allem auf die Literaturrecherche und den Umgang mit Textverarbeitungsprogrammen, Layout und Datensicherung ein.
Gut ist hier vor allem das Kapitel „Textverarbeitungsprogramme“, in dem die AutorInnen die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Textverarbeitungsprogramme, unter anderem Word, OpenOffice, Latex und iWorkPages, beschreiben. Besonders gelungen ist die Tabelle 19 im Unterkapitel „Vergleich der Textverarbeitungsprogramme“, wo die verschiedenen Programme übersichtlich miteinander verglichen und bewertet werden.
Die Erklärungen zum Layout sind jedoch eher ungenau ausgefallen. Hier fehlen präzise Anleitungen, wie etwas gestaltet werden kann und warum es sich so empfiehlt.

Der fünfte Teil besteht aus Erfahrungsberichten von BetreuerInnen aus den verschiedenen Disziplinen, die auf die Studierenden sicher beruhigend wirken. Es ist immer schön, daran erinnert zu werden, dass viele Menschen in dieser Lebens- und Arbeitsphase von denselben Problemen geplagt werden und sie sich höchstwahrscheinlich bewältigen lassen.

„Erfolg bei Studienarbeiten, Referaten und Prüfungen“ bietet auf jeden Fall eine Fülle hilfreicher Tipps und Tricks, unter anderem den Hinweis, dass es sinnvoll ist, möglichst viel Literatur zu lesen, bevor der Niederschrift der Arbeit begonnen wird. Aufschlussreich ist sicher auch der Zeitplan, den die AutorInnen vorstellen. Dabei regen sie an, nicht einen allgemein gehaltenen Plan zu entwerfen, sondern zu versuchen, den Zeitplan konkret in Stunden zu fassen.
Im Kapitel „Empirie“ geben die AutorInnen auch einen allgemeinen Überblick über die gängigen Auswertungsmethoden und ihre Durchführung – lesenswert, aber für Studierende der Naturwissenschaften zu ungenau.

Schlussbemerkung

Im Großen und Ganzen ist das Buch sicher ein hilfreicher und sinnvoll aufgebauter Ratgeber, der gute, manchmal überraschende Tipps und interessante Beispiele bietet und beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit durchaus weiterhelfen kann. Allerdings geben die AutorInnen eher einen groben Überblick zu den einzelnen Themen und gehen selten ins Detail.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Steffen Stock, Patricia Schneider, Elisabeth Peper und Eva Molitor
Erfolg bei Studienarbeiten, Referaten und Prüfungen
207 Seiten, Broschur
€ 16,95
ISBN: 978-3540888154
Springer, Berlin, Jänner 2009

Gerald Fränkl: Wissenschaftliches Arbeiten. Schritt für Schritt zu Diplomarbeit und Dissertation mit OpenOffice 2 Writer

Montag, 11. Januar 2010
Buchcover Gerald Fraenkl: OpenOffice.org

Buchcover Gerald Fraenkl: OpenOffice.org

Gerald Fränkl stellt in seinem Ratgeber den LeserInnen OpenOffice.org 2 Writer vor, und wie man/frau damit eine Seminararbeit, Diplomarbeit oder Dissertation schreibt. Gerald Fränkl arbeitet als IT-Berater und ist Geschäftsführer des Pg Verlags und der Pg Verlagsauslieferung. Er hat bereits zwei Bücher zu IT-Themen publiziert.
In seinem Buch „Wissenschaftliches Arbeiten: Schritt für Schritt zu Diplomarbeit und Dissertation mit OpenOffice.org 2 Writer“ erklärt der Autor den Umgang mit dem Textverarbeitungsprogramm und wie man/frau für Seminararbeiten optimal das Leistungsspektrum von OpenOffice.org 2 Writer nutzt. Unter anderem geht der Autor auf die Installation und die Bedienung von OpenOffice.org 2 Writer ein, erläutert, wie man/frau  Absatz-, Zeichen- und Seitenvorlagen erstellt bzw. anpasst, Grafiken einfügt, formatiert bzw. beschriftet oder Tabellen erstellt und bearbeitet.
OpenOffice Writer ist ein Teil des Büro-Office-Pakets OpenOffice.org, das auf OpenSource basiert und somit kostenlos im Internet heruntergeladen und auf dem eigenen Rechner installiert werden kann. Inzwischen gibt es bereits OpenOffice 3. Warum das Buch von Gerald Fränkl trotzdem von Interesse sein kann:
1. Haben Sie einen etwas älteren Rechner, dann braucht eine Einzellösung mit nur einem Textverarbeitungsprogramm weniger Rechnerleistung, und vielleicht benötigen Sie andere Pakete wie Tabellenkalkulation und Grafik ja nicht.
2. Der Autor gibt Tipps zum Thema wissenschaftliches Arbeiten, unter anderem zur Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit, die richtige Zeitplanung und Zitierregeln. Er leistet erste Hilfe bei Schreibblockaden und gibt sogar Ratschläge zur  Arbeitsplatzgestaltung. Die Tipps und Ratschläge des Autors sind dabei so in das Buch integriert, dass die Parallelen zwischen wissenschaftlichen Arbeiten und der Softwarebedienung deutlich erkennbar sind.
Interessant ist vor allem das Kapitel „Das perfekte Datensicherungskonzept“. Um Datenverluste zu vermeiden, stellt der Autor ein Sicherungskonzept vor und wie dieses bei OpenOffice.org 2 Writer angewendet wird.
Gut ist auch das Kapitel „Weiterverarbeitung: Druck, Bindung und Buchdruck“, vor allem für jene, die ihre wissenschaftliche Arbeit als Buch veröffentlichen wollen. Hilfreich dazu ist auch der Link zum Buch, wo man/frau genauere Informationen über die einzelnen Verlage und ihre Vorgangsweise findet.

