Verlagspost
Nachrichten, Kommentare, Hinweise und Empfehlungen aus dem Verlag
Kommentare, Hinweise und Empfehlungen aus und zum Verlagswesen,
und natürlich auch persönliche Grüße
zum Jahreswechsel und zu anderen Gelegenheiten.
- Ö 1 gehört gehört! Besonders am 25.06.2010
- Ostern 2010 oder "Read it before Hollywood does"
- Präsentation der neuen Dissertationen der Universität für Bodenkultur Wien (März 2010)
- Zum Neuen Jahr 2010
- Rezensionen zu Hanna Behrends Buch "Die Überleberin" (Dezember 2009)
- Geschenkstipp: Henrike Müller-Moll (Dezember 2009)
- Workshop „Wissenschaftliches Schreiben und die Arbeit mit Textprogrammen“ (Dezember 2009)
- Tipps zum Klimaschutz (Dezember 2009)
- Vorschläge zum Klimaschutz (Dezember 2009)
- "Ein Rabenaas wird 60" im Frauenmagazin Brikada und im WDR 3 (Dezember 2009)
- Brunhild E. Blum "
Mythos im Historismus" erschienen (Oktober 2009)
- Lesung Ingo Anspach (September 2009)
- Gratulation Frau Müller-Moll! (August 2009)
- Präsentation
Carol J. Adams „Überleben unter Fleischessern“ (Januar 2009)
- Frohe Festtage 2008!
- Lesungen von Hanna Behrend in Wien (November 2008)
- Frankfurter Buchmesse 2008
- Lesung Kathrin Primetzhofer (Juni 2008)
- Mit Margarita Fuchs
ist die erste Österreicherin im Finale des
MDR-Literaturwettbewerbs (Mai 2008)
- Margarita Fuchs erhält den Rauriser Förderungspreis
2008
- Margarita Fuchs beim Meraner Lyrikpreis (März 2008)
- Frankfurter Buchmesse 2007
- Die Büchersäufer (August 2007)
- Zum 20. Todestag von Andy Warhol (August 2007)
- Das Bild verdrängt das Wort? (Von Wolf Peterson und Beate Lichtenwörther, August 2007)
- Tipp: Kunstmuseum Liechtenstein (Sommer 2007)
- Tatort Buchhandlung? – Welttag
des Buches 2007 (März 2007)
- Was wir uns alle für 2007 wünschen …
- Weihnachten 2006: Was
wir uns alle wünschen
Auf diese Frage gibt Sigrid Löffler in einem Interview
mit den Salzburger Nachrichten Antwort
(Dezember
2006)
- Präsentation von Margarita Fuchs (Dezember 2006)
- Lesung Bruni Blum aus ihrem in der zweiten Auflage
erschienenen Gedichtband „In die Einsamkeit
gefragt“ (Juni 2006)
- Bodenkultur 2006: Bokuinside II
- Buchmesse Frankfurt 2006
- Lesung
und Präsentation von Margarita
Fuchs und Gerlinde Weinmüller
im Literaturhaus Salzburg (Oktober 2006)
- Präsentation Margarita Fuchs (Juli 2006)
- Parkett der Farben – Lyrischer
Abend der Edition Garamond (April 2006)
- Präsentation und Lesung Gerlinde Weinmüller (April 2006)
- Zwei Lesungen am
8. März 2006 von Margarita Fuchs
- Christian Weingartner
in der Alten Schmiede, Wien (Dezember 2005)
- Lesung Eva
Bauer: Die Jahrhundertreise (November 2005)
- Stoßen wir an auf „Proust"! (Von Wolf Peterson, November 2005)
- Rezension zu Margarita Fuchs „Talentierte
Labyrinthe“ (Oktober 2005)
- Buchmesse Frankfurt 2005
- Lesetermin Veronika Pernthaner (Oktober 2005)
- Ö 1 gehört(e) gehört! Besonders
am 8.7.2005
- Helden, Bösewichte und Visionäre
(Von Wolf Peterson, Juni 2005)
- Lesung Peter Theurer: Ministerialrat Sedlmeyer (Juni 2005)
- Haben Tiere ein Bewusstsein? (Mai 2005)
- Forschungen zur Berufs-
und Lebenssituation gehörloser Frauen (März 2005)
- Neu im Programm der Edition Garamond: CD-Veröffentlichungen (Frühjahr 2005)
- Das Böse II: Die Preisbindung
von Büchern und ihre Folgen (Von
Wolf Peterson, Herbst 2004)
- Das Böse I: Chester Himes
und die Schlechtigkeit der Menschen (Von
Wolf Peterson, Sommer 2004)
- "Unterhaltungsliteratur
vom Feinsten aus Österreich“ (April 2004)
- Zum
Jahreswechsel 2003/2004
- Vom Kopf auf die Beine
(Dr. Ernst Grabovskzi im Anzeiger des Österreichischen
Buchhandels,
Ausgabe Anfang August 2003)
- 10
Jahre Internet und 70 Jahre Bücherverbrennung
(Von Wolf Peterson, Juni 2003)
- Gedichte
gegen den Krieg (April 2003)
- Wiedergelesen:
Heinz Friedrich zu den Problemen und Perspektiven
des Buchhandels (Von Wolf Peterson, März 2003)
- Ö
1 gehört gehört! (Februar 2003)
- Gut aber (leider) aus! Zu Noam Chomsky: Vom
politischen Gebrauch der Waffen
(Vom Verlagsteam von Guthmann-Peterson, Februar 2003)
- Unser
spezieller Wintertip (Neujahr 2002/2003)
- Was
schenken Verleger ihren und den Kindern Ihrer FreundInnen?
(Von Wolf Peterson, Dezember 2002)
- Zum
Tod Siegfried Unselds: „Unseld zu Ehren“
(Von Dr. Hermann Schlösser, November 2002)
- Zur
54. Buchmesse Frankfurt 2002 (Von
Wolf Peterson, Oktober 2002)
Ö 1 gehört gehört! Besonders am 25.06.2010
[Edition Garamond] "Beipiele" mit Gerlinde Weinmüller
Ö 1 gehört gehört! Besonders am Freitag, den
25. Juni 2010, wenn um
11.40 Uhr in der Sendung "Beispiele – Literarische Neuerscheinungen aus Österreich" der Roman "Eine Hand voll Mond" von Gerlinde Weinmüller vorgestellt wird. Es liest Ulrike Arp. Gestaltung: Karin Buttenhauser Zum ORF
Ostern 2010 oder "Read it before Hollywood does"
Die eisten von uns halten sich ja für aufgeklärte Menschen des 21. Jahrhunderts, und da haben wir durchaus unsere Bedenken, was die Werbung betrifft. Einerseits gefallen uns schöne Bilder und exklusive Sujets, andererseits wissen wir natürlich, dass all die Porträts junger Frauen mit hohem Aufwand nachbearbeitet werden, dass die abgebildeten Situationen eine schöne Fiktion darstellen, dass in den verkauften Produkten oft mehr Marketingleistung steckt als realer Wert, und dass es auch Werbung für Produkte wie z. B. WC-Steine oder Weichspüler gibt, die wir gar nicht brauchen und die noch dazu sehr umweltbelastend sind. Und dann gibt es leider immer noch eine spezielle Art von Werbung, z. B. von einem Hersteller von Schaltelementen, der einen Lichtschalter auf dem nackten weiblichen Popo präsentiert. Und das ist noch eines der harmloseren Beispiele aus einer nicht gerade letztklassig angelegten Zeitschrift wie „Schöner Wohnen“.
Es geht aber auch anders: So ist es möglich, dass Produkte, die wir wirklich brauchen, auf eine witzige Art beworben werden. Und diese Werbung stammt auch noch von einem wirklich Großen der Werbebranche.
„Read it before Hollywood does“ heißt die Kampagne der international tätigen Werbeagentur Leo Burnett für die tschechischen Bibliotheken. Darin posiert z. B. ein älterer Herr mit zwei Baywatch-Nixen, um zu zeigen, was möglich wäre, wenn Hollywood „Der alte Mann und das Meer“ von Ernest Hemingway heutzutage verfilmen würde. Und das ist gar kein Scherz: Ich kenne einen Mitbürger, der nach einem Besuch in Los Angeles sehr enttäuscht war, dass die Badenden gar nicht so ausschauen wie in der Serie „Baywatch“.
Die Kampagne „Read it before Hollywood does“ der Werbeagentur Leo Burnett ist witzig, sie ist intelligent, sie bewirbt ein wirklich gutes, dauerhaftes Produkt, das Buch, und sie gibt uns allen eine eindeutige Handlungsanweisung: Rasch in die Buchhandlung, rasch in die Bibliothek, anrufen bei den Verlagen, stöbern im Bücherregal der Schwester, des Bruders, der Nachbarin, des Nachbars, bestellen bei Amazon oder wo immer Sie wollen. Weil es sich tatsächlich empfiehlt: „Read it before Hollywood does.“
Schöne Ostern mit vielen Büchern wünscht Ihnen
Wolf Peterson
PS: Ich bedanke mich bei Frau Katrin Kester von Leo Burnett für die freundliche Genehmigung zur Wiedergabe der Sujets der Kampagne auf unserer Website. Auch das ist keine Selbstverständlichkeit!
„Read it before Hollywood does“ in: „The Annual of Annuals“ 2005 des ADC*E, Seite 85 f.; alle Rechte bei Leo Burnett, 2005.
Präsentation der neuen Dissertationen der Universität für Bodenkultur Wien
Am 8. März 2010 fand die Präsentation der beiden Neuerscheinungen in der Reihe der Dissertationen der Universität für Bodenkultur Wien statt. Weiterlesen zur Präsentation und Bilder
Zum Neuen Jahr 2010 die Bitte an uns alle und vor allem an die Politikerinnen und Politiker unter uns: „Bitte, Leute, seid menschlich!“
Fast möchte man meinen, dass es immer dieselben Verdächtigen sind, die einem die stillste Zeit des Jahres vermasseln. Entweder kommen die schlechten Nachrichten aus dem Nahen Osten oder aus China, wo ein offenbar geisteskranker Vater dreier Kinder hingerichtet wird, oder aus dem Iran, wo die herrschende Staatsgewalt sich am liebsten ein neues Volk suchen möchte, oder aus dem Irak, wo die Angehörigen von Bombenopfern inzwischen hoffen, dass diese ihre Verletzungen nicht überstehen, weil die medizinische Versorgung ruinös teuer ist ... oder gar nicht zu erhalten ist und und und.
Aber auch die Nachrichten aus dem eigenen Land sind manchmal nur trist. Da wird mit politischen Flüchtlingen, von Gewalt und Terror aus ihrer Heimat vertriebenen Immigranten und solchen, die es noch gar nicht sind, politisches Kleingeld gemacht, da werden Banken gesponsert, die mit der Realwirtschaft rein gar nichts zu tun haben, und den Börsen geht es überhaupt wieder am besten von allen.
