Immer wieder kommt es vor, dass man/frau zum Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit mathematische und andere Sonderzeichen braucht. Manchmal werden auch Texte aus anderen Anwendungen oder aus dem Internet kopiert und dann bearbeitet.
Die Folge: Es tummeln sich die verschiedensten Schriften auf Ihrem Rechner, die unterschiedlichsten Sonderzeichen, und manchmal zeigt Word auch als Sprache Ihres Dokuments Englisch, Italienisch oder anderes an.
Manche StudentInnen wechseln in den Semesterferien den Computer, weil sie zu Hause arbeiten wollen, oder man/frau schafft sich einen neuen Computer an, weil der alte die Datenmengen nicht mehr in einer annehmbaren Geschwindigkeit verarbeiten kann. Es ist zwar allgemein bekannt, dass ein Wechsel des Betriebssystems, von beispielsweise Windows auf Mac und umgekehrt, Probleme mit sich bringen kann, aber auch ein Wechsel des Betriebssystems innerhalb von Microsoft kann bei den Schriften und Formatvorlagen Chaos stiften.
Der Grund dafür? Die Betriebssysteme interpretieren die installierten Schriften und Zeichen alle etwas anders. Schriften, die nicht installiert sind, werden manchmal vom Betriebssystem „nachgebaut“. Sie sehen also auf Ihrem Monitor die Schrift, wie sie auszusehen hat, am Ausdruck steht dann aber oft statt des gewünschten Sonderzeichens ein leeres Kästchen.
Die Formatierungsfunktion von Word ist, obwohl im Allgemeinen sehr nützlich, bei diesem Problem nicht besonders hilfreich, weil für jedes noch so kleine Textfuzerl ein neues Format angelegt wird.
Wo schaue ich also nach, welche Schriften ich installiert habe?
Der erste Weg ist ins Betriebssystem von Word:
Unter [Start], [Systemsteuerung], finden Sie den Ordner [Schriftarten]. Darin sehen Sie die installierten Fonts, alphabetisch geordnet und mit der Ergänzung, ob es sich dabei um TrueType oder OpenType handelt.
Dann wissen Sie jetzt zwar, welche Schriftarten auf dem Rechner installiert sind, aber noch nicht, wie diese Schriftarten aussehen.
Der zweite Weg führt dann ins Internet:
Hier gibt es Programme, die Sie kostenlos downloaden können und mit denen Sie nicht nur überprüfen können, welche Schriften auf Ihrem Computer installiert sind, sondern auch, wie sie aussehen.
Drei davon möchten wir Ihnen hier vorstellen:
AMP Font Viewer
Unter http://www.heise.de/software/download/amp_font_viewer/38326 finden Sie den AMP Font Viewer. Dabei handelt es sich um ein sehr umfangreiches Programm mit zahlreichen Features, mit dem auch umfangreiche Schriftensammlungen verwaltet werden können. Es gibt an, ob es sich um OpenType-, TrueType- und Type-1-Fonts handelt, es zeigt eine Liste mit allen installierten Fonts und stellt in einem frei wählbaren Text installierte und nicht-installierte Schriften in verschiedener Punktgröße dar. Dies vereinfacht besonders die Prüfung von Sonderzeichen. Der AMP Font Viewer stellt auch Bold, Italic oder Underline dar, außerdem ist die Erstellung verschiedener Kategorien für bestimme Aufgaben möglich.
FaceList Font Selector
Den FaceList Font Selector finden Sie unter http://www.heise.de/software/download/facelist_font_selector/42732. Das Programm stellt wie der AMP Font Viewer die Schriften in einer alphabetischen Übersicht dar. Außerdem kann der FaceList Font Selector Schriften filtern und auswählen, und er erstellt verschiedene Schriftlisten.
Recht günstig ist dabei, dass das Programm nach dem Entpacken in einer ZIP-Datei bleibt und über die Exe-Datei gestartet werden kann. Es ist also keine Installation notwendig. Allerdings fällt die Darstellung mancher Schriften auf dem Bildschirm nicht optimal aus, weil es zwischen den Schriften viel Platz lässt. Leider ist auch nicht auf den ersten Blick erkennbar, welcher Schrifttyp (TrueType oder OpenType) installiert ist.
Font Lister 2.0
Unter http://www.heise.de/software/download/font_lister/7723 finden Sie den Font Lister 2.0. Das Programm listet alle Schriften gut auf, dafür ist allerdings eine Verbindung zum Internet notwendig. Auch die Eingabe eins Beispieltexts ist im Programm möglich.
Der Nachteil besteht darin, dass der Font Lister 2.0 die Schriften nicht alphabetisch darstellt und am besten geeignet ist, wenn Sie nur wenige Schriften zu verwalten haben.
Grundsätzlich sind für die Verwendung von Schriften folgende Regeln zu empfehlen:
- Verwenden Sie nur so viele Schriften wie nötig!
- Mischen Sie nie True- und Open-Type-Schriften in einem Dokument!
- Betten Sie bei der Erstellung von PDFs alle Schriften immer mit ein!
- Wenn Sie Schriften für Ihren persönlichen Gebrauch gekauft haben, dann beachten Sie unbedingt die Lizenzbedingungen der jeweiligen Schriftenhersteller! Schriften sind, so wie andere Inhalte auch, geistiges Eigentum, und deshalb gilt für Schriften auch das Copyright.
Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”