Ein Buch für EinsteigerInnen

Fränkls Buch ist hauptsächlich für AnfängerInnen geeignet. Nicht jeder muss bzw. will extra ein Buch über wissenschaftliches Schreiben lesen, nur um zu erfahren, dass das Beherrschen des Zehnfingersystems beim Schreiben auf einer Tastatur von Vorteil ist oder wo genau am Schreibtisch der Bildschirm stehen soll, damit Tages- bzw. künstliches Licht die Beleuchtung des Bildschirms nicht beeinflusst – obwohl es doch gut ist zu wissen, wie hoch die Auflösung des Bildschirms eingestellt werden soll, damit Farben und Schattierungen bei Grafiken besser erkennbar sind. Denn nicht selten kommt es vor, dass beim Druck einer wissenschaftlichen Arbeit Bilder plötzlich zu dunkel oder zu hell sind oder der Text in einer Grafik nicht mehr lesbar ist, weil durch eine falsche Pixeleinstellung des Bildschirms Abbildungen falsch angezeigt werden.
Das Buch ist  deshalb eine gute Hilfestellung für alle, die einen schnellen Einstieg ins Thema und ihre Arbeit mit OpenOffice.org 2 Writer wollen. Leider ist noch keine neue Auflage erschienen, die sich mit OpenOffice.org 3 Writer beschäftigt.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Gerald Fränkl
Wissenschaftliches Arbeiten
Schritt für Schritt zu Diplomarbeit und Dissertation mit OpenOffice 2 Writer
198 Seiten, Broschur
€ 14,40
ISBN 978-3937624204
Pg Verlag, Sauerlach, Februar 2006

Matthias Karmasin und Rainer Ribing: Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten

Montag, 11. Januar 2010

Buchcover Matthias Karmasin und Rainer Ribing: Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten, UTB Verlag

Buchcover Matthias Karmasin und Rainer Ribing: Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten, UTB Verlag

„Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten“ von Matthias Karmasin und Rainer Ribing bildet eine umfangreiche Grundlage für die formale und inhaltliche Gestaltung einer wissenschaftlichen Arbeit. Der erste Teil dient zur Einführung, wie man/frau an eine wissenschaftliche Arbeit herangeht. Dabei stehen Planung und Konzeption im Vordergrund, außerdem hilfreiche Tipps zum Finden eines Themas. Dabei gehen  die Autoren sehr systhematisch vor, erwähnen überraschenderweise aber nicht, dass bei der Suche nach einem Thema eventuell auch englischsprachige Literatur beachtet werden sollte.
Besonders eingegangen wird in diesem Teil des Buchs nicht nur auf die Rechte und Pflichten eines Studierenden laut Studiengesetz, sondern auch auf die Forschungsfrage: Wie formuliere ich eine Forschungsfrage? Wie beantworte ich eine Forschungsfrage?
Recht informativ ist in diesem Teil auch das Kapitel „Stil der Arbeit“. Die Autoren geben darin allgemeine stilistische Hinweise, welche Art von Formulierungen beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit vermieden werden sollte und welche günstig ist. Vermieden werden sollte nach Meinung der Autoren zum Beispiel das anonyme „man“ oder „es“ („so sagt man“ oder „es wird festgestellt“), stattdessen lieber „hierzu ist festgehalten“ oder „dem wäre hinzuzufügen“.
Gut ist auch das Kapitel „Beurteilung einer wissenschaftlichen Arbeit“. Hier empfehlen die Autoren den Kriterienkatalog nach Bänsch zur Beurteilung einer wissenschaftlichen Arbeit. Dieser Katalog soll als Anhaltspunkt dienen, welche Fragen bei der Beurteilung einer wissenschaftlichen Arbeit eine Rolle spielen können.
Weniger aufschlussreich ist hingegen das Kapitel „Inhaltlicher Aufbau der Dispositionen und der späteren Arbeit“ ausgefallen. Hier geht es, wie angekündigt, um den Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit. Leider beschreiben die Autoren vorerst nur eine grobe inhaltliche Gliederung mit Einleitung, Hauptteil und Schluss, auf die dann auch nicht besonders ausführlich eingegangen wird. Dass eine Arbeit eine Einleitung, einen Hauptteil, und einen Schluss haben muss, erfährt man/frau leider erst spätestens im zweiten Semester.