„It‘s been a bad day, please don‘t take a picture“, meinten bereits vor einigen Jahren R.E.M. Dass es aber trotzdem wichtig ist, Bilder zu machen, wirklich gute Bilder, zeigt der polnischstämmige Fotograf Jan Prerovsky mit seiner Bilderserie über obdachlose Menschen in Prag. In der Internet-Zeitschrift Encore finden Sie unter dem Titel „Ahoj Pavel“ in der Ausgabe „Best of Encore 2004-2008“ seine Bilder mit persönlichen Nachrichten der abgebildeten Menschen.
Der eine schreibt, wo er am liebsten seinen Wein trinkt, eine andere, dass sie gerne wieder eine Wohnung hätte, und schließlich der an uns gerichtete Rat: „Bitte, Leute, seid menschlich!“
Der Link zu Jan Prerovsky ist: http://janprerovsky.com/references/attachment/redhot_homeless2/
Dort sehen Sie die Bilder relativ klein und den Text nur in der Originalsprache. Der Link zur deutschen Version ist etwas schwieriger. Sie gehen auf die Seite der Internetzeitschrift Encore
http://www.magwerk.com/mag.php?magazine=encore&language=de
und klicken dann etwa dreißigmal auf den rechten unteren Seitenrand, so als ob Sie eine Seite umblättern würden.
Aber was ist schon ein verzweigter Link angesichts des schwierigen Lebens der Obdachlosen, auch bei uns, der Hungernden im Sudan, der Kranken in Bangladesh, der … denken Sie sich bitte selbst die Namen und die Orte dazu. Und bitte: Seien Sie 2010 menschlich! Ich werde es auch versuchen.
In diesem Sinne alles Gute fürs Neue Jahr und „Lasst viele gute Bücher mit uns sein!“
Rezensionen zu Hanna Behrends Buch "Die Überleberin"
"Die aus einer Wiener Familie stammende ostdeutsche Literaturwissenschaftlerin Hanna Behrend legte eine überaus umfangreiche Autobiographie vor, die sie mit Auszügen aus Briefen und Tagebüchern vor allem aus der Zeit des Exils ergänzte. Sie setzt dabei keine besonderen zeitlichen Schwerpunkte, sondern beschreibt in gleichbleibendem Detailreichtum ihr Leben in Wien, im Exil, in der DDR und im wiedervereinigten Deutschland. "
Zwischenwelt, Nr. 314, Dezember 2009 Zu
den Rezensionen von Hanna Behrends Buch „Die Überleberin“
Geschenkstipp: Henrike Müller-Moll
[Verlag Liber Libri] DER Geschenktipp für alle, die noch kein Geschenk für Ihre Omi haben:
Das Buch von Henrike Müller-Moll. Zu finden auf Modepilot.de
Workshop „Wissenschaftliches Schreiben und die Arbeit mit Textprogrammen“
Workshop „Wissenschaftliches Schreiben und die Arbeit mit Textprogrammen“
Gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien veranstalteten wir einen Workshop zum Thema „Wissenschaftliches Schreiben und die Arbeit mit Textprogrammen“ am Freitag, den 11. Dezember 2009 von 9 bis 15 Uhr 30 in der Universitätsbibliothek der Universität für Bodenkultur Wien, Peter Jordan-Straße 82, A-1190 Wien.
Weitere Informationen finden Sie auf unserm Blog zum Thema: http://www.guthmann-peterson.de/wissenschaftlich-schreiben/
Tipps zum Klimaschutz

So grau wie auf diesem Bild war heute morgen, den 7.12.2009 der Himmel über unserem Büro. Und so trüb sollen auch die nächsten Tage werden. Für die heute beginnende Klimakonferenz in Kopenhagen, zu der angeblich 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angereist sind, stehen die Aussichten ja auch nicht besonders gut. Was können wir also tun? Weiterlesen
Vorschläge zum Klimaschutz
Unsere Vorschläge zum Klimaschutz: Es gibt ja viele Vorschläge zum Klimaschutz. Wir haben zwei ganz konkrete an die Umwelt- und die Wirtschaftspolitik, weil Nur-Müll-Trennen zu wenig ist. Weiterlesen
"Ein Rabenaas wird 60" im Frauenmagazin Brikada und im WDR 3
[Verlag Liber Libri] „Süffig liest es sich und gute Laune macht es, das Buch 'Ein Rabenaas wird 60' von Henrike Müller-Moll" schreibt das Frauenmagazin Brikada am 3. November 2009. Und
am Freitag, den 4. Dezember 2009 war sie bei Ulrich Biermann im WDR 3 in Köln um 18.45 Uhr live zu Gast. Weiterlesen und das Gespräch anhören
Brunhild E. Blum "
Mythos im Historismus" erschienen
Soeben ist die Studie von Brunhild E. Blum "
Mythos im Historismus" zum Verständnis von Raum und Zeit bei Eduard Stucken erschienen. Weiterlesen
Lesung Ingo Anspach
[Verlag Liber Libri] "Der das Wort im Mund umdreht …" schreibt das Freisinger Tagblatt über die Lesung von Ingo Anspach. Der Pressesprecher des Münchner Flughafens hat seine absurd-dadaistisch-kuriosen Gedanken der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Weiterlesen
Gratulation Frau Müller-Moll!
[Verlag Liber Libri] Frau Müller-Moll darf sich glücklich schätzen. Nicht nur dass sie, und jetzt soll sie mir bitte nicht böse sein, Ihren 60. Geburtstag feiern. Nein, ab sofort sprechen auch die beiden Brüder Bill und Tom Kaulitz mit Ihnen: Wie ich der aktuellen Presse entnehme, wünschen sich die Hotel-Tokio-Zwillinge nichts sehnlicher zu Ihrem 20. Geburtstag als ein gemütliches Kaffeekränzchen mit Torte und Schlagobers und Menschen jenseits der 60. Weil: „Mit so alten Leuten kann man nämlich Gespräche führen, die ganz ab vom Schuss sind. Die machen sich ganz andere Gedanken.“
Hoffentlich haben Tokio-Hotel noch etwas Geduld, dann habe ich vielleicht auch noch Chancen auf einen Small-Talk.
Der Verleger

Tokio-Hotel möchte ihren 20. Geburtstag mit PensionistInnen feiern. "Kurier", 30. August 2009
Januar 2009
Präsentation
Carol J. Adams „Überleben unter Fleischessern“
Mit ungefähr achtzig BesucherInnen war die Präsentation des Buchs von Carol J. Adams, gelesen von Susanna Harringer, in der Wiener Buchhandlung Thalia W3 ein schöner Erfolg. Die liebenswürdige Veranstalterin musste sogar zusätzliche Stühle holen, um allen InteressentInnen einen Sitzplatz anzubieten.
In ihrer Lesung legte Susanna Harringer besonderes Augenmerk auf den Gedanken, dass es in der Kommunikation mit FleischesserInnen sehr günstig ist, sie als "verhinderte" VegetatierInnen zu betrachten. Damit sind VegetarierInnen und VeganerInnen nicht in die Verteidigung gedrängt, können viele Konflikte vermeiden und sind auch leichter in der Lage, zu zeigen, wie attraktiv die positive Lebenseinstellung Vegetarismus und Veganismus sein kann.
Besonders schön bei den Veranstaltungen in der Thalia W3 ist auch, dass immer wieder ZuhörerInnen kommen, die nicht zum engeren Kreis der am Thema Interessierten gehören, sondern die Ankündigung der Veranstaltung gesehen haben und daraufhin vorbeischauen. Gestern waren es, unter anderen, zwei ältere Damen, von denen wir schon dachten, sie hätten sich im Termin geirrt, die aber dann doch bis zum Schluss geblieben sind
Ein großes Dankeschön noch einmal an die Buchhandlung Thalia W3 und die engagierte Frau Prentner!

Frau Prentner von der Buchhandlung Thalia bei ihren einführenden Worten.

Zwei interessierte Zuhörerinnen bei der Präsentation des Buchs von Carol J. Adams. |

Susanna Harringer bei ihrem Vortrag über das Buch von Carol J. Adams "Überleben unter Fleischessern" in der Buchhandlung Thalia W3. |

Blick in das Publikum bei der Lesung von Susanna Harringer. |
Frohe Festtage 2008!
Allerorten und wohin man schaut: Krise, Kriege, Katastrophen. Nach Meinung der KommentatorInnen geht ein ganzes Zeitalter unter: das des Neoliberalismus. So schlimm wird es für die traditionelle Politik und die der klassischen Ökonomie folgenden Wirtschaft wahrscheinlich nicht kommen. Und für den Buchhandel und das Verlagswesen wird wohl genau das eintreten, was Klaus Wagenbach bereits vor Jahren in seinem Nachwort zu André Schiffrins Buch „Verlage ohne Verleger" über die Zukunft der Bücher und der Verlage geschrieben hat: Es wird wieder eine Zeit kommen, in der es darum geht, gute und ordentliche Bücher zu machen, die die Menschen interessieren, und nicht nur immer darauf zu schauen, ob die Gewinnvorgaben von PriceWaterhouseCoopers und wie sie alle heißen von den Verlagen erfüllt werden.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und allen, die gute Bücher lieben, frohe Festtage, einen guten Rutsch und ein schönes und erfolgreiches Neues Bücherjahr 2009!
Ihr Verlag Guthmann-Peterson
André Schiffrin, Verlage ohne Verleger. Über die Zukunft der Bücher,
3-8031-2387-9
http://www.wagenbach.de und dann „Schiffrin“ in die Suche eingeben.
November 2008
Lesungen von Hanna Behrend in Wien
Im November kam Hanna Behrend nach Wien und las an zwei Abenden aus ihrer Autobiografie "Die Überleberin". Beide Veranstaltungen waren gut besucht, und die Gäste hatten die Gelegenheit, die Autorin persönlich kennen zu lernen, ihr Fragen zu stellen und interessante Diskussionen zu führen. Es bietet sich gewiss nicht oft die Möglichkeit, eine derart umfassende, detailgetreue und trotzdem lebendige Biographie zu lesen und auch die bemerkenswerte Persönlichkeit zu treffen, die darin ihr bewegtes Leben und Überleben, die großen und kleinen politischen Entwicklungen und Ereignisse, die Strömungen der Zeit anschaulich schildert.

Hanna Behrend liest aus ihrer Biographie "Die Überleberin". |

Das interessierte Publikum bei der Lesung von Hanna Behrend im Republikanischen Club in Wien. |

Hanna Behrend und ihre Lektorin im Gespräch bei der Lesung in der Buchhandlung Thalia W3. |
Frankfurter Buchmesse 2008
Zum zwanzigsten Mal präsentierten wir auch dieses Jahr unsere aktuellen Neuerscheinungen auf der Frankfurter Buchmesse. Wir danken für Ihren Besuch und freuen uns
auf die nächsten gemeinsamen Aktivitäten
und Bücher.
Lesung Kathrin Primetzhofer
[Verlag Liber Libri] Am Mittwoch, den 13. Juni liest unsere Autorin Kathrin
Primetzhofer gemeinsam mit ihren SchriftstellerkollegInnen
Josef Peter Ortner und Edith Sommer im Rahmen einer
vom Österreichischen Schriftstellerverband veranstalteten
Lesung im Wiener Literaturhaus.
