Susanne Kowalski: Word für Genervte

Cover Susanne Kowalski: Word für Genervte

Susanne Kowalski: Word für Genervte

„Word für Genervte“ von Susanne Kowalski ist ein gut aufgebautes Arbeitsbuch, das zahlreiche Lösungen für die häufigsten Probleme mit Word bietet, wenn z. B. Leisten und Werkzeuge in der ungewohnten Arbeitsplatzumgebung von Word 2007 verschwinden oder man/frau deaktivierte Elemente zurückholen möchte.

Interessant sind hier vor allem die Ratschläge für Word 2007, da sich der Arbeitsplatz von Word 2007 deutlich von seinen Vorgängerversionen unterscheidet. Menüs und Symbolleisten wurden durch eine Reihe von Registerkarten ersetzt, deren Funktionen und vor allem Standorte häufig vollkommen unübersichtlich sind. Sehr zu empfehlen ist dazu das Kapitel „Lineal auch für Word 2007“, da in Word 2007 standardmäßig kein Lineal eingeblendet wird, das aber fürs Formatieren einer wissenschaftlichen Arbeit fast unerlässlich ist. Und für den Fall, dass man/frau schon zu viele Änderungen an den Symbolleisten für den Schnellzugriff durchgeführt hat, erklärt die Autorin, wie diese ohne viel Aufwand wieder in ihren Urzustand zurückversetzt werden können.
Zudem hilft das Buch verlässlich weiter, wenn Word sich wieder einmal selbstständig macht und dabei Texte verschwinden lässt, den Überschreibungsmodus aktiviert, unerwünschte Zeilenumbrüche vornimmt oder wenn es Ärger beim Tabellenumbruch gibt.
Hier ist vor allem das Kapitel über die Autokorrektur empfehlenswert. Allerdings wird unserer Ansicht nach deutlich zu wenig darauf hingewiesen, dass das Arbeiten mit der Autokorrektur zwar zeitsparend sein kann, aber auch nervenaufreibend: Die Autokorrektur ist durchaus hilfreich, wenn sie Wörter bereits während des Schreibens verbessert, aber nicht, wenn sie beginnt, Textbausteine selbstständig einzuschieben. Das Kapitel „Vollautomatische AutoKorrektur: Vor- und Nachteile“ erwähnt zwar die Vorteile der Autokorrektur, verliert aber kein Wort über die Nachteile.
Besonders hilfreich für alle, die eine wissenschaftliche Arbeit schreiben, ist das Kapitel „Unerwünschten Seitenumbruch in Tabellen unterbinden“. Aber auch das Kapitel „Selbständiges Trennen von Word unterbinden“ kann sehr nützlich werden, vor allem der Punkt „Halbautomatische Silbentrennung“. Auch die Hinweise, wie man/frau eine weiche Zeilenschaltung macht, automatische Hyperlinks unterbindet bzw. verwendet oder wie man/frau alle Formatierungen wieder rückgängig macht [Strg + U + F9], können beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit durchaus nützlich werden.

Hilfe bei Formatierungen, Grafiken und Tabellen

Der Teil „Die häufigsten Formatierungspannen“ beschäftigt sich mit Problemen bei der Gestaltung eines Dokuments. Hier gibt die Autorin Tipps, was man/frau tun kann, wenn Absatzformatierungen verloren gehen, Texte durch Ausblenden verschwinden, Aufzählungszeichen nicht wunschgemäß funktionieren, wenn Platzmangel in Tabellen herrscht oder alle Formatierungen unbrauchbar sind. Außerdem erklärt sie, wie man/frau unerwünschte Zeilenumbrüche verhindert und ausgeblendete Texte mithilfe der Suchfunktion aufspürt. Die Funktion „Ausgeblendeter Text“ ist unserer Meinung nach sowieso nur sinnvoll, wenn der Text zwar auf dem Bildschirm angezeigt wird, im Ausdruck jedoch nicht sichtbar sein soll, z. B. wenn man/frau persönliche Notizen zu einzelnen Textpassagen angebracht hat.

„Grafiken im Griff“ ist wohl eines der wichtigsten Kapitel für alle, die gerade eine wissenschaftliche Arbeit vorhaben. Hier steht alles Wissenswerte darüber, wie Diagramme aus Excel geholt werden, mit Clip Art gearbeitet wird, ein unvorteilhaftes Layout vermieden wird und Formatpannen beim Spaltensatz verhindert werden.
Recht hilfreich ist auch das Kapitel „Beziehungsprobleme von Grafik und Dokument lösen“, weil hier erläutert wird, worin der Unterschied zwischen einer verknüpften und einer eingefügten Grafik besteht. Als sehr tröstlich erweist sich auch der Punkt „Grafiken verschwinden in Word 2007“.

