
Der Verlag Guthmann-Peterson:
20 Jahre – 12 Monate, 365 Tage im Jahr für Literatur und Wissenschaft
sind wir als Verlag für Literatur und Wissenschaft
tätig. Begonnen hat alles im Jahr 1988 mit der Veröffentlichung
von Noam Chomskys „Vom politischen Gebrauch der Waffen" und
dem ersten Roman von Ruth Aspöck: „Emma oder die
Mühen der Architektur". Für uns war die Trennung
zwischen Literatur und Wissenschaft damals weniger wichtig;
für unsere Leserinnen und Leser gewann sie aber zunehmend
an Bedeutung, ebenso wie für den Buchhandel.
Die Gründung der Edition Garamond im Jahr 1994 war
folgerichtig der klare Schritt in Richtung anspruchsvolle
Literatur, und auch hier stellten sich bald die ersten Erfolge
ein. So errang unsere Salzburger Autorin Margarita Fuchs
im letzten Jahr den 2. und 3. Platz beim MDR-Literaturpreis
und erhielt dieses Jahr, wie einige Jahre zuvor Ludwig Laher,
den Rauriser Förderungspreis.
Das große Interesse unserer Autorinnen und Autoren
an Biographien und biographisch geprägten Texten bewog
uns einige Jahre später zur Gründung des Verlags
Liber Libri als dritter eigenständiger Bereich unserer
verlegerischen Aktivitäten. Neben zahlreichen ÖsterreicherInnen
veröffentlichen hier immer mehr deutsche AutorInnen,
wie z. B. Gerhard Dick aus Immenstadt, Detlef Streich aus
Göppingen oder Bernd René aus Berlin. Dass auch
Spannung und Humor im Programm von Liber Libri nicht zu kurz
kommen, zeigen Bücher wie Erich Glavitzas Thriller „Killer
Leopard", die Tiergeschichten von Doris Hofner-Foltin
oder die (Real-)Satiren von Peter Theurer.
Inzwischen haben wir im wissenschaftlichen Bereich unser
Programm um natur- und bodenkundliche Themen erweitert und
veröffentlichen im Verlag Guthmann-Peterson auch die
Dissertationen der Universität für Bodenkultur
Wien.
Alle unsere Bücher, unabhängig ob Literatur oder
Wissenschaft, zeichnet aus, dass sie sorgfältig korrigiert
und lektoriert, schön gestaltet und umweltbewusst hergestellt
werden. Wir sind stolz darauf, neben inzwischen bekannten
Namen neuen Autorinnen und Autoren, die (noch) nicht zum
Mainstream der deutschsprachigen Literatur gehören,
als einer der wenigen vollständig unabhängigen
Privatverlage eine vielfältige Publikationsplattform
bieten zu können. Und wir werden dies auch in den nächsten
20 Jahren tun.
1988 Gründung des Verlags Guthmann-Peterson
1994 Gründung der litarischen Edition Garamond
1997 Gründung des Imprints Liber Libri Wien
2001 Gewinner beim Ecodesign-Wettbewerb in Wien
2004 Pegasus Lyrik
2008 Guthmann Cybertype
Verlagsporträt des Verlags Guthmann-Peterson und seiner
Editionen
Verlagsporträt
Guthmann Peterson (Das Wissenschaftsprogramm)
Verlagsporträt
Garamond (Die literarische Edition)
Verlagsporträt
Liber Libri (Der Verlag für Belletristik und Sachbuch)
Verlagsporträt Guthmann Peterson
„Das Radio wird das Buch ablösen ...“
... hieß es zu Beginn der dreißiger Jahre, „alle
sehen nur mehr fern und nicht mehr in die Bücher“ war
dann Anfang der fünfziger Jahre zu hören. Heute
gilt das Internet vielen als Bedrohung des in ihren Augen
klassischsten Mediums
für Kultur und Bildung. Natürlich stimmt es, dass
neue Medien eine mehr oder weniger lange Zeitspanne nach
ihrer
Einführung die Lesegewohnheiten der Menschen verändern
und zu einer Verschiebung der Nutzung der verschiedenen
Medien
führen. Aber schon Paul Lazarsfeld hat in seiner inzwischen
legendären Untersuchung über die Hörgewohnheiten
der WienerInnen im Jahr 1932 – wir haben sie 1996 veröffentlicht
– nachgewiesen, dass sich nach einiger Zeit nicht nur
die Hörgewohnheiten,
sondern auch die Nutzungsgewohnheiten der Menschen weiter
verändern
und das Buch wieder seine Bedeutung zurückgewinnt.
Diese
grundlegende Bedeutung des Buches stand für uns bei
der Gründung des Verlages ebenso im Vordergrund wie
die Absicht, neben engagierter Literatur wissenschaftliche
und politische
Analysen zu wichtigen gesellschaftlichen Themen zu veröffentlichen.
Im Laufe der Jahre hat sich eine rein belletristische Edition
entwickelt, und später ist nach zahlreichen Anfragen und
vielen eingereichten Manuskripten ein weiteres Programm
mit
biographischen Texten und Büchern von allgemeinem Interesse
entstanden.