Mehr
zur Lesung
Mehr
zum Buch
Mit Margarita Fuchs
ist die erste Österreicherin im Finale des
MDR-Literaturwettbewerbs
[Edition Garamond] Wir freuen uns sehr, Ihnen zu berichten, dass
unsere Autorin Margarita Fuchs, an der Endrunde
des 12. MDR-Literaturwettbewerbs teilnehmen wird.
Ihr Beitrag „Roma" wurde unter die
sieben besten von mehr als 1.800 eingereichten
Arbeiten gewählt. Margarita Fuchs ist darüber
hinaus die erste Autorin österreichischer
Herkunft, die im MDR-Literaturwettbewerb liest.
Dieser Wettbewerb ist als „Sprungbrett
für junge AutorInnen" bekannt und im
letzten Jahr hat Thomas Pletzinger, damals Student
am Leipziger Literaturinstitut, gewonnen.
In der MDR-Literaturnacht am 7. Mai 2007 werden
die sieben FinalistInnen in Leipzig im Rahmen
einer Rundfunksendung im Haus des Buches ihre
Texte vorlesen,
und am selben Abend werden die drei Preisträgerinnen
des MDR-Literaturpreises von einer Fachjury gewählt.
Danach ist die traditionelle Lesereise durch Köthen,
Jena und Chemnitz geplant.
In ihrem Text „Roma“ geht es
Margarita
Fuchs um eine demenzkranke alte Frau, die von
ihrer Tochter zum Flughafen mitgenommen wird.
Dort unterhalten sich beide über einen gemeinsamen
Rom-Besuch, der nie stattgefunden hat. Die Jury
lobte vor allem die sprachlich dichte Darstellung
und den dabei gleichzeitig sehr lakonischen
Tonfall der Geschichte, der neben der aufkommenden
Beklemmung vor allem Berührung bei den ZuhörerInnen
auslöste.
Zusätzlich zu dem schönen Erfolg, zu
den ausgewählten knapp 4 Promille der EinsenderInnen
zu gehören, die an der Endrunde teilnehmen,
wird es eine aufregende Radionacht werden. Die
Literaturnacht beginnt um 19.30 h. In Österreich
empfiehlt sich der Empfang übers Internet:
http://www.mdr.de/mdr-figaro/frequenzen/140812.html#absatz5
Darüber hinaus freut uns sehr, dass wieder
eine österreichische Autorin bei einem deutschen
Literaturwettbewerb Anerkennung findet. Waren
es letztes Jahr Arno Geiger oder Franz Schuh,
die Preise gewonnen haben, ist es hier nun Margarita
Fuchs, die die österreichische Literatur
vertritt, eine Salzburger Autorin, die am Anfang
ihrer schriftstellerischen Karriere steht und
ihre drei Bücher in einem österreichischen,
einem Wiener Verlag, unserer Edition Garamond,
verlegt hat. Die Anerkennung österreichischer
AutorInnen bestätigt uns auch in unserer
täglichen Verlagsarbeit. Es sind nicht immer
die angeblich horrenden Vorschüsse oder
die mehr oder weniger realistischen Verkaufszahlen,
die über die Qualität der Bücher
und das literarische Können der AutorInnen
entscheiden. Es ist nicht zuletzt die kontinuierliche,
konstruktive und einfühlsame Zusammenarbeit
von AutorInnen und Verlag, die die literarische
Qualität und Tradition dieses Landes ständig
weiterentwickelt.
Unserer Autorin Margarita Fuchs wünschen
wir „toitoitoi, Hals- und Beinbruch!",
und wir halten Sie natürlich gerne auf dem
Laufenden!
Ihre Edition Garamond
Links
Die Details zum Literaturwettbewerb des
MDR sehen Sie unter http://www.mdr.de/mdr-figaro/literatur/3602876.html
Die Bücher von Margarita Fuchs:
Das
große Fest von Portobuffolé
Talentierte
Labyrinthe
Ich
träumte weiß
Margarita Fuchs erhält den Rauriser Förderungspreis
2008
[Edition Garamond] Mit großer Freude können wir bekannt geben, dass unsere Autorin
Margarita Fuchs den diesjährigen Rauriser Förderungspreis für
einen unveröffentlichten Prosatext, diesmal zum Thema „Fremd-Wort“
erhält.
Nach Ihrer Auszeichnung mit dem 3. Platz beim Publikumswettbewerb Publikumspreis
und dem zweiten Platz beim Literaturwettbewerb des Mitteldeutschen Rundfunks
ist dies eine weitere Bestätigung der literarischen Qualität ihres
vielfältigen schriftstellerischen Schaffens.
Wir freuen uns gemeinsam mit unserer Autorin über ihren Erfolg!
Die Lesung von Margarita Fuchs bei den 38. Rauriser Literaturtagen fand
am Donnerstag, den 27. März 2008 statt. mehr
Den Link zu den Rauriser Kulturtagen finden Sie hier.
Die Bücher von Margarita Fuchs:
Das
große Fest von Portobuffolé
Talentierte
Labyrinthe
Ich
träumte weiß
Margarita Fuchs beim Meraner Lyrikpreis
[Edition Garamond] Beim diesjährigen Meraner Lyrikpreis war Margarita Fuchs zwar nicht unter
den ausschließlich aus dem früheren Osten Deutschlands stammenden
Preisträgerinnen, aber – wie Anton Thuswaldner treffend in den Salzburger
Nachrichten schreibt – „sie trat an, die Ehre Österreichs
zu verteidigen, und machte ihre Sache gut“. Die Schweizer Lyrikerin und
Kritikerin Irma Rakusa, Mitglied der Jury, befand, dass Margarita Fuchs’ Gedichte
„einer ,Traumregie‘ unterstellt“ seien.
Wieweit dieser interessante Gedanke zutrifft, können Sie auch in den beiden schon bei uns erschienenen Gedichtbänden von Margarita Fuchs nachprüfen.
Den Link zum Meraner Lyrikpreis finden Sie hier.
Frankfurter Buchmesse 2007
„Mehr als das Geld hat das Blei in der
Welt verändert und mehr als das Blei in
der Flinte das im Setzkasten.“
Die Frankfurter Buchmesse stand zwar heuer nicht
im Zeichen dieses Zitats, sondern wird vom Themenschwerpunkt
der katalanischen Literatur bestimmt. Trotzdem
besitzt das Zitat, das Georg Christoph Lichtenberg
zugeschrieben wird, natürlich für jede
Buchmesse Gültigkeit. Und dies besonders angesichts
der zahlreichen nationalen und internationalen
Konflikte.
Einen, wenn auch bescheidenen Beitrag zu einem
der Problemfelder, dem Verhältnis von Christentum
und Islam, leisten wir mit der Studie von Stanislav
Korzeniowski. Dieses Buch und die anderen literarischen
und wissenschaftlichen Neuerscheinungen haben wir
so wie jedes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse
präsentiert.
Wir danken für Ihren Besuch und freuen uns
auf die nächsten gemeinsamen Aktivitäten
und Bücher.
Uwe Wittstock: Die
Büchersäufer
Ab und zu gibt es aus dem Buchhandel mehr als die üblichen
Jubelmeldungen zum nie zuvor erreichten Umsatz
im Weihnachtsgeschäft oder zu den exorbitanten
Verkaufszahlen des neuen Harry-Potter-Bandes. Meistens
stammen diese Informationen und Kommentare von
Menschen, die schon länger im Buchhandel und
Verlagswesen tätig sind und ihre Erfahrungen
entweder anderen mitteilen oder sich ein bisschen
Leid von der Seele schreiben möchten. Uwe
Wittstocks Essays „Die Büchersäufer" sind
eine Mischung aus beidem. Uwe Wittstock war viele
Jahre Lektor im S. Fischer-Verlag und schreibt
heute Kolumnen für „Die Welt".
In seinem im März diesen Jahres erschienenen
Buch schreibt er über die nach Literatur süchtigen
LeserInnen, die von der Literatur geistig und ökonomisch
abhängigen BuchhändlerInnen, über
bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten
des Verlagswesen und über Verlage, die trotz
oder auch wegen ihres spezialisierten literarischen
Programms für Furore sorgen. Ein Thema, über
das wir uns selbst immer wieder Gedanken machen,
hat auch ihn beschäftigt: Können deutsche
SchriftstellerInnen gute Kriminalromane schreiben?
Aufgrund unserer Verlagserfahrung kommen wir zu ähnlichen
Einschätzungen wie er und halten uns z. B.
bei der Veröffentlichung von Kriminalgeschichten
ausgesprochen zurück. Außerdem beschäftigt
er sich analytisch mit der räumlichen Verortung
von Literatur. Wer kommt denn heute schon ohne
eine Billy-Regal aus?
Wirklich ernst wird es Uwe Wittstock bei der zunehmenden
Verlagskonzentration und dem Aufkommen dominanter
Buchhandelsketten wie Thalia oder Hugendubel. Auch
wenn wir weit von US-amerikanischen Verhältnissen
entfernt sind, wo Barnes & Nobles und die Buchhandelskette
Borders mit 50 Prozent den Markt beherrschen, kommen
wir als Verlag an den zentralen Einkaufsstellen
der Buchhandelsketten und den Barsortimenten nicht
vorbei. Und Sie werden als LeserInnen in den meisten
Buchhandlungen nur mehr jene Bücher zu sehen
bekommen, die von den ZentraleinkäuferInnen
als gewinnbringend eingeschätzt werden. Das
sind dann die so genannten „Schnell-Dreher",
die marktgängige oder gehypte Literatur. Alles
andere, vor allem die Bücher aus kleineren
Verlagen mit literarischem Anspruch, scheint in
diesem Sortiment nicht mehr auf und kann allenfalls
bestellt werden. Das führt schlussendlich
zur Ausdünnung des Programms, nicht nur bei
der Literatur, sondern auch beim wissenschaftlichen
Angebot. Gerade deshalb wäre es wichtig, dass
wir uns als AutorInnen, BuchhändlerInnen,
VerlegerInnen und LeserInnen gemeinsam um unverwechselbare,
eigenständige Bücher und Programme bemühen,
damit auch anspruchsvolle Literatur einen Weg auf
den Markt und damit zu ihren LeserInnen findet.
Wobei jedoch gesagt werden muss: Anspruchsvoll
schließt unterhaltsam nicht unbedingt aus,
und wissenschaftlich muss nicht unleserlich bedeuten.
Und dafür haben wir – als seriöser
Verlag – auch unser Teil beizutragen und
tun das auch gerne in der Zukunft. Weil Büchermachen
für uns Beruf und Berufung zugleich ist.