Der fünfte Teil des Buchs beschäftigt sich mit „Pannen mit Tabellen & Co.“, ein nicht unwichtiger Beitrag, da Tabellen beim Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit helfen, Texte und Daten übersichtlich zu präsentieren. Bedauerlicherweise ist die Gestaltung von Tabellen nicht immer so einfach wie erhofft. Daher ist vor allem das Kapitel „Zeilen und Spaltenmaße passen nicht“ nützlich. Weniger zu empfehlen ist der Tipp, dass man/frau bei längeren Überschriften in einer Tabellenspalte den Text senkrecht statt waagrecht ausrichten soll. Besser ist, man/frau teilt den Text ab, da er dann immer noch besser lesbar ist, als wenn er senkrecht steht. Noch besser: Kurze Titel wählen.

Rechnen, drucken und nummerieren

Im sechsten Teil geht es der Autorin um „Ärger mit Formeln und Zahlen“. An und für sich ist das sicher ein aufschlussreiches Kapitel, vor allem der Hinweis auf den in Word integrierten Formeleditor. Allerdings stößt der Formeleditor bei sehr vielen, vor allem komplizierten technischen und naturwissenschaftlichen Formeln an seine Grenzen, und Word neigt dadurch zu unkontrollierten Abstürzen. Wenn Sie also wirklich viele Formeln haben, dann ist die Wahl eines anderen Programms, wie z. B. LateX,  eindeutig die bessere Lösung.

Das Kapitel „Word macht Druck-Probleme“ wird sehr hilfreich, wenn unliebsame Überraschungen beim Ausdrucken auftreten. Besonders der Teil über die Voreinstellungen ist sehr zu empfehlen.

Im neunten Teil „Ärger mit langen Texten“ ist vor allem das Kapitel über Kopf- und Fußzeilen lesenswert. Hilfreich sind auf jeden Fall auch die Kapitel „Indexprobleme: Seitenzahlen passen nicht“ und „So beheben Sie Probleme mit Kapitelüberschriften“. Die beiden Kapitel sind durchaus gut erklärt, allerdings ist die Umsetzung in die Praxis doch nicht immer so einfach wie angedeutet. Die Ursachen, warum Seiten- und Kapitelnummerierungen in Word immer wieder zu Problemen führen, sind bedauerlicherweise vielfältig, es kann nicht zuletzt an den zahlreichen falschen Voreinstellungen liegen.
So ähnlich ist es mit den Filialdokumenten: Die Autorin erklärt zwar schlüssig, wie man/frau ein Dokument in Filialdokumente einteilt, aber wenn Sie tatsächlich mit Filialdokumenten arbeiten wollen, empfehlen wir Ihnen doch, weitere Literatur dazu zu lesen.

Der letzte Teil „Serienbriefe und ihre Tücken“ ist zwar durchaus aufschlussreich, jedoch für jene LeserInnen, die eine wissenschaftliche Arbeit schreiben wollen, wahrscheinlich weniger von Interesse.

Im Großen und Ganzen

Insgesamt ist das Buch in seiner Struktur leider etwas unübersichtlich. Warum wurden eigentlich nur zwei Gliederungsebenen bei den Kapitelüberschriften verwendet? Außerdem sind die Kapitelüberschriften bedauerlicherweise hin und wieder zu wenig aussagekräftig ausgefallen, sodass die LeserInnen sich leicht verirren, wenn sie Hilfe zu einem bestimmten Thema suchen. Schmerzlich vermisst man/frau ein Vorwort, das den Aufbau des Buchs erklärt. Sehr günstig wäre auch ein Hinweis am Anfang des Buchs gewesen, dass die einzelnen Erklärungen zuerst für Word 97, 2000, XP und 2003 gelten und erst weiter hinten die Anleitungen für Word 2007 zu finden sind.
Grundsätzlich ist jedoch zu sagen, dass dieses Buch zahlreiche Lösungen für die häufigsten Probleme mit Word anbietet. Es ist verständlich geschrieben, und die Erklärungen werden mit sinnvollen Abbildungen veranschaulicht. Nützlich sind auch die Tipps, die am Ende jedes Kapitels zu finden sind, und die handliche Gestaltung in nummerierten Schritten, sodass immer wieder zurückgefunden werden kann.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Susanne Kowalski
Word für Genervte
336 Seiten, Broschur
€ 19,95
ISBN 978-3-7723-6298-9
Franzis, Poing, Jänner 2009

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