Form und Formatierung

Der zweite Teil des Buchs beschäftigt sich mit der Form und Formatierung einer wissenschaftlichen Arbeit. Erst an dieser Stelle wird auf die genaue Gliederung einer wissenschaftlichen Arbeit eingegangen. Dabei erklären die Autoren nicht nur, wie zum Beispiel ein Inhalts- bzw. Abbildungsverzeichnis auszusehen hat, sondern auch, wie man/frau diese in Word 2007 erstellt. Im Kapitel „Diplomarbeit (Magisterarbeit) und Dissertation“ heißt es, dass das Abkürzungsverzeichnis im Anhang angeführt werden soll. Das ist nicht falsch, aber auch nicht zwingend. Das Abkürzungsverzeichnis kann durchaus auch vorne aufscheinen. besonders bei naturwissenschaftlichen Arbeiten sollten Verzeichnisse auf jeden Fall vorne stehen (Usus auf der Boku).
Weiters erfährt man/frau, wie der Seitenrand in Word richtig eingestellt wird, wie in Word mit Formatvorlagen gearbeitet wird, wie Überschriften richtig nummeriert und Fußnoten eingesetzt werden, wie die Beschriftung von Grafiken und Tabellen richtig einfügt wird, wie quergestellte Abbildungen und Tabellen angeordnet und Seitenzahlen eingefügt werden und wie die Seitennummerierungen eingerichtet wird, Kopf- und Fußzeilen bearbeitet und Verzeichnisse aktualisiert werden und die Rechtschreibprüfung eingestellt wird. Die Erklärungen dazu sind anschaulich mit Abbildungen beschrieben und in einer einfachen, verständlichen Sprache gehalten.
Einzig zu bemängeln ist in diesem Teil, dass die Abbildung 4, „Titelblatt einer Seminararbeit“, als Beispiel für eine Gruppen-Seminararbeit verwendet wird, aber die Autoren mit keinem Wort erwähnen, was es sonst mit Gruppen-Seminararbeiten auf sich hat.

Im Zeitalter von Bibliothekskatalogen, Datenbanken auf CD-Rom und Internet können rasch relativ viele Informationen zu einem Thema gesammelt werden. Die Autoren gehen daher im dritten Teil ihres Buchs besonders auf die Klassifikation wissenschaftlicher Quellen ein. Handelt es sich um eine Primär-, Sekundär- oder Tertiärquelle – und welche ist zu bevorzugen? Was ist graue Literatur? Ein durchaus informatives Kapitel, wenn auch etwas zu viele Grafiken die manchmal langatmigen Erklärungen der Autoren besser veranschaulichen sollen.
Ein für die Universität für Bodenkultur anders gelöster Punkt ist der der Aufwärtsregel: Im Kapitel „Wissenschaftliche Quellen nach Art der Veröffentlichung“ schreiben die Autoren, dass für Zitate aus Diplomarbeiten die sogenannte „Aufwärtsregel“ gilt, die besagt, d. h. dass man/frau nur aus höherstehenden Werken zitieren soll und keine Zitate in einer Diplomarbeit verwenden soll, die aus einer anderen Diplomarbeit stammen. Für die Universität für Bodenkultur Wien hat jedoch Professor Blum festgestellt, dass Zitate aus verschiedenen wissenschaftlichen Arbeiten, auch Diplomarbeiten, verwendet werden können, solange diese öffentlich zugänglich sind und ex lege auch in der Nationalbibliothek vorgehalten werden.

Die richtige Zitierweise

Der vierte Teil des Buchs beschäftigt sich mit der richtigen Zitierweise in einer wissenschaftlichen Arbeit. Dabei werden vor allem Beispiele aus den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften herangezogen, die aber gut und verständlich erklärt sind und sich für jeden anderen Studienbereich übernehmen lassen. Ganz besonders gefällt uns der Österreichbezug der Beispiele. Leider wird in der vorliegenden Ausgabe nur das Zitieren in Fußnoten erklärt, was nicht mehr dem aktuellen Stand der Dinge entspricht. Sehr viele BetreuerInnen raten aufgrund der dabei entstehenden Unübersichtlichkeit von dieser Zitierweise ab. Für naturwissenschaftliche Arbeiten auf der Boku sind Fußnoten überhaupt verboten.

Zum Schluss des Buchs geben die Autoren noch ein paar Tipps zum Präsentieren und Vortragen einer wissenschaftlichen Arbeit.

Zusammenfassend

„Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten“ ist ein Buch, das EinsteigerInnen sowie erfahrenen VerfasserInnen einer wissenschaftlichen Arbeit eine optimale Einführung in die Welt des wissenschaftlichen Arbeitens bietet. Durch zahlreiche anschauliche Praxis- und Anwendungsbeispiele wird den LeserInnen auf verständliche Art und Weise der Einstieg in den wissenschaftlichen bzw. akademischen Arbeitsprozess ermöglicht. Ein Buch, dass für jede/n geeignet ist, der/die eine wissenschaftliche Arbeit verfassen will, egal in welchem Bereich. Allerdings müssen im Einzelnen die unterschiedlichen Vorgaben der jeweiligen Studienrichtungen und der Dekanate immer unbedingt beachtet werden.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Matthias Karmasin, Rainer Ribing
Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten
141 Seiten, Broschur
€ 9,90
ISBN 978-3825227746
UTB Verlag, Stuttgart, 2007
Vierte Auflage 2009 erschienen.