Angaben zum Buch:
Die Büchersäufer
Streifzüge durch den Literaturbetrieb
Verlag: zu Klampen
ISBN: 978-3-86674-005-1
Einband: Gebunden
Preisinfo:16,00 Eur[D] / 16,50 Eur[A] / 31,20 sFr
Seiten/Umfang: 173 S. - 19 x 12 cm
Erschienen: 1. Aufl. 03.2007
Gewicht: 210 g
Zum 20. Todestag von Andy Warhol
Museum Frieder Burda (Baden-Baden)
Warhol, Rauschberg, Lichtenstein, Twombly, Kiefer
Die Sammlung von Erich Marx in Baden-Baden
25. Mai bis 7. Oktober 2007
Seit mehr als zehn Jahren ist die
renommierte Sammlung von Erich Marx wieder zu
sehen. Die Ausstellung wird sich vor allem auf
den amerikanischen
Künstler Andy Warhol konzentrieren und zahlreiche
seiner Gemälde und Zeichnungen zeigen. Auf
die Aktualität des Werks
von Andy Warhol und seinen Begriff der Massenmedien
und die Rolle der Menschen in diesen geht Anukis
Aichholzer in ihrem Buch „I believe media
is art" ein. 2007, am 20ten Todestag Warhols,
hat das Thema Massenmedien nichts an Bedeutung
verloren, und begleitet uns mehr denn je durch
unser Leben.
Das Bild verdrängt das Wort?
Im Fernsehen ist es größtenteils schon
soweit – das Wort wird vom Bild dominiert,
man könnte sogar sagen verdrängt. Speziell
bei den privaten Sendern nimmt der Trend zu immer „unpolitischeren" Sendungen
zu, leider auch mehr und mehr bei den Nachrichten
in den öffentlich-rechtlichen Funk- und Fernsehanstalten.
Immer weiter treten die Bilder, die den ZuseherInnen übermittelt
werden, gegenüber dem Text der NachrichtensprecherInnen
in den Vordergrund.
Außerdem stellte Prof. Dr. Georg Ruhrmann
von der Universität Jena in einer zwölf
Jahre lang durchgeführten Langzeitanalyse
von Fernsehnachrichten einen klaren Anstieg von
unpolitischen Themen in den Fernsehnachrichten
fest. Auch in den Zeitungen und Zeitschriften und
am Buchmarkt nehmen die „schönen, bunten
Bilder" überhand.
In Büchern aber gilt das bekannte Motto „Ein
Bild sagt mehr als 1000 Worte" nur sehr bedingt.
Sicherlich lässt sich auf Bilder nicht immer
verzichten, es kommt eben auf die richtige Mischung
an. Der Text wird nach wie vor im Vordergrund stehen,
weil durch Worte komplexe Zusammenhänge besser
erklärt und interpretiert werden können.
Bilder bieten einen größeren Interpretationsspielraum.
Auch in ihrer erklärenden Funktion sollen
Abbildungen und Tabellen in wissenschaftlichen
Arbeiten den Text nur ergänzen oder zusammenfassen,
aber nicht dominieren.
Erfreulich und informativ für die LeserInnen
ist es auch, wenn Bilder und Texte in einem engen
inhaltlichen Zusammenhang stehen und nicht der
dekorative Charakter die Oberhand gewinnt. Das
harmonische Verhältnis von Text und Bild,
sinnvolle Information und LeserInnenfreundlichkeit
sind das Anliegen unseres verantwortungsvollen
Lektorats bei der Veröffentlichung wissenschaftlicher
Werke als Monographie.
Tipp: Kunstmuseum Liechtenstein
Ausstellung: „Auszeit, Kunst und Nachhaltigkeit"
25. Mai bis 2. September 2007
In den letzten Jahrzehnten gewinnt
der Begriff der Nachhaltigkeit eine immer bedeutendere
Rolle in unserem alltäglichen Leben. In der
aktuellen Ausstellung des Kunstmuseums Liechtenstein
wird die Verarbeitung der Nachhaltigkeit in der Kunst
dargestellt, wobei die Beziehung der Menschen zu
Natur und Ökologie, sowie die Beschleunigung
unseres Alltags in den letzten 40 Jahre im Vordergrund
stehen. Da der Verlag Guthmann-Peterson bei seinen
Publikationen auf die ökologischen Aspekte achtet
und immer ein Auge auf die Natur hat, möchten
wir Sie auf diese spannende Auseinandersetzung mit
dieser interessanten Thematik hinweisen.
Tatort Buchhandlung? – Welttag des Buches
2007
Alljährlich zum „Welttag des Buches" gibt
der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels
ein Geschenkbuch für die Kundinnen und Kunden
des Buchhandels heraus. Dieses Jahr war es ein
Geschichtenbuch mit dem Namen „Tatort Buchhandel".
Die Buchhandlung als Tatort zu sehen, ist ein interessanter
Aspekt. Aber was ist darunter zu verstehen?
Dr. Evelyne Polt-Heinzl, die Herausgeberin des
Buches meint in ihrem Vorwort: „(...) außerdem
sind Buchkäufer Wiederholungstäter mit
latenten Suchtproblemen, denn das Buch fällt
in die Kategorie Genussmittel." Mit anderen
Worten: BuchkäuferInnen kommen immer wieder,
um sich ihren Nachschub an Büchern zu holen,
aber auch um gute Gespräche zu führen
und sich fachspezifische Informationen von ihren
BuchhändlerInnen zu holen, und um sich auf
Spurensuche zu begeben. Die Buchhandlung wird zum
(Tat-)Ort für AutoInnenrenlesungen, Zusammentreffen
Gleichgesinnter, guter Gespräche und zum Ausgangspunkt
der persönlichen Literatursuche.
In diesem Buch finden sich Texte rund um den „Tatort" Buchhandlung
wieder, von bekannten Größen wie Alfred
Polgar, Kurt Tucholsky, Erich Kästner und
Joseph Roth – um nur einige zu nennen.
Wir freuen uns, dass dabei auch Wolfgang Iser,
einer der ersten Autoren unseres Verlags, mit dem
Beitrag „Bücher verörtern" vertreten
ist. Besonders auch deshalb, weil sein Buch „Campari
Orange", aus welchem der Textauszug stammt,
bereits 1988 bei uns erschienen ist, aber – wie
es scheint – nach wie vor in Erinnerung geblieben
ist. Und laut Dr. Evelyne Polt-Heinzl zu den ungeahnten
Bücherschätzen, die regelmäßig
gehoben werden wollen, zählt.
Und für alle die es noch nicht wissen und
möglicherweise in der Geschwindigkeit die
Jahreszahl überlesen haben: 1988, ja Sie haben
richtig gelesen. Wie alle unsere Bücher halten
wir auch Wolfgang Isers „Campari Orange" so
lange lieferbar wie möglich. Wenn Sie also
auf den Geschmack gekommen sind, können Sie
sein Buch gerne bei uns bestellen.
Mehr
zum Buch von Wolfgang Iser, Campari Orange
Hauptverband
des österreichischen Buchhandels: „tatort
Buchandlung". Ein Geschichtenbuch, Hg. von
Dr. Evelyne Polt-Heinzl, Wien, 2007
Was wir uns alle für 2007 wünschen …
Allen unseren Autorinnen und Autoren, Leserinnen und
Lesern, unseren Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern
und Kolleginnen und Kollegen aus dem Buchhandel wünschen
wir alles Gute im Neuen Jahr!
… und was wir uns und Ihnen wünschen ist:
„Mehr Platz für wichtige Bücher!“
Weihnachten 2006:
Was wir uns alle wünschen
Weihnachten wird trotz der milden Witterung, einer
Auswirkung der globalen Klimaerwärmung, und
der anstrengenden Tage im vorweihnachtlichen Stress
auch dieses Jahr wieder kommen. Zumindest das Datum
24. Dezember.
Die Seiten der Wirtschaftsblätter und die
offiziellen Standesvertretungen sind schon jetzt
voller Erwartung. Ein Umsatzplus von über
drei Prozent wird erhofft, und die „Wiener
Wirtschaft" schreibt in ihrer aktuellen Ausgabe,
Nr. 48 vom 1.12.2006, dass der Buchhandel zu Weihnachten über
100 % mehr absetzt und damit an dritter Stelle
nach dem Spielwarenhandel und dem Uhren- und Schmuckhandel
liegt. Diesbezüglich ist allerdings ein wenig
Skepsis angebracht, weil bereits im letzten Jahr
von einem erheblichen Umsatzzuwachs im Buchhandel
die Rede war. In Summe mag das zwar zugetroffen
haben, aber es ist nicht ganz unerheblich, wer
nun wieviel Umsatz gemacht hat. Große Buchhandlungen
und die Filialen von Buchhandelsketten, vor allem
in den Einkaufszentren am Stadtrand, punkten, während
der mittlere und der spezialisierte Einzelhändler
um die Ecke auf der Strecke bleibt. Oder wie eine
Kollegin es bedrückt formuliert hat: Es ist
eigentlich wurscht, was man in der SCS hinstellt,
dort verkauft sich alles.
Die Schwierigkeit, ein gut sortiertes Programm
anzubieten, hat seit der diesjährigen Frankfurter
Buchmesse eine neue Ebene erreicht: In Deutschland
gründeten die Buchhandelsriesen Weltbild,
seines Zeichen größtes deutsches katholisches
Medienhaus, und Hugendubel miteinander die DBH
Buchhandels GmbH, eine eigene Einkaufsgesellschaft,
und kauften sich auch gleich die beiden Barsortimente
Habel und Weiland. Damit haben sie die größte
und mächtigste Einkaufsgemeinschaft in Deutschland
gegründet und verweisen Thalia auf den dritten
Platz. Die Entwicklung einer eigenen Logistik,
die Konzentration auf das Marktgängige, der
Verkauf immer zahlreicherer Exemplare aus einer
immer kleineren Gruppe von Titeln und der Druck
zur Aufhebung des branchenüblichen Rabattsystems
sind die unvermeidlichen Folgen. Der Vertrieb anspruchsvoller
Literatur wird also noch schwieriger, der Absatz
wissenschaftlicher Bücher wird in noch weniger
Buchhandlungen möglich sein.
Auch die „Wiener Wirtschaft" sieht
das so, naturgemäß allerdings weniger
besorgt als unsereineR: „Der Buchhandel setzt
primär Kochbücher ab – sie werden
immer größer, schöner und aufwändiger.
Asiatische und Crossover-Küche sind heuer
besonders angesagt." (ebenda)
Was wünschen wir uns also zu Weihnachten?
Mehr Platz für wichtige Bücher! Und wir
stehen mit diesem Wunsch glücklicherweise
nicht allein da.
Der gute Zuspruch auf unser weitgespanntes wissenschaftliches
und unser anspruchsvolles literarisches Programm,
die Resonanz auf unser Konzept, nicht viele und
dafür gute Bücher zu machen, die positiven
reaktionen auf die persönliche Zusammenarbeit
mit unseren AutorInnen, den BuchhändlerInnen
und Ihnen, den LeserInnen, bestärkt uns darin,
auch 2007 weiterzuarbeiten und unseren Platz in
der deutschsprachigen Verlagslandschaft zu festigen.
Der Wunsch nach „Mehr Platz für wichtige
Bücher" ist auch der engagierten Literaturkritik
ein Anliegen, wie das nachfolgende Gespräch
mit Sigrid Löffler in den „Salzburger
Nachrichten" vom 25. November 2005 zeigt.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen frohe
Festtage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
Mehr Platz für wichtige Bücher
Die renommierte Kulturkritikerin Sigrid Löffler
machte sich im SN-Gespräch Gedanken über
den Buchmarkt und den Stellenwert der Kritik.
