Claudia Hienerth, Beate Huber und Daniela Süssenbacher: Wissenschaftliches Arbeiten kompakt

Cover Hienerth: Wissenschaftliches Arbeiten kompakt

Cover Hienerth/Huber/Süssenbacher (Hrsg.): Wissenschaftliches Arbeiten kompakt, Verlag Linde international

„Wissenschaftliches Arbeiten kompakt“ ist vor allem für Studierende und BetreuerInnen in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften gedacht.
Die drei AutorInnen – Claudia Hienerth, Fachhochschulprofessorin an der IMC Fachhochschule Krems, Beate Huber, Leiterin des Instituts für Personal- und Wissenmanagement an den FH Wien-Studiengängen der WKW, und Daniela Süssenbacher, Fachbereichsleiterin am Institut für Journalismus und Medienmanagement der FH Wien-Studiengänge der WKW – haben versucht, in ihrem Ratgeber die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens in einfacher Sprache und auf verständliche Weise zu erklären.

Aufbau des Buchs

Das Buch beginnt mit dem „Fundament des wissenschaftlichen Arbeitens“, worin es besonders um den Sinn und die Bedeutung von Wissenschaft als solcher geht. Es werden die unterschiedlichen Wissenschaftsarten aufgezählt, die verschiedenen Qualitätskriterien behandelt sowie zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung unterschieden. Außerdem erklären die AutorInnen gleich, was Wissenschaftstheorien sind und wie der Unterschied zwischen logischen, empirischen, nicht wahrheitsfähigen und zusammengesetzten Aussagen aussieht. Dazu ist auch das Kapitel „Hypothesen“ aufschlussreich, in dem erklärt wird, was Hypothesen sind, welchen Zweck sie erfüllen und wie sie entwickelt werden. Auch im Kapitel „Definitionen“ und „Modelle und Theorien“ wird deren Zweck und Bedeutung kurz und präzise erläutert, allerdings leider ausschließlich in Hinblick auf die Geisteswissenschaften.

Das zweite Kapitel des Buchs stellt die Anforderungen und Bewertungskriterien von wissenschaftlichen Arbeiten dar und geht dabei besonders auf die Bewertungskriterien von Bachelor- und Masterarbeiten ein. Interessant sind vor allem die Erklärungen, wie die unterschiedlichen Arbeiten gestaltet werden können und wie das Arbeiten in einer Gruppe leichter fallen kann.

Im dritten Kapitel wird der Entstehungsprozess einer wissenschaftlichen Arbeit behandelt. Beginnend mit der Phase der Themensuche, wozu unterschiedliche Techniken wie Brainstorming und Mind Mapping erklärt werden, geht es weiter mit der Phase der Themeneingrenzung, Themenbewertung und Themenformulierung. Danach folgt die Konzeptions- und Bearbeitungsphase, die Untersuchungsplanungsphase und Datenerhebungs- und Datenauswertungsphase. Abschließend gehen die AutorInnen darüber hinaus auch auf die Korrektur- und Begutachtungsphase ein.
Darauf aufbauend werden im Kapitel 5 der Aufbau und die Bestandteile einer wissenschaftlichen Arbeit beschrieben. Hier wird besonders auf die Gliederung, ihre Funktion, Systematik und ihre Formen eingegangen, aber auch darauf, was auf einem Titelblatt alles stehen muss. Etwas zu kurz sind leider die Erklärungen zum Vorwort und zu den Verzeichnissen ausgefallen. Hier wäre es schön gewesen, wenn die AutorInnen auch erklärt hätten, was ein Vorwort alles beinhalten muss und wie Verzeichnisse erstellt werden.

Im Kapitel 6 werden die wichtigsten Erhebungs- und Auswertungsmethoden dargelegt, was durchaus interessant ist, aber für Studierende der Naturwissenschaften nicht immer das Richtige. Das Kapitel „Statistische Grundlagen“ ist sicher gut gemeint, aber in seinen Erklärungen doch etwas vage. Statistik ist eben, wie viele KollegInnen mit Bedauern festgestellt haben, ein Thema, das nicht auf zehn Seiten erklärt werden kann.

Formale Kriterien und Gestaltung mit textverarbeitenden Programmen

In den Kapiteln 7 und 8 kommen die Regeln des Schreibens und Argumentierens und die formalen Kriterien wissenschaftlicher Arbeiten. Hier sind vor allem die Kapitel „Makrostruktur der Argumentation“ und „Sprachliche Gestaltung“ sehr empfehlenswert. Hilfreich ist auch das Kapitel „Arten von Zitaten“, darin werden die unterschiedlichen Zitiermöglichkeiten mit zahlreichen Beispielen anschaulich beschrieben.

Im Kapitel „Gestaltung mit textverarbeitenden Programmen“ soll erklärt werden, wie in Word 2007 Seitenränder, Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand und Seitennummerierung erstellt, Überschriften formatiert, Seiten- und Abschnittsumbrüche durchgeführt, Zahlen und Symbole eingefügt  und Abbildungen und Tabellen gestaltet werden oder mit Format- und Dokumentvorlagen gearbeitet wird. Allerdings geht das alles leider nicht so einfach, wie hier behauptet wird. Es können auch die erforderlichen Schritte und Funktionen, im Gegensatz zur Darstellung im Buch, nicht einfach analog zu anderen Textverarbeitungsprogrammen angewendet werden.

Abschließend werden im Kapitel 9 alle möglichen Tipps und Tricks zum Schreiben und Veröffentlichen einer wissenschaftlichen Arbeit vorgestellt.
„Zeitmanagement“, „Umgang mit zeitlichen Problemen“ und „Gestaltung des Arbeitsortes und Arbeitsplatzes“ hätten wohl eher an den Anfang des Buchs gehört.
Die Erklärungen zu den verschiedenen Methoden des Exzerptierens sind sehr gut gelungen, recht sinnvoll auch der Hinweis, dass die jeweilige Exzerptmethode davon abhängt, welche Aufgabe zu lösen ist, ob eine schriftliche Arbeit, eine Präsentation oder eine Prüfung ansteht.
Ein weiterer nützlicher Tipp rät, ein Journal zu führen, um den Überblick über die eigenen Aktivitäten zu bewahren. Auch der Hinweis, dass die Überschriften im Haupttext einer wissenschaftlichen Arbeit völlig mit dem Inhaltsverzeichnis übereinstimmen müssen, kann gar nicht oft genug wiederholt werden.

Fazit

Ein gelungener Ratgeber für EinsteigerInnen, der durchaus hilft, einen groben Überblick zu gewinnen, sich jedoch weniger mit den Details beschäftigt, wie an eine wissenschaftliche Arbeit herangegangen wird.

Redaktion “Wissenschaftliches Schreiben”

Claudia Hienerth, Beate Huber, Daniela Süssenbacher
Wissenschaftliches Arbeiten kompakt
215 Seiten, Broschur
€ 29,20
ISBN 978-3-7143-0162-5
Linde international, Wien, 2009

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