Georg Disterer: Studienarbeiten Schreiben

Montag, 11. Januar 2010

Buchcover Georg Disterer: Studienarbeiten Schreiben, Verlag Springer

Buchcover Georg Disterer: Studienarbeiten Schreiben, Verlag Springer

Georg Disterer ist Professor für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Hannover. Seine Lehr- und Forschungsgebiete umfassen Informationsmanagement, Projektmanagement und Wissensmanagement. Sein zweites Buch „Studienarbeiten Schreiben. Seminar-, Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten in den Wirtschaftswissenschaften“ eignet sich besonders für LeserInnen, die zum ersten Mal eine wissenschaftliche Arbeit schreiben oder noch wenig Erfahrung dabei haben. Auch wenn das Werk vor allem auf die Wirtschaftswissenschaften abzielt, enthält es so viel Grundlegendes und so gute Ratschläge, Tipps und Tricks, dass es sicher auch Studierenden anderer Wissenschaftszweige sehr nützlich sein kann.

Sehr anschaulich beginnt der Autor mit einer semantischen Analyse eines Auszugs aus einer Prüfungsordnung, um darauf hinzuweisen, dass Wörter einen bestimmten Sinn haben und dementsprechend verwendet werden sollten. Schön ist auch seine Liste der Wörter, die in Studienarbeiten nichts zu suchen haben, weil sie unpassend, unpräzise, zu bildhaft oder sinngleich bzw. sinnverwandt sind (z. B. die beliebte „runde Kugel“).
Es geht weiter mit den Grundbegriffen und den Anforderung an wissenschaftliches Arbeiten in den verschiedenen Wissenschaften und ihrer konkreten Formulierung (z. B. sollten wissenschaftliche Aussagen nicht trivial und auf jeden Fall überprüfbar sein). Darauf aufbauend folgt unter dem nicht unbedingt griffigen Titel „Positionieren von Studienarbeiten“ die Klassifikation von wissenschaftlichen Arbeiten. Hier geht der Autor u. a. auf die Unterschiede zwischen Seminar-, Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten ein, auf die verschiedenen Ansprüche, die die Arbeiten aufweisen sollen, die Beschreibung unterschiedlicher Zugänge zu einem gewählten Thema und die Formulierung der zentralen Fragestellung. Weiters beschäftigt er sich mit der Kategorisierung der Quellen und ihrer Einordnung in den „Wasserfall wissenschaftlichen Wissens“ und erklärt, warum vorgegebene Richtlinien (z. B. Zitierrichtlinien) sinnvoll und nützlich sind. Danach geht er auf Fragen der Recherche, des Zitierens, der Fußnoten und der Anmerkungen ein.

Aufschlussreich, nachvollziehbar, präzise

Mit seinen umfangreichen Erfahrungen aus der Hochschulpraxis entwickelt Georg Disterer einen aufschlussreichen Arbeitskatalog und gibt gute Tipps zum Herangehen an eine wissenschaftlichen Arbeit und bei der Themen-, Literatur- und Formfindung, auch Gedanken zu fremdsprachlich verfassten Arbeiten und Deutsch im Wissenschaftsbetrieb.
Neben den qualitativen Anforderungen bezüglich Aufbau, Gliederung, äußerer Form und Sprache gibt er auch Auskunft über die dazugehörigen formalen Richtlinien (z. B.: Was kommt alles in eine Einleitung und warum?). Er führt nachvollziehbar aus, warum und wann Abbildungen, Tabellen und Grafiken eingesetzt werden, beschäftigt sich aber nicht damit, wie man/frau sie erstellt und formatiert.

„Studienarbeiten Schreiben“ ist ein gut gegliederter, übersichtlicher Grundriss mit manchen leicht verwirrenden Zwischentiteln, aber kein „Kochbuch“ mit präzisen Anleitungen, wie man/frau eine wissenschaftliche Arbeit verfasst. Da es sich eigentlich um eine Theorie der Seminararbeit handelt, richtet sich das Buch nicht nur an Studierende, sondern z. B. auch an BegutachterInnen von Seminararbeiten.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Georg Disterer
Studienarbeiten Schreiben.
Seminar-, Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten in den Wirtschaftswissenschaften
195 Seiten, Taschenbuch
€ 10,50
ISBN: 978-3540723905
Springer, Berlin, August 2008

Ariane Charbel: Schnell und einfach zur Diplomarbeit

Montag, 11. Januar 2010
Buchcover Charbel, Ariane: Schnell und einfach zur Diplomarbeit, Bildung und Wissen Verlag

Buchcover Charbel, Ariane: Schnell und einfach zur Diplomarbeit, Bildung und Wissen Verlag

Mit „Schnell und einfach zur Diplomarbeit“ bietet Ariane Charbel einen Leitfaden an, der Schritt für Schritt durch das für Studierende oft einschüchternde Labyrinth des Schreibens einer wissenschaftlichen Arbeit führt. Dabei schreibt die Autorin konsequent aus der Sicht der Studierenden. Sie beschäftigt sich weniger mit der Frage, WARUM eine wissenschaftliche Arbeit so und nicht anders gestaltet und aufgebaut sein muss, sondern mehr damit, WIE man/frau mit Erfolg schrittweise an eine wissenschaftliche Arbeit herangeht. Dabei erläutert die Autorin ausführlich eine zielführende Themenfindung, gibt Tipps bei der Materialsuche und Quellenaufbereitung, leistet praktische Hilfe beim Aufbau der Gliederung einer Arbeit, ohne sich dabei auf bestimmte Richtlinien zu versteifen. Sie führt schrittweise an eine sinnvolle Gliederung je nach Thema heran und beharrt nicht auf festen Regeln. Darüber hinaus widmet sie sich den Anforderungen einer Einleitung und eines Schlussworts, hilft beim richtigen Zitieren und beim Erstellen eines Literatur- und Inhaltsverzeichnisses und erklärt, was alles in den Anhang kommen sollte.