Hedwig Kainberger
Wien (SN). Sigrid Löffler, 1942 in Aussig
an der Elbe geboren und in Wien aufgewachsen, ist
als Publizistin, Kulturkorrespondentin und Literaturkritikerin
eine der populärsten Säulenheiligen ihrer
Zunft. Anlässlich der Buchwoche führte
sie mit den SN ein Gespräch.
SN: Sie beobachten seit vielen Jahren den Buchmarkt
und die Literaturkritik. Was ist heute anders als
vor zehn, 15 Jahren?
Löffler: Der Buchmarkt unterliegt einem dramatischen
Strukturwandel. Er hat sich homogenisiert, der
Verlage (darunter immer mehr transnationale Medien-Konglomerate à la
Bertelsmann/Randomhouse) uniformisieren ihre Programme
und suchen nur noch nach global vermarktbaren Mainstream-Büchern,
nach gedruckten „Hamburgern".
Das Leseverhalten hat sich gewandelt – weg
vom Durchleser, hin zum Überflieger, zum Häppchen-Leser,
zum Bücher-Zapper. Immer mehr Menschen lesen
so, wie sie fernsehen – sie zappen sich durch
die Bücher wie durch die TV-Programme. Damit
einher geht auch ein veränderter Stellenwert
der Literaturkritik: Der Großteil des Buchmarkt-Geschehens
spielt sich heute ohne Mitwirkung der Literaturkritik
ab. Literaturagenten sind die neuen mächtigen
Einfluss-Figuren im Hintergrund.
Die Wirksamkeit der Kritik ist auf zwei Kernbereiche
eingeschränkt – auf die Belletristik
im engeren und strengeren Sinn sowie auf das Qualitätssachbuch.
In den Kernbereichen sind Renommee und Urteilsmacht
der Kritik noch intakt.
SN: Die Verlage sind offenbar unter finanziellem
Druck. Warum werden trotzdem so viele Bücher
auf den Markt gebracht?
Löffler: Der Buchmarkt steckt in einer Überproduktionskrise,
aus der schwer herauszukommen ist. Weniger Bücher,
aber notwendigere – das wäre wünschenswert,
scheint aber momentan nicht realisierbar. Der Verdrängungswettbewerb
ist krass, die Marktbeschleunigung nimmt rasend
zu. Gerade weil der Buchmarkt unübersehbar
geworden ist, braucht es eine kompetente Literaturkritik,
die den Markt auf glaubwürdige Weise vorsortiert
und dem Leser bei der Orientierung hilft.
SN: Begriffe wie „Event", „Hype" oder „Star" sind
vom Pop in klassische Bereiche wie Theater, Oper
oder Bildende Kunst vorgedrungen. Gilt das auch
für die Literatur?
Löffler: Neuerscheinungen werden heute von
den Verlagen als „Events" inszeniert,
obwohl sich Bücher dafür herzlich schlecht
eignen. Bücher sind ja ihrem Wesen nach keine
Eintagsfliegen, keine Massenpublikumsveranstaltungen
wie Popkonzerte oder Filmpremieren. Bücher
sind intime Begegnungen mit einzelnen Lesern.
Bücher brauchen Zeit, um ihre Wirksamkeit
in den Köpfen zu entfalten und um sich herumzusprechen.
Trotzdem werden Autoren wie Popstars durch die
Medien gejagt, wie etwa Bastian Sick, der Sprachpfleger,
und Bücher werden als Skandale designt, wie
gerade diese fiese O.-J.-Simpson-Spekulation in
den USA. Ob der Hype dieses Herbstes um den französischen
Nazi-Massenmörder-Roman von Jonathan Littell
sich auch auf den deutschsprachigen Buchmarkt fortsetzen
wird, wird man sehen. Ich bezweifle es.
SN: Trotzt die Literaturkritik diesen Wandlungen?
Oder sind auch in der Kritik Änderungen zu
beobachten?
Löffler: Marketing-Journalismus und Service-Journalismus
drohen die unabhängige Kritik zu unterwandern.
Es besteht die Gefahr, dass sich die Kritik instrumentalisieren
lässt, als verlängerter Arm der Marketing-Abteilungen
der Verlage. Etwa, indem sie nur noch jene Bücher
wahrnimmt, um die der meiste Reklamerummel gemacht
wird, und nur noch Titel propagiert, die durch
Autoren-Prominenz, Auflagenhöhe und Werbeaufwand
ohnehin schon besondere Aufmerksamkeit auf sich
ziehen.
Die Literaturkritiker müssen aufpassen, dass
sie nicht durch kollektives Marktgeschrei und dauernden
unkritischen Zustimmungsjubel ihre Glaubwürdigkeit
beim Publikum verlieren.
SN: Was zeichnet gute Kritik aus?
Löffler: Kritik soll Lust auf Literatur,
auf Bücher machen und immer auch eine Leseanleitung
sein. Sie soll plausibel und nachvollziehbar sein,
möglichst brillant geschrieben, sie sollte
die Kriterien und Kategorien ihrer Beurteilung
immer auch mitliefern und so die Urteilskraft des
Lesers aktivieren. Das kritische Urteil soll streitbar
und begründet sein. Je besser begründet,
desto glaubwürdiger.
Vor allem sollte Literaturkritik einen Gegenkanon
aufstellen und als Markt-Korrektiv wirken, indem
sie auch Unbekannte aus kleinen Verlagen und Newcomer
präsentiert und vorzugsweise Bücher propagiert,
die keine Massenbasis haben. Und vom Druck des
Marktes sollte sich der Kritiker schon gar nicht
beeindrucken lassen. Kein Werbeaufwand macht Bücher
besser, als sie sind.
SN: Welche Aufgaben hätten Ihrer Meinung
nach Medien, insbesondere Tageszeitungen, im Umgang
mit Literatur? Wird diese einigermaßen erfüllt?
Welche Medien sind Ihrer Meinung nach vorbildlich?
Löffler: Bücher mögen ihre Funktion
als Leitmedium an die digitalen Medien verloren
haben, aber immer noch wird in der Verkehrsform „Buch" die
gesamte intellektuelle und künstlerische Innovation
der Welt transportiert. Neue Ideen werden nur durch
Bücher initiiert und verbreiten sich nur via
Buch, nicht via Fernsehen oder Internet.
Tageszeitungen sollten dieser Tatsache besser Rechnung
tragen, als sie es derzeit tun. Sie hätten
die Aufgabe, Podium zu sein für das Herausfiltern
und Herstellen einer öffentlichen Meinung
darüber, was von den durch Bücher transportierten
neuen Ideen wert ist, aufgenommen und erörtert
zu werden. Mehr Platz für wichtige Bücher
und Debatten, so müsste die Parole lauten.
SN: Gibt es Ihrer Meinung nach genug gute neue
Bücher?
Löffler: Es gibt mehr gute, anregende, kluge
und glänzende Bücher, als man glauben
möchte. Und für die unterhaltsame Welterkenntnis
sind sie unabdingbar und jederzeit zu Diensten.
SN: Was sind Neuerscheinungen, die Sie empfehlen?
Löffler: In diesem Herbst hatte ich besondere
Freude an Orhan Pamuks höchst ambivalenter
Liebeserklärung an seine Heimatstadt auf der
Kippe zwischen Ost und West: „Istanbul. Erinnerungen
an eine Stadt" sowie an Joan Didions Hohelied
der Liebe zu ihrem verstorbenen Mann: „Das
Jahr magischen Denkens". Und Gary Shteyngarts
russisch-amerikanischer Schelmenroman „Absurdistan" (leider
mit dem blöden deutschen Titel „Snack
Daddys abenteuerliche Reise") ist unvergleichlich
witziger und politisch intelligenter als der hirnlos
gehypte Film „Borat".
Das Gespräch erschien in den „Salzburger Nachrichten“,
25. November 2006. Das Gespräch führte
Hedwig Kainberger.
Dezember 2006
Präsentation von Margarita Fuchs
[Edition Garamond] Margarita Fuchs präsentierte am 16. November
2006 ihr neues Buch „Ich träumte weiß“ mit
Gedichten und Kurzgeschichten im Salzburger Künstlerverein.
Dazu und zum Buch von Margarita Fuchs schrieb
Anton Thuswaldner unter dem Titel „Bücher
lesen und anschauen“ in den „Salzburger
Nachrichten“:
Eine Lyrikerin aus Salzburg! Margarita Fuchs
gehört nicht zu den schrillen Stimmen im
Land. Sie bewahrt sich die Aufmerksamkeit für
die kleinen, auch unscheinbaren Dinge, die sofort
an Bedeutung gewinnen, wenn man ihnen verstärkt
ihre Aufmerksamkeit schenkt. Die Gedichte des
Bandes „Ich träumte weiß" (Edition
Garamond) sind ihrer unmittelbaren Wahrnehmung
abgerungen. Die Autorin verfügt über
den Blick, der es vermag, hinter dem, was wir
für normal zu nehmen bereit sind, das Abgründige,
Skurrile, Fragwürdige auszunehmen.
Salzburger Nachrichten, „Bücher
lesen und anschauen“ von Anton Thuswaldner,
16. Dezember 2006
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zum Buch
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zur Lesung
Juni 2006
Lesung Bruni Blum aus ihrem in der zweiten Auflage
erschienenen Gedichtband „In die Einsamkeit
gefragt“
[Edition Garamond] Bruni Blum las aus ihrem Gedichtband anlässlich
der Präsentation des neuen Hefts der „Mnemosyne.
Zeitschrift für jüdische Kultur" am
1. Juni 2006 um 19.30 Uhr im Jüdischen Museum
Wien.
Jüdisches Museum der Stadt Wien
Dorotheergasse 11
A-1010 Wien
1010 Wien
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Präsentation von „bokuINSIDE II“
November 2006
Die Präsentation von „bokuINSIDE II“,
der nachhaltigen Ergebnisse der Responsible University
der BOKU-Forschungsstimulierung II
fand am Mittwoch, den 22. November 2006
von 14.00 bis 18.00 Uhr auf der
Universität für Bodenkultur Wien
Gregor Mendel-Strasse 33
A-1180 Vienna, Austria
im Festsaal statt.
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Buchmesse Frankfurt 2006
Auch dieses Jahr waren wir wieder auf der Buchmesse
in Frankfurt und präsentieren vom 4. bis zum 8.
Oktober 2006 unsere aktuellen Neuerscheinungen.
Wir konnten zahlreiche und interessante Gespräche
führen und neue spannende Projekte auf den Weg
bringen.
Oktober 2006
Lesung
und Präsentation von Margarita
Fuchs und Gerlinde Weinmüller
im Literaturhaus Salzburg
[Edition Garamond] Am Donnerstag, den 5. Oktober 2006 lasen unsere
beiden Autorinnen Margarita Fuchs und Gerlinde
Weinmüller im Rahmen von „Bücherherbst:
Neue Bücher – Neue Texte“ aus
ihren neuen Gedichtbänden im Literaturhaus
Salzburg.