... oder Gutenberg heute
Auch wenn VerlegerInnen manchmal an die Jahrhunderte nach
Gutenberg, in denen Verleger als Buchhändler mit ihren Karren übers Land
reisten und zweimal im Jahr zur Abrechnung zusammenkamen, in
Frankfurt und in Leipzig, als goldene Zeit denken, weil man
alles, was man drucken ließ, auch verkaufen konnte, können
wir heute – ebenfalls unter schwierigen, wenn auch anderen
Bedingungen – zeigen, wie effizient Wissenschaft veröffentlicht
werden kann und wie die Bemühung um die Literatur und
die Wissenschaft schöne
Früchte trägt.
Verlagsporträt Garamond
Die Edition Garamond beschäftigt sich seit 1996 in
einem eigenständigen Rahmen innerhalb des Verlags Guthmann-Peterson
mit aktueller Literatur und moderner Lyrik. Sie veröffentlicht
anspruchsvolle Romane, Kurzgeschichten, Essays und neue Lyrik.
Dabei gilt unser hauptsächliches Interesse jungen und
neuen österreichischen AutorInnen, in letzter Zeit kommen
immer mehr deutsche Autorinnen und Autoren dazu. Ohne das Österreichische
allzu sehr betonen zu wollen, soll doch erwähnt werden,
dass eine unserer erfolgreichsten Salzburger AutorInnen,
Margarita Fuchs, die erste Österreicherin ist, die im
Finale des bekannten mdr-Literaturwettbewerbs ihre Arbeit
in Leipzig vorlesen wird.
Die bestimmende Gemeinsamkeit der Edition Garamond ist
die Faszination der AutorInnen von der Welt, ihren BewohnerInnen
und der Sprache. Die literarischen Formen, in die sie ihre
Gedanken und Beobachtungen fassen, sind vielfältig und
unsere AutorInnen vielseitig: Einige schreiben nicht nur
sprachspielerische Lyrik, sondern auch präzise beobachtende
Prosa, manche bevorzugen die Kurzgeschichte, sogar in kunstvoll
verschränkter Form wie Ilse Nekut, andere erreichen
mit der Eindringlichkeit ihres Essays höchste sprachliche
Qualität, wie Marija Mischkulnig. Sogar das Schweigen
in seinen verschiedenen Ausdrucksformen findet Ausdruck,
wie in den sensiblen Gedichten Bruni Blums.
Auch die Neuerscheinungen liegen weit auseinander: Bruno
Jaschke beleuchtet in seinen absurden, mitfühlenden,
bissigen Adventgeschichten auch die abseitigen Aspekte dieser
schwierigen Zeit im Jahr, und Eva Scala evoziert in ihren
klugen, eindringlichen Erzählungen über bestimmende
Situationen im Schicksal ganze Lebensläufe, ganze Welten
von Wahrnehmung, Erleben und auch Schrecken.
Verlagsporträt Liber Libri
Was haben Belletristik und Biographien gemeinsam? Marcel
Reich-Ranicki hat einmal im Literarischen Quartett in seiner
literaturpäpstlichen Art festgestellt, dass jeder Text
Persönliches und Biographisches der SchriftstellerInnen
enthält und notgedrungen enthalten muss. Und eben dieser
Aspekt, das unausgesprochen und das ausgesprochen Biographische,
interessiert uns in unserem Verlag Liber Libri besonders
stark. Das gilt für die einfühlsamen Gedichte von
Birgit Krickl, die beiden atemberaubend Wienerischen Romane
von Eva Bauer, für die dichten Lebenserinnerungen der
Josefa Juva – und nicht zuletzt für die fabelhaft
lebensechten Satiren Peter Theurer, dessen „Ministerialrat
Sedlmeyer" von der jahrelangen Tätigkeit des Autors
in einem Ministerium nicht wenig profitiert.
In der packenden Novelle von Karl Plepelits, „Der
Glaube, die Berge und das Paradies", geht es wohl um
die großen
Menschheitsfragen, aber gerade die biographischen und historischen
Details berühren uns stark. Ähnliches lässt
sich auch über die zutiefst humanistischen Gedichte,
Geschichten und Dramolette unseres leider verstorbenen
Autors Wilhelm Binder sagen: Das grundsätzlich Menschliche
findet oft in persönlichen Beobachtungen und Erlebnissen
vorzüglich Ausdruck. Wilhelm Binders Lebenserinnerung über
seine ersten Schuljahre in „Ich war ein Klosterbub" und
seine Zeit beim Arbeitsdienst stellen das Lebensgefühl
und die Stimmung bei Beginn des Ersten Weltkriegs plastischer
dar als so manches Geschichtsbuch.
Und natürlich wären die kenntnisreichen und instruktiven
Beratungsbücher von Beate Neun und Birgit Ehrmann-Ahlfeld
ohne die persönlichen Erfahrungen und Einsichten der
Autorinnen gar nicht vorstellbar, die ihr Wissen und ihre
Einblicke nun gerne an ihre Leserinnen und Leser weitergeben.
Mit unserem Programm Liber Libri zeigen wir aber auch, dass
es nicht immer die große Auflage sein muss: Persönliche
Bücher für eine interessierte Leserschrift, sorgfältig
edierte kleine und große Bücher für ein feines
Literatur- und Sachbuchprogramm.
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