Dieses Buch ist so aufgebaut, dass die einzelnen Kapitel den Arbeitsschritten einer wissenschaftlichen Arbeit entsprechen. Formale Fragen wie Layout, Schrift, Tabellen kommen nicht vor. Die Beispiele sind auf keine bestimmte Fachrichtung bezogen. Das Buch ist also für alle gut geeignet, die eine wissenschaftliche Arbeit schreiben und sich über organisatorische und praktische Fragen informieren wollen.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Ariane Charbel
Schnell und einfach zur Diplomarbeit
Der praktische Ratgeber für Studenten
266 Seiten, Taschenbuch
€ 16,80
ISBN 978-3-8214-7677-3
Bw Bildung und Wissen, Nürnberg, 2008

Jacqueline Rahemipour: Textverarbeitung mit OpenOffice.org 3

Freitag, 08. Januar 2010
Buchcover Jacqueline Rahemipour: Textverarbeitung mit OpenOffice.org 3 Writer, Galileo Press

Buchcover Jacqueline Rahemipour: Textverarbeitung mit OpenOffice.org 3 Writer, Galileo Press

“Textverarbeitung mit OpenOffice.org 3″ von Jacqueline Rahemipour ist ein Arbeitsbuch mit vielen wertvollen Tipps und Tricks, wie man/frau sich im Textverarbeitungsprogramm von OpenOffice.org 3 zurechtfindet.
Dabei handelt es sich nicht um eine Anleitung, die genau auf das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit in OpenOffice abzielt, sondern um eine Bedienungsanleitung, wie das Textprogramm von OpenOffice verwendet wird und was es alles bietet.

Die einzelnen Kapitel

Interessant für alle, die eine wissenschaftliche Arbeit schreiben, sind daher vor allem Kapitel 6 „Texte erstellen und formatieren“, Kapitel 13 „Formatvorlagen“, Kapitel 14 „Umfangreiche Dokumente“, Kapitel 15 „Verzeichnisse“, Kapitel 18 „Tabellen“ und Kapitel 19 „Grafiken“.

Kapitel 6 „Texte erstellen und formatieren“ führt zunächst nur durch die klassischen direkten Formatierungen von OpenOffice.org. Dabei wird präzise und ausführlich erklärt, welche Schritte unternommen werden müssen, um beispielsweise Absätze zu formatieren, Einzüge und Abstände einzufügen, Tabulatoren richtig zu setzen, Silbentrennung und automatische Nummerierung einzustellen oder Seiten korrekt einzurichten. Die einzelnen Etappen sind anschaulich mit Grafiken unterlegt, die das Vorgehen besser verständlich machen.

Das Kapitel 13 „Formatvorlagen“ beschäftigt sich mit der indirekten Formatierung. Hilfreich sind hier vor allem die Kapitel „Formatvorlagen ändern“ und „Neue Formatvorlagen erzeugen“. Im Kapitel „Unterschiedliche Seitenvorlagen verwenden“ ist besonders der Punkt „Über den manuellen Umbruch“ interessant.

Der 14. Teil „Umfangreiche Dokumente“ beschäftigt sich unter anderem mit der Sicherung der Daten und warum es wichtig ist, seine Arbeit regelmäßig zu sichern.
Als besonders hilfreich erweist sich hier der Punkt „Kapitelnummerierung“. Hier erfährt man/frau alles über das Definieren, Formatieren und Zwischenspeichern einer Kapitelnummerierung.
Nachdem die Bedeutung von Fußnoten wesentlich abnimmt, besonders beim Schreiben einer naturwissenschaftlichen Arbeit, ist es doch gut zu wissen, wie man/frau Fuß- und Endnoten in OpenOffice.org 3 einfügt und wie man/frau sie formatiert. Die Erklärungen dazu finden Sie im Kapitel „Fuß- und Endnoten“.

Beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit es notwendig Verzeichnisse erstellen zu können. Der 15. Teil des Buchs weist nicht nur darauf hin, wie man/frau das macht, sondern erklärt auch, welche Verzeichnistypen es gibt, wie man/frau sie einfügt und formatiert und wie man/frau sie aktualisiert. Besonders interessant sind hier die Kapitel „Inhaltsverzeichnis“ und „Abbildungs- und Tabellenverzeichnis“.

Die Kapitel „Tabellen“ und „Grafiken“ befassen sich vor allem mit der Erstellung und Formatierung von Tabellen und Grafiken. Hilfreich sind im Kapitel „Tabellen“ die Anleitungen zum Formatieren der Zellinhalte und zum Arbeiten mit Spalten und Zeilen und die Erklärungen zu den unterschiedlichen Formatierungsfunktionen.

Wer eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, muss diese irgendwann auch ausdrucken. Das Kapitel 7 „Dokumente drucken“ wird einem da auf jeden Fall weiterhelfen können.