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zum Buch von Margarita Fuchs
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zum Buch von Gerlinde Weinmüller
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zur Lesung
Juli 2006
Präsentation Margarita Fuchs
[Edition Garamond] Margarita Fuchs las Lyrik und Prosa im Rahmen
der
Ausstellung „Frauenzimmer-Update“ – 7 Blicke auf die Frau
von heute.
Veranstaltet von der Künstlergruppe “Die Burg“, am
Donnerstag, den 13. Juli 2006, 20.00 Uhr im
Liebenweinturm, Burg 18, D-84489 Burghausen
 |
Parkett der Farben – Lyrischer
Abend der Edition Garamond
Die Edition Garamond bemüht
sich seit Jahren als kleine und unabhängige
literarische Edition um Lyrik.
Bericht vom „Parkett
der Farben“ am 28. April 2006
Am 28. April 2006 veranstaltete die
Edition Garamond im Polycollege Stöbergasse
ihr „Parkett der Farben“.
Im traditionsreichen Rahmen der Stöbergasse,
unseres Wissens die längstens aktive
Volkshochschule in Wien, lasen drei Autorinnen
aus ihren lyrischen Arbeiten. Der schöne „Große
Saal“ – viele WienerInnen
werden sich noch an die bewegenden Kinoabende
bis in die neunziger Jahre dort erinnern – bot
einen atmosphärisch dichten Rahmen
für den weitgespannten Raum der
Gedanken, Bilder und Farben, die sich
dem interessierten Publikum boten. Gerlinde
Weinmüller las aus ihrem
druckfrischen Gedichtband „Verfallen“,
Bruni Blum aus ihrem dieser Tage in zweiter
Auflage erschienenen Band „In die
Einsamkeit gefragt“ und Margarita
Fuchs führte uns durch ihr jüngstes
Buch „Talentierten Labyrinthe“.
Anschließend nutzten mehrere Gäste bei unserem kleinen Buffet
die Möglichkeit, mit den Autorinnen über die eben gehörten
Gedichte zu sprechen. Daneben tauchte beim Plaudern die spannende Frage
auf: „Seit wann gibt es im Deutschen die Groß- und Kleinschreibung?“ Inzwischen
kann ich sie beantworten: Die Groß- und Kleinschreibung hat sich
in den drei Jahrhunderten nach Gutenberg durchgesetzt und wurde um etwa
1800 in den großen Wörterbuchvorhaben wie von Adelung vereinheitlicht.
Wir freuen uns sehr, mit dem „Parkett der Farben“ das Interesse
nicht weniger Gäste geweckt zu haben, und sehen darin ein Zeichen,
dass Lyrik auf gar keinen Fall unterschätzt werden sollte. Als besonders
ermutigend empfinden wir die Feststellung von Bruni Blum, einer unserer
Lyrikerinnen, die uns einige Tage später erreicht hat:
„ Bei der Lesung habe ich mich gut aufgehoben gefühlt und viel Sympathie
und Verständnis verspürt. Vielen Dank für die Chance zu lesen!“
Und weil auch an dieser Stelle die Lyrik selbst zu Wort kommen soll, das
Lieblingsgedicht von Bruni Blum des Verlegers.
Gestehe
Gestehe, dass du müde bist
von deiner langen Reise
über sonndurchglühte Wüstenberge
komm, und komm ganz leise.
Lass deine Schritte zu mir finden
und schenke mir Vertrauen,
versuch nicht zu ergründen,
was jenseits liegt von weiten Auen.
Die Spuren deiner Wanderschaft
sind längst verweht.
Erkenne, dass du hilflos bist.
was hattest du ersehnt?
Wir freuen uns schon auf das nächste
Parkett!
Ihre Edition Garamond |
April 2006
Präsentation und Lesung Gerlinde Weinmüller
[Edition Garamond] Gerlinde Weinmüller präsentierte am
Freitag, den 21. April 2006 um 20 Uhr ihr nunmehr
drittes Buch, den Gedichtband "Verfallen", der
so wie die vorhergegangenen Bücher auch in unserer
Edition Garamond
erschienen ist.
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Zwei Lesungen am
8. März 2006 von Margarita Fuchs
[Edition Garamond] Gleich zwei Lesungen absolviert unsere Autorin
Margarita Fuchs am 8. März 2006 in Salzburg:
15.00
Lesung in der Buchhandlung Thalia
Thalia Buch & Medien GmbH
Europastraße 1
5020 Wien
17 Uhr
Lesung beim Frauentag im Europark
Frauentag im Europark
Oval im Europark
Dezember
2005
Christian Weingartner
in der Alten Schmiede, Wien
[Edition Garamond] Christian Weingartner liest in der Reihe „Textvorstellungen“ aus „Vom
Fallen des Schnees im August“ im Literarischen
Quartier Alte Schmiede gemeinsam mit Traude Korosa,
Axel Karner und Reinhold Aumaier
Dienstag, 20.12.2005, 19 Uhr
Literarische Quartier Alte Schmiede
Schönlaterngasse 9
1010 Wien
November 2005
Lesung Eva
Bauer: Die Jahrhundertreise
[Verlag Liber Libri] Mit besondere Freude dürfen wir darüber
informieren, dass unsere Autorin Eva Bauer aus ihrem
Buch „Die Jahrhundertreise“ in ihrem ehemaligen
Gymnasium lesen wird.
Eva Bauer
Die Jahrhundertreise
Roman
Lesung
Freitag, den 18. November 2005, 12 bis 13 Uhr
Festsaal
Wiedner Gymnasium
Wiedner Gürtel 68
1040 Wien
Gäste sind willkommen. Um Voranmeldung an den Verlag wird gebeten.
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zum Buch
Stoßen wir an auf „Proust"!
November 2005
Manchmal hat man während der Buchmesse und
auch danach das Gefühl, dass viele Verleger
Bücher eigentlich gar nicht lieben. Viele
Verlage probieren es mit einer mehr als weniger
witzigen Marketingidee, und manche Verlagsprogramme
sind deutlicher Ausdruck des sich langsam zu Tode
laufenden Prinzips „Sex sells". Daran ändert
sich auch dann nichts, wenn die entsprechende Verlegerin
damit ihr 20-jähriges Jubiläum feiert.
Von unserem Verlag und seinen MitarbeiterInnen
ist im Gegensatz dazu bekannt, dass wir jede erdenkliche
und sich bietende Möglichkeit nutzen, um uns
mit Büchern zu amüsieren, und so hat
auch die diesjährige Buchmesse mit dem Gastland
Korea zahlreiche Höhepunkte und Gespräche,
die wir lange nicht vergessen werden, geboten.
Zupass kommt uns dabei natürlich auch, dass
wir nach der Buchmesse, vor allem im Ruhrgebiet,
immer wieder Kolleginnen und Kollegen im Buchhandel
besuchen. Besonders haben wir uns auf das seit
langem geplante Abendessen mit Peter Kolling gefreut,
der mit seiner Kollegin vor vier Wochen in der
Essener Stadtmitte eine neue Buchhandlung eröffnet
hat: die Buchhandlung „Proust".
Um es gleich vorwegzunehmen: „Proust" ist
ein ambitioniertes und anspruchsvolles Projekt,
das sich durch große Fachkenntnis, engagiertes
Buchhändlertum und ein attraktives Geschäftskonzept
mit einer spannenden Präsentation der Bücher
auszeichnet. Und das in Zeiten wie diesen! Aktuelle
Neuerscheinungen in Hardcover und ausgesuchte Taschenbuchausgaben,
deutschsprachige und internationale Belletristik,
Literatur und Literaturkritik und die wichtigsten
politischen Bücher zu den Fragen unserer Zeit
und Gesellschaft. Dazu gibt es eine exklusive CD-Abteilung
mit den Schwerpunkten Jazz und Lateinamerika, um
die passende Musik zum Lesen gleich mit nach Hause
nehmen zu können.
Österreich ist ebenfalls präsent: Obwohl
ich persönlich auf den „Austro-Koffer" verzichten
kann, weil ich mit eigenem Gepäck reise, steht
er dort zum Kauf bereit, österreichische AutorInnen
sind gegenüber anderen Buchhandlungen (auch österreichischen!) überproportional
gut vertreten, und in der bereits erwähnten
CD-Abteilung findet sich manches Zuckerl, z. B.
von „Weatherreport". Besonders hätte
ich mich gefreut, wenn ich in der CD-Abteilung
zusätzlich zur CD „That's what I say",
auf der John Scofield Ray Charles spielt und die
ich natürlich gleich erstanden habe, auch
einige Scheiben von Medeski, Martin and Wood gefunden
hätte. Oder vielleicht sogar etwas Rares von
Brian Eno oder Bronski Beat. Aber das ist eigentlich
gar nicht mehr Jazz. Und es schmälert in keiner
Weise das bisher Gesagte. „Proust" ist
im Aufbau, das Angebot wird zügig erweitert,
und wir dürfen gespannt sein, was diese schöne
Buchhandlung uns in Zukunft an Lesungen und Präsentationen
bieten wird.
Und wir dürfen nicht vergessen, „Proust" und
seine BetreiberInnen zu unterstützen: Wenn
wir im langweiligen und dürftigen (Buch-)Allerweltseintopf
nicht mehr wissen, ob wir im Erdgeschoss von Baedeker
oder lieber im zweiten Stock der „Mayerschen" oder überhaupt
gleich bei Thalia stehen (österreichische
LeserInnen dürfen an dieser Stelle an Libro
und Amadeus denken), dann sollten wir zu „Proust" gehen.
Oder uns am besten gleich jeden Umweg ersparen.
Denn Kaffee gibt es dort auch, und dazu köstliche
Schokolade von Zotter (richtig: wieder ein Österreicher).
Keine Sorge: Ich werde meiner Wiener Lieblingsbuchhändlerin,
Frau Edith D., nicht untreu werden, aber wenn ich
im Ruhrgebiet bin, dann besuche ich in Zukunft
als erstes Peter Kolling und seine engagierten
und ambitionierten Kolleginnen und Kollegen.
Günter Grass war auf einer seiner Lesereisen
einmal in Essen, und es hat ihm „trotzdem" gefallen. „Warum – weiß ich
nicht mehr so genau", schrieb er später. „Vielleicht
weil Essen im Ruhrgebiet liegt und diese gebrochene
Landschaft so primär nach Literatur schreit." Mit „Proust" hat
Essen nun eine würdige und kompetente Antwort
bekommen. Am Handelshof 1, zwei Gehminuten vom
Essener Hauptbahnhof entfernt, die Kettwiger hinunter
und dann gleich rechts. Gehen Sie hin! Sobald wie
möglich!
Oktober 2005
Rezension zu Margarita Fuchs „Talentierte
Labyrinthe“
[Edition Garamond] Zu einer unserer Neuerscheinungen in diesem
Jahr, dem Lyrikband von Margarita Fuchs „Talentierte
Labyrinthe“ schrieb Anton Thuswaldner in
seiner Rubrik den „Sechs beste Bücher“:
Literarische Anspielungen versteckt die Salzburger
Autorin Margarita Fuchs gar nicht klammheimlich.
Wenn sie ein Gedicht „die schöne stadt“ nennt,
stellt sie einen Bezug zu Georg Trakl her. Sie
misst sich nicht kraftmeiernd mit ihm. Wo bei
Trakl „alte Plätze sonnig schweigen“,
trifft sie auf ein Touristenzentrum, wo „freudig
und sogar sonnig“ sich Menschen eine Stadt
zu eigen machen. Die Gedichte von Fuchs weisen
einen Schmerzpunkt auf, der das Schreiben erst
zu einer Notwendigkeit macht (Edition Garamond).
Salzburger Nachrichten, Sechs beste Bücher,
15. Oktober 2005
mehr
zum Buch
mehr
zur Lesung
Frankfurter Buchmesse
Oktober 2005
Auch dieses Jahr waren wir wieder auf der Buchmesse
in Frankfurt und präsentierten vom 19. bis 23.
Oktober 2005 unsere Neuerscheinungen und die Backlist.
Die zahlreichen schönen Gespräche mit AutorInnen,
BuchhändlerInnen und vor allem LeserInnen werden
uns, zusammen mit dem hervorragenden Auftritt des diesjährigen
Gastlands Korea, lange in Erinnerung bleiben. Und sie
haben uns Anstöße geboten, für neue
Bücher, Ideen für interessante Projekte und
... Bleiben Sie dabei! Wir freuen uns über Ihr
Interesse.
Oktober 2005
Lesetermin Veronika Pernthaner
[Edition Garamond] Kurz vor Beginn der Buchmesse dürfen wir
Sie heute noch über einen ganz aktuellen
Lesetermin informieren:
Veronika Pernthaner
liest mit musikalischer Begleitung von Eva Kastner
und Matthias Hochradl aus ihren beiden Gedichtbänden „Wünsche“ und „Herzstreifen“.
HPP Wimmer, inzwischen arrivierter Künstler
in Salzburg, der auch das erste Buch von Veronika
Pernthaner illustriert hat, stellt seine Werke
aus.
Veronika Pernthaner
„Herzstreifen“/„Wünsche“
Gedichte
Lesung
Samstag, 19.11.05, 20 Uhr
5091 Unken
Raika-Veranstaltungssaal
Musikalische Begleitung: Eva Kastner, Harfe
Matthias Hochradl, Saxophon
Ausstellung: HPP Wimmer, Aquarelle
Eine Veranstaltung des Salzburger Bildungswerkes.

Ö 1 gehört(e) gehört! Besonders
am 8.7.2005
[Edition Garamond] Am Freitag, dem 8. Juli 2005, konnten Sie
in der Sendung „Nachtbilder“ in Ö 1
von 0:05 bis 1:00 Uhr Gedichte von Margarita
Fuchs aus ihrem soeben erschienenen Buch „Talentierte
Labyrinthe“ hören.
Margarita Fuchs bebildert in ihren vielschichtigen
Gedichten das Leben und liefert Anstöße,
dem großen Gestus zu misstrauen und Gefühle
in einem anderen Kontext entstehen zu lassen.
Sie geht daran, Innen- und Außenwände
mit präziser Gegenständlichkeit oder
unverblümter Poesie zu betexten.
Wir freuen uns gemeinsam mit unserer Autorin über
die zahlreichen positiven Reaktionen.
Helden, Bösewichte und
Visionäre
„Bizarrer kann die Situation vor dem Start
des letzten großen „StarWars"-Teils
nicht sein", schrieb mir letzthin mein Internet-Provider
in seinem Newsletter. Da wisse man schon alles über
Luke Skywalker und Prinzessin Leia, Yoda, die Droiden
und die Jedi-Ritter und fiebere doch wieder der
neuen (und letzten) Episode von „Star Wars"
entgegen. Und er warnt auch gleich vor den schädlichen
Folgen: „Die letzte Seite in einem Buch, die
letzte Folge einer Fernsehserie oder eben auch die
letzte Episode einer Weltraumsaga sind immer eine
zweischneidige Angelegenheit. Echte Fans stehen
in solch einer Situation vor einem richtigen Problem.
Das Problem heißt 'Was jetzt?' und fühlt
sich zunächst mal an wie ein großes,
schwarzes Loch – ganz ähnlich dem Gefühl,
das einen nach einer verflossenen Liebe befällt."
Auch wenn man Bücher immer wieder lesen kann,
CDs immer wieder hören und DVDs immer wieder
sehen kann, so stelle sich doch nicht das Gefühl
wie beim ersten Mal ein. „Denn die Wiederholungen
fühlen sich einfach nicht mehr 'echt' an, sind
mehr 'erinnern' als 'erleben'. So lange hat man
mitgefiebert, gelebt und gelitten, und nun soll
das alles vorbei sein?"
Aber ist das wirklich der Fall? Oder ist das vielleicht
nur bei den modernen Hollywood-Filmspektakeln so?
Ich selbst kenne einige Fans, die sich die „Rocky
Horror Picture Show" unzählige Male angesehen
haben, und einige meiner besten FreundInnen sitzen
immer dann vor dem Fernseher, wenn „Eins,
zwei, drei", „Casablanca" oder die
„Bluesbrothers" wiederholt werden. Und
es gibt Vorbilder für das Immer-wieder-Genießen
von Filmen, aber auch von Büchern wie den früheren österreichischen
Bundeskanzler Bruno Kreisky, der bei seiner Flucht
ein einziges Buch mitgenommen hatte und dieses immer
wieder und stets mit großem Enthusiasmus gelesen
hat: „Der Mann ohne Eigenschaften" von
Robert Musil. Aber es müssen nicht gleich literarische
Schwergewichte sein, die immer wieder begeistern
können. „Liest man Momo (wieder), erlebt
man eine Sternstunde." So die Zeitschrift „Zeitzauber"
bei der Wiederveröffentlichung von Michael
Endes „Momo".
Ich selbst lese oft Bücher zum zweiten Mal,
manchmal höre ich mit der Lektüre eines
Buchs auf und setze später wieder fort. Wenn
ich für das Thema mehr Ruhe habe, z. B. für
einen Kriminalroman von Alexandra Marinina oder
wenn mir bei einem Band mit Kurzgeschichten einige
Geschichten nicht mehr gefallen und ich es später
noch einmal mit dem ganzen Buch versuchen will.
Und manchmal vergehen dazwischen auch 30 Jahre.
So geschehen bei Hermann Kahns und Anthony Wieners
„Ihr werdet es erleben". Ich hatte mir
das Buch als Siebzehnjähriger bei seinem
Erscheinen aus der Mülheimer Städtischen
Bibliothek ausgeborgt, zu lesen begonnen und
... kein einziges
Wort verstanden. Das ist für einen Siebzehnjährigen
wahrscheinlich verzeihlich, und ich denke, dass
es auch heute kein Fehler ist, es sich einzugestehen,
wenn man etwas nicht versteht. Kurz vor Weihnachten
2004 habe ich das Buch zufällig in der gleichen
Ausgabe in einem Wiener Antiquariat entdeckt. Es
war nicht billig, aber es trug die Anmerkungen
eines
eifrigen und aufmerksamen Lesers, nämlich
die von Wolfgang Kraus. Also habe ich
es als frühes Weihnachtsgeschenk für
mich gekauft und lese es nun und verstehe allmählich,
was ich vor dreißig Jahren nicht verstanden
habe. Nicht immer alles, nicht immer sofort,
aber
inzwischen kann ich mit der Technikbegeisterung
vieler Menschen und vor allem vieler Zukunftsforscher
besser umgehen und das hilft ein bisschen.
Die Spannung hat sich nicht abgenutzt, meine Freude
über die Lektüre ist groß. Ein bisschen
getrübt wird diese Freude allerdings über
das Antiquariat, das leider von einer manchmal grantigen
und unberechenbaren Dame geführt wird. Das
erhöht die Schwelle ein wenig, öfter hinzugehen
und zu stöbern, ob ich wieder ein Buch finde,
das ich noch einmal lesen möchte. Die traurige
Folge dieser Haltung, die manche VerlegerInnen,
BuchhändlerInnen und BuchliebhaberInnen gegenüber
anderen Menschen zeigen, ist dann auch, dass sich
noch mehr Menschen vom Buch abwenden und im besten
Fall (nur noch) im Internet nach „ihren Abenteuern
im Kopf" (André Heller) suchen.
Juni 2005
Lesung Peter Theurer: Ministerialrat Sedlmeyer
[Verlag Liber Libri] Peter Theurer liest wieder aus seinem Satirenband über
die Wiener Hochbürokratie „Ministerialrat
Sedlmeyer und der Kokospalmen-Orden“ am Mittwoch,
den 8. Juni 2005. Wo? Im Café Prückel natürlich,
das auch einen wichtigen Platz im Leben seiner Ministerialbeamten
einnimmt.
mehr
zum Buch
Haben Tiere ein Bewusstsein?
Mai 2005
Diese heiß diskutierte Frage versucht Martin
Balluch in seinem Buch „Die Kontinuität
von Bewusstsein. Das naturwissenschaftliche Argument
für Tierrechte“ zu beantworten.
Professor Franz M. Wuketits über Martin Balluch: „Seine
Arbeit ist aber nicht bloß eine Zusammenfassung
bereits vorhandener Literatur, sondern zeichnet sich
durch den groß angelegten Versuch einer Synthese
aus. In der Tat wurde ein so umfassendes, auf so breiter
Basis entwickeltes Argument für Tierrechte selten
dargelegt. Selbst dort, wo man mit Herrn Balluch nicht
unbedingt übereinstimmen will, muss man seine
Bemühungen und seine Sachkenntnis würdigen.“
Zahlreiche Reaktionen sind bis jetzt auf Martin Balluchs
gefolgt. Wobei diese Reaktionen auch zeigen, dass es
möglich ist, mit einer naturwissenschaftlich-theoretischen
Arbeit den engen Diskurs der Wissenschaft zu überwinden.
Unterstützung und Hilfestellung auch hier zu geben,
gehört unserer Ansicht nach mit zu den wichtigsten
Agenden eines wissenschaftlichen Verlags.
mehr
Forschungen zur Berufs-
und Lebenssituation gehörloser Frauen
März 2005
Das Forschungsprojekt VITA erkundet die Berufs- und
Lebenssituation gehörloser Frauen im Raum Wien
und Umgebung, das Projekt PERSPEKTIVA nimmt sich der
Lebenssituation blinder und hochgradig sehbehinderter
Frauen an. Damit wird Neuland beschritten, denn bisher
wurde überwiegend geschlechtsneutral gedacht,
tatsächlich ist die Situation behinderter Männer
und Frauen jedoch genauso unterschiedlich wie die Situation
von Männern und Frauen im Rest der Bevölkerung.
Die Landestelle Wien des Bundessozialamts war der
Auftraggeber der beiden Studien, mit denen die Lebens-
und Arbeitssituation von sinnesbehinderten Frauen in
Wien untersucht wurde. Informationen zum Bundessozialamt
finden Sie hier.