Auch das Kapitel 8 „PDF-Export und -Import“ ist interessant. Leider findet sich nirgendwo ein Erklärung, wie man/frau ein PDF im OpenOffice.org 3 druckt. Diese Anleitung finden Sie aber im Manual für die Templates wissenschaftlicher Arbeiten auf dem Server der Boku.

Umfangreich mit hohem Informationsgehalt

Im Großen und Ganzen ist „Textverarbeitung mit OpenOffice.org 3“ ein sehr hilfreiches Buch für alle, die mit OpenOffice.org 3 ihre wissenschaftliche Arbeit schreiben wollen. Leider sind die Erklärungen manchmal unsystematisch verstreut und die Kapitel verwirrend benannt. Unserer Meinung nach hätten die 27 Kapitel thematisch besser geordnet gehört, so dass man/frau einen besseren Überblick bekommt. Erfreulicherweise sind die Erklärungen aber in einer einfachen Sprache gehalten und verständlich formuliert. Ein umfangreiches Buch mit hohem Informationsgehalt.
Da das Buch doch etwas teuer ist, empfehlen wir es vor allem jenen, die sich in das Programm intensiver einarbeiten und auch weitere Arbeiten mit OpenOffice.org schreiben wollen. Warum?
Das Buch enthält unzählige Tipps zu nützlichen Tastenkombinationen und verweist auf Links und Foren, um sich zusätzlich zum Buch informieren zu können.
Zwar werden StudentInnen selten Serienbriefe schreiben wollen oder müssen, aber Formulare, zum Beispiel für Fragebögen für spätere Interviews sind eine feine Sache. Beides wird im Buch ausführlich erklärt.
Es ist einfach arbeitsökonomisch, sich einmal in ein Programm gründlich einzuarbeiten und dann längere Zeit damit seine Arbeiten zu verfassen. Wenn Sie also wirklich vorhaben, Ihre Arbeiten in Zukunft mit OpenOffice.org 3 zu schreiben, dann lohnt sich die Ausgabe durchaus.Zumal OpenOffice auch wesentlich stabiler läuft als Word. Wenn Sie das Programm jedoch nur einmal testen möchten, dann reicht wahrscheinlich auch die Hilfefunktion und bei Problemen die Suche in Foren.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Jacqueline Rahemipour
Textverarbeitung mit OpenOffice.org 3 Writer
Umstieg von MS Word, Praxiswissen, Tipps und Tricks
633 Seiten, Gebunden
€ 34,90
ISBN 978-3836213028
Galileo Press, Bonn, Oktober 2008

Martin Kornmeier: Wissenschaftlich schreiben

Samstag, 21. November 2009

Buchcover Martin Kornmeier: Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht, UTB Verlag

Buchcover Martin Kornmeier: Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht, UTB Verlag

Auf 296 Seiten führt Martin Kornmeier die entscheidenden Qualitätskriterien aus, die eine wissenschaftliche Arbeit erfüllen muss, um sie für die potenziellen Leser bzw. Leserinnen verständlich und übersichtlich zu machen.

Die Beispiele, die der Autor zur Veranschaulichung verwendet, stammen allesamt aus dem wirtschaftlichen Bereich. Trotzdem kann dieses Buch auch beim Schreiben anderer wissenschaftlicher Arbeiten helfen. „Wissenschaftliches Schreiben leicht gemacht“ setzt sich kaum mit der formalen Gestaltung einer wissenschaftlichen Arbeit oder den formalen Kriterien für richtiges Zitieren auseinander. Vielmehr ist es dem Autor wichtig zu erklären, warum eine wissenschaftliche Arbeit ein präzise formuliertes Thema, eine exakte Forschungsfragestellung, genaue Definitionen und ausformulierte Hypothesen und einen Theorieteil benötigt.

Die zahlreichen Themen, auf die Kormeier eingeht, sind mit vielen Beispielen zu Inhalt und Stil erklärt. Recht anschaulich vergleicht der Autor eine wissenschaftliche Arbeit mit einem Backrezept, gibt Ratschläge bei der Literaturauswahl, zeigt, wie eine Arbeit gegliedert werden soll, erläutert, wie man wissenschaftlich argumentiert, gibt Tipps, wie man rechtzeitig fertig wird, und hilft bei der Überwindung von Schreibblockaden und bei der Suche nach dem richtigen Schreibstil.

Fazit

„Wissenschaftliches Schreiben leicht gemacht“ ist vor allem für jene zu empfehlen, die bereits über formale und technische Grundkenntnisse wissenschaftlichen Arbeitens (Wie zitiere ich richtig? Wie erstelle ich Tabellen und Abbildungen? usw.) verfügen und sich nun für die Feinheiten beim Verfassen ihrer Arbeit interessieren. Ein umfangreiches informatives Arbeitsbuch mit vielen Tipps zum besseren Schreiben und Formulieren, das auf jeden Fall auch bei einer naturwissenschaftlichen Arbeit weiterhilft.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Martin Kornmeier
Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht
für Bachelor, Master und Dissertation
295 Seiten, Broschur
€ 11,90
ISBN: 978-3825231545
UTB Verlag, Stuttgart, März 2009

Helmut Balzert, Christian Schäfer, Marion Schröder, Uwe Kern: Wissenschaftliches Arbeiten

Samstag, 21. November 2009

Buchcover Balzert, H. u. a.: Wissenschaftliches Arbeiten, W3L-Verlag

Buchcover Balzert, H. u. a.: Wissenschaftliches Arbeiten, W3L-Verlag

Helmut Balzert ist Inhaber des Lehrstuhls für Software-Technik an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der Ruhr-Universität Bochum, Marion Schröder ist diplomierte Pädagogin und Betriebswirtin und Autorin mehrerer Fachbücher, Christian Schäfer und Uwe Kern lehren beide an der Fachhochschule für Ökonomie und Management in Essen. Dementsprechend praxisbezogen und kenntnisreich gehen sie auf 368 Seiten ihres Buchs mit dem Untertitel „Wissenschaft, Quellen, Artefakte, Organisation, Präsentation“ an das Thema „Wissenschaftliches Arbeiten“ heran.