Frühjahr
2005
Neu im Programm der Edition Garamond: CD-Veröffentlichungen
Texte hörbar machen, Musik in die Nähe
der Sprache rücken – mit der Veröffentlichung
von CDs bietet die Edition Garamond ihren AutorInnen
ab sofort die Möglichkeit, ihr Werk akustisch
abzurunden, und MusikerInnen eine attraktive
Plattform in unmittelbarer Nähe zum gedruckten
Buch.
mehr
Das Böse II: Die
Preisbindung von Büchern und ihre Folgen
Die Freude über die Entscheidung der Brüsseler
Kommission, den Beschluss über die Aufhebung
der Preisbindung für Bücher zu vertagen,
war nur kurz, weil die Probleme, die der deutschsprachige
Buchhandel und das Verlagswesen seit langem haben,
ohnehin größer sind, als man sich gemeinhin
vorstellt. Wir möchten hier die wichtigsten
Argumente für die Beibehaltung der Preisbindung
- wie in der aktuellen Kurzfassung des Hauptverbandes
des Österreichischen Buchhandels - noch einmal
wiedergeben, damit auch Sie sich davon überzeugen
können, dass die Beibehaltung der Preisbindung
auch für Sie als LeserIn von großem Interesse
ist.
1. Die Preisbindung sichert niedrige Buchpreise.
2. Die Preisbindung sichert die flächendeckende
Versorgung mit Büchern.
3. Die Preisbindung sichert die Existenz des unabhängigen
Buchhandels.
4. Die Preisbindung sichert die Vielfalt des Angebotes.
5. Die Preisbindung sichert die Flexibilität
des momentanen Systems.
6. Die Preisbindung sichert die Vielfalt des literarischen
Programms.
Wie schon angedeutet, lassen sich zu den einzelnen
Punkten sicher Anmerkungen machen, und es wird mit
oder ohne Preisbindung einiger Anstrengungen bedürfen,
den Bestand an Buchhandlungen und Verlagen in Zukunft
zu sichern. Dass dazu auch die Verbesserung und
Evaluierung des Buchangebots („Ist das 1001.
italienische Kochbuch wirklich veröffentlichungswürdig?"),
eine konsequente Qualitätssicherung des literarischen
Programms („Müssen wir den Roman von
XY lesen, nur weil er/sie RedakteurIn beim Fernsehsender
Z ist?"), das ernsthafte Eingehen auf neue
technologische Entwicklungen („Muss ein Verleger
immer 3000 Exemplare eines Buchs drucken, damit
die Stückkosten günstig sind?") und
ein Überdenken traditioneller verlegerischer
Aktivitäten („Viel Lärm um nichts.")
und buchhändlerischer Ambitionen („Hauptsache,
das Lager dreht sich!") notwendig sind, wird
sich dabei immer deutlicher herausstellen. Und über
allem sollte man bei der gesamten Diskussion nicht
vergessen, dass die Beibehaltung der Preisbindung
nicht bedeuten kann, dass Bücher von vornherein
Produkte sind, mit denen man kein Geld verdienen
darf. Denn die Veröffentlichung von Büchern
durch Verlage und ihr Verkauf in Buchhandlungen
muss selbst dann, wenn man bereit ist, sie als kulturell
wertvoll einzuschätzen, ebenso wie alle anderen
Wirtschaftstätigkeiten ökonomischen Notwendigkeiten
folgen. Die Produktion und die Verbreitung von Kultur
kann nicht kostenlos sein, weil es das Leben für
die AutorInnen, BuchhändlerInnen und VerlegerInnen
auch nicht ist.
Das Böse I: Chester Himes
und die Schlechtigkeit der Menschen
Ein Mann stürzt in den frühen Morgenstunden
aus dem Fenster und fällt auf die Ladefläche
eines mit Broten beladenen Lieferwagens. Er überlebt
den Sturz. Ein zweiter Mann wird später auf der
Ladefläche dieses Wagens gefunden, und dieser Mann
ist tot. Schließlich ist der erste Mann ein Priester
und der zweite ein Spieler und hat ein Messer in der
Brust. Was als skurrile Posse zu beginnen scheint, endet
als aberwitziger Beziehungsalptraum zwischen sich liebenden
Menschen, bei der die Frage nach dem Guten und dem Bösen
nur mehr eine theoretische ist. Wenn Sie beim Lesen
dieser Geschichte aus dem schwarzen, heißen und
stinkenden Harlem der dreißiger Jahre nun denken,
dass das Böse halt immer und überall ist,
so belehrt Sie Chester Himes eines Besseren. Verzweiflung,
Not und Elend auf der einen Seite, das pralle Leben
mit Taschen voll zusammengerafftem Geld, pinkfarbenen
Cadillacs und teuren Frauen auf der anderen Seite schaffen
ein trostloses Klima, bei dem Gewalt zwischen Menschen
zum letzten Ausweg zu werden scheint. Und nur dieses
Prinzip gilt wohl immer und überall. Und Chester
Himes muss es wissen: 1909 in Missouri geboren, aus
dem College und der bürgerlichen Familie hinausgeworfen,
verbrachte er nach einem missglückten Juwelenraub
12 Jahre im Gefängnis und ging danach nach Europa,
wo er im Gegensatz zu Amerika mit seinen Büchern
Erfolg hatte. Die betont deutsche, neue Übersetzung
der im Schweizer Unionsverlag aufgelegten Bücher
von Chester Himes sollte Sie von der Lektüre nicht
abhalten: Schließlich sind die Abgründe der
menschlichen Seele tief und schwarz und international.
(Wolf Peterson)
April 2004
„Unterhaltungsliteratur
vom Feinsten aus Österreich“
[Verlag Liber Libri] schrieb der „Sortimenter-Brief“ in seiner
Ausgabe 4/04 zu den beiden Büchern „Die Jahrhundertreise“ und „Sag
mir, wo die Träume sind“. Darüber freuen
wir uns gemeinsam mit unserer Autorin Eva Bauer. mehr
Zum Jahreswechsel 2003/2004
Weil die Zeit um Weihnachten und dem Jahreswechsel
nur allzu oft von Stress und Hektik gekennzeichnet ist,
möchten wir für alle, die nach etwas Ruhe
und Besinnlichkeit suchen, das nachfolgende Gedicht
wiedergeben. Es wurde uns von einem besonderen Freund
unseres Verlages, Herrn Professor Wolfgang Böhm
aus Göttingen, zur Verfügung gestellt und
wir bedanken uns vielmals für die freundliche Genehmigung
der Wiedergabe.
Friedrich Wilhelm Weber
In der Winternacht
Es wächst viel Brot in der Winternacht,
Weil unter dem Schnee frisch grünet
die Saat;
Erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
Spürst du, was Gutes der Winter tat.
Und deucht die Welt dir öd und leer,
Und sind die Tage dir rauh und schwer:
Sei still und habe des Wandels acht:
Es wächst viel Brot in der Winternacht.
Friedrich Wilhelm Weber (18131894)
Westfälischer Arzt, Politiker und Dichter
Aus: Wolfgang Böhm
(Hg.): Dichtkunst und Landbau. Meisterwerke aus vergangener
Zeit, Auretim Verlag Göttingen 2003
Wir hoffen, dass Sie einen guten Rutsch ins neue Jahr
hatten, und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren
AutorInnen und Autoren, dem Buchhandel und unseren Geschäftspartnern
im neuen Jahr.
Vom
Kopf auf die Beine
(Dr. Ernst Grabovskzi
Anzeiger des Österreichischen Buchhandels, Ausgabe
Anfang August 2003)
Wie steht es um Books on Demand in Österreich?
Das digital erstellte Buch ist das Image des Copyshop-Produkts
noch nicht losgeworden. Zudem gibt es unterschiedliche
Auffassungen darüber, was unter „Book on Demand"
(„BoD") bzw. „Print on Demand" (PoD)
zu verstehen ist.
Für die einen ist ein „Book on Demand"
lediglich ein im Digitaldruckverfahren hergestelltes
Buch, für andere gilt die Formel: BoD = Bestellung
+ lückenloser elektronischer Workflow. So definiert
Richard Hollinek (Verlagsbuchhandlung Brüder Hollinek)
die Art und Weise, wie er die digitale Druck- und Verarbeitungstechnik
einsetzt. So verstand es auch Libri.de, als das Unternehmen
die Idee BoD unter dem Motto „Jeder kann Bücher
machen" vor fünf Jahren präsentierte.
Fazit: Instanzen zwischen AutorIn und LeserIn wie Lektorat
oder Herstellung blieben ausgespart. Was der AutorInnen
Freud, wurde Libri langsam zum Leid, mittlerweile wurde
die Dienstleistungspalette um eben jene Instanzen erweitert.
Wer seinen Roman als BoD produzieren möchte, kann
ihn sehr wohl lektorieren lassen, und wer auf Ästhetik
Wert legt, kann kurzfristig einen Setzer engagieren.
Nichts geändert hat sich an den Einsatzmöglichkeiten
von BoD: (niedrige) Nachauflagen vergriffener Bücher,
Vorausexemplare, Schulungsunterlagen, deren Inhalte
sich rasch ändern, wissenschaftliche Titel, Loseblattwerke.
Ihnen gemeinsam ist die geringe Stückzahl, die
verlegerische Risikominimierung und die Lageroptimierung.
Keine Konkurrenz zum Offset-Druck
Die 1870 gegründete Druckerei Börsedruck
in Wien ist 1997 in die digitale Produktion eingestiegen. „In der Verlagsbranche sinken u. a. aufgrund der
Spezialisierung die Auflagenziffern", erklärt
der geschäftsführende Gesellschafter Peter
Pipp, „dazu kommt meine Überzeugung, dass
dieser Markt wächst." Der Umsatzanteil der
PoD-Produkte ist bei Börsedruck mittlerweile auf
40 Prozent angewachsen – Tendenz steigend: Das
Unternehmen arbeitet mit vier S/W- und zwei Farbsystemen.
Hat der Offset-Druck bald ausgedient? Keineswegs, meint
Peter Pipp: „Da sind andere Auflagen im Spiel,
und damit entsteht keine direkte Konkurrenz zwischen
Digital- und Offset-Druck. Es gibt natürlich Anwendungen
– das Buch gehört dazu – , die Digitaldruck
kaufmännisch und technisch sinnvoller machen."
On-Demand-Kunden von Börsedruck sind hauptsächlich
(Fach-) Verlage, aber auch Privatpersonen: Lehrer, die
ihre Übungsbücher für ihre Schüler
herstellen, Ratgeber, die im Freundeskreis verteilt
werden oder lediglich das Kochbuch für die Familie.
Das größte Volumen machen jedoch Business-Kunden
aus. Seit zwei Jahren werden bei Börsedruck auch
Noten produziert – vom Nachdruck von drei Stück
für eine Aufführung bis hin zu einer Verkaufsauflage
von einigen hundert Stück samt einer speziellen
Spiralbindung, die lautloses Blättern ermöglicht.
Auch Josef Novak (Xerox Austria