Aufbau des Buchs

Der erste Teil von vier Teilen behandelt die Punkte, über die sich nach Meinung der AutorInnen jedeR Studierende im Klaren sein müsste (Was ist Wissenschaft? Was bedeutet Objektivität? Was ist mit Überprüfbarkeit, Reliabilität und Verständlichkeit gemeint? usw.). Vor allem das Kapitel 8 „Ordnen, lesen, Inhalte kennzeichnen“ ist für Studierende, die noch keine oder wenig Erfahrung bei der Sichtung von Materials, bei der Einschätzung der Wichtigkeit von Informationen, bei der Systematisierung eines Themas und der Formulierung zentraler Fragestellungen bei einer wissenschaftlichen Arbeit haben, recht interessant. Hier werden anschaulich verschiedenste wissenschaftliche Arbeitstechniken vorgestellt, praktische Ordnungssysteme wie Ordner, Karteikästen und Hängeregister oder die Arbeit am PC erklärt, Tipps für Lesestrategien und Lesetechniken vorgestellt und die Arbeit mit Mind Maps erläutert. Außerdem gibt es Hinweise zum Download kostenloser Software.

Im zweiten Teil werden die unterschiedlichen Formen wissenschaftlicher Arbeiten dargestellt. Dabei gehen die AutorInnen ausführlich auf die richtige Zitierweise und den formalen Aufbau wissenschaftlicher „Artefakte“ ein. Man findet nützliche Ratschläge zur grundsätzlichen Gestaltung einer wissenschaftlichen Arbeit, aber nichts über die technischen Aspekte, wie man beispielsweise eine Tabelle oder eine Abbildung am PC erstellt. Dafür finden sich Ratschläge, welche Programme beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit am meisten zu empfehlen sind und warum.

Im dritten Teil geht es um den Erstellungsprozess einer Arbeit: Wie findet man sein Thema, wie erstellt man einen Projektplan, wie überwindet man eine Schreibblockade, wie verbessert man seinen Stil, und anderes.

Und abschließend gibt der vierte Teil denjenigen, die das Ergebnis Ihrer Arbeit nicht nur schriftlich formulieren, sondern auch in einem Vortrag präsentieren sollen, hilfreiche Hinweise und Tipps. Dabei wird ausführlich auf den Einsatz von Flipcharts, den Umgang mit Pannen und die empfehlenswerte Gestik und Mimik eingegangen.

Verständliche Kennzeichnung, nützliche Übungen und zahlreiche Beispiele

Im Gesamten ist zu sagen: Vor allem die Kennzeichnung der verschiedenen Wissensstufen (Grundlagen-, Vertiefungs-, Spezial- oder Expertenwissen) hilft den LeserInnen, sich auf die wesentlichen Inhalte zu konzentrieren und sich vielleicht erst später mit speziellen Punkten zu befassen.

Nützliche Übungen erlauben den LeserInnen Selbstkontrolle und Vertiefung des Stoffs. Dazu werden Tests einschließlich automatischer Korrekturen in einem dazugehörigen E-Learning-Zertifikatskurs angeboten.

Zahlreiche Beispiele verdeutlichen noch einmal die Ratschläge und Tipps der AutorInnen zu einzelnen Themen und helfen bei etwaigen Unklarheiten weiter. Dabei werden vor allem Beispiele aus den Ingenieurwissenschaften und der Informatik herangezogen, was jedoch nicht heißt, dass dieses Buch nur für Studierende aus diesen Fachrichtungen nützlich ist. Die Tipps, Übungen, Empfehlungen und Hinweise sind sicher auch beim Schreiben anderer wissenschaftlicher Arbeiten anwendbar.

Besonders hilfreich für einen letzten Korrekturdurchgang sind die „10 Qualitätskriterien für wissenschaftliche Arbeit“ und die „Checkliste Schlussredaktion“ auf den Innenseiten des Buchumschlags.

Randbemerkung

Leider ist die Gestaltung des Buchs etwas unübersichtlich ausgefallen, durch die zahlreichen eingeschobenen Tipps und Textergänzungen in Kästen, unterlegten Textrahmen, die vielen Ausrufezeichen, Bilder und Randnotizen, die Diagramme und Tabellen wirkt es etwas überfrachtet und strengt die LeserInnen mehr an als ein schlichteres Layout.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Helmut Balzert, Christian Schäfer, Marion Schröder, Uwe Kern
Wissenschaftliches Arbeiten
Wissenschaft, Quellen, Artefakte,Organisation, Präsentation
368 Seiten, Broschur
€ 19,90
ISBN: 978-3937137599
W3l, Witten, Februar 2008

Hans F. Ebel, Claus Bliefert, Walter Greulich: Schreiben und Publizieren in den Naturwissenschaften

Samstag, 21. November 2009

Buchcover Ebel, H. F., Bliefert, C. u. a.: Schreiben und Publizieren, Wiley-VCH Verlag

Buchcover Ebel, H. F., Bliefert, C. u. a.: Schreiben und Publizieren, Wiley-VCH Verlag

Die drei Autoren dieses Werks verfügen über langjährige berufliche Praxis im Umgang mit naturwissenschaftlichen Texten anderer Forscher und legen dementsprechend ausführlich ihre Erfahrungen, Kenntnisse, Tipps und Tricks in dem 659-seitigen Buch „Schreiben und Publizieren in den Naturwissenschaften“ nieder.

Das Buch ist in zwei Teile gegliedert: „Ziele und Formen des wissenschaftlichen Schreibens“ und „Sonderteile und Methoden“. Im ersten Teil werden die Formen behandelt, in denen wissenschaftliche Texte meist auftreten: als Bericht, Dissertation, Zeitschrift oder Buch. Dazu werden die Vor- und Nachteile der jeweiligen Publikationsart aufgezählt, die Planung, Organisation und der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit erläutert und Ratschläge für die Veröffentlichung einer Arbeit bei Verlagen bzw. in Zeitschriften gegeben.

Interessant dabei ist vor allem das umfangreiche Kapitel 4 zur Veröffentlichung wissenschaftlicher Texte in Buchform. Hier findet man Erklärungen von der Kontaktaufnahme mit einem Verlag bis hin zum Marketing. Allerdings wird hier nur die Situation eines wissenschaftlichen Großverlags und damit wohl die berufliche Tätigkeit eines der am Werk beteiligten Autoren abgebildet.

Der zweite Teil behandelt die formalen Kriterien einer wissenschaftlichen Arbeit. Hier wird genau auf die Formatierung von Formeln, Abbildungen und Tabellen eingegangen, jedoch leider nicht erklärt, wie man sie erstellt. Außerdem werden die verschiedenen Zitierarten ausführlich beschrieben und mit zahlreichen Beispielen im Anhang anschaulich gemacht. Hinweise auf empfehlenswerte Computersoftware bzw. -hardware kommen zwar vor, über die jeweiligen Unterschiede, ihre Vor- und Nachteile erfährt man wenig bis gar nichts.

Gut struktieriert, anschaulich erklärt

Das Buch lässt sich gut als Nachschlagewerk bei auftretenden Probleme beim Schreiben verwenden. Über den (mit 6 pt leider zu klein gesetzten) Index können die Begriffe zu Problemen leicht gesucht und nachgeschlagen werden (z. B.: „Was mache ich mit Tabellen, wenn der Satzspiegel von 16 cm nicht reicht oder wenn ich komplizierte Formeln verwende?“, „Wie erstelle ich ein Register?“ oder „Wie schreibe ich bestimmte Zahlen und Zahlenangaben?“). Gut ist auch der Hinweis in Kapitel 8.2 „Zur Bedeutung von Tabellen“, in dem betont wird, dass Tabellen der Verdichtung und der Veranschaulichung von Inhalten dienen und nicht dazu da sind, die Arbeit künstlich aufzublasen oder schriftliche Inhalte noch einmal in graphischer Form wiederzugeben.

Inhaltlich ist das Buch sehr gut strukturiert, und durch das sinnvoll gestaltete Inhaltsverzeichnis behält der Leser bzw. die Leserin den Überblick.

Sprachlich fallen die Erklärungen oft etwas langatmig und nicht immer verständlich aus, doch es gibt zu jeder Erklärung Beispiele in Form von Abbildungen und Tabellen, die die manchmal etwas abgehobene Ausdrucksweise besser verständlich machen und Unklarheiten beseitigen.

Im Ganzen und Großen ist „Schreiben und Publizieren in den Naturwissenschaften“ ein durchaus empfehlenswertes Arbeitsbuch, das alle wesentlichen Aspekte anschaulich und kompakt beschreibt. Es ist sicher ein nützlicher Ratgeber für alle, die eine naturwissenschaftliche Arbeit schreiben wollen und bereits über Grundkenntnisse beim Arbeiten mit dem Computer verfügen.

Männlich dominierter Sprachgebrauch

Ein Wermutstropfen ist allerdings die altmodische Sichtweise der Autoren, die so gut wie nie über Studentinnen, Wissenschaftlerinnen oder Forscherinnen sprechen – man kommt sich vor wie im 19. Jahrhundert. Selbst dann, wenn sie ganz selten eine Formulierung verwenden, die auch auf Wissenschaftlerinnen Bezug nimmt, verfallen sie unmittelbar danach sofort wieder in einen absolut männlich dominierten Sprachgebrauch. Das ist nicht nur schade, sondern auch beim Anspruch der Autoren, des Verlags und der LeserInnen im Jahr 2006 völlig unverständlich.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Hans F. Ebel, Claus Bliefert, Walter Greulich
Schreiben und Publizieren in den Naturwissenschaften
672 Seiten, gebunden
€ 44,90
ISBN: 978-3527308026
Wiley-VCH, Weinheim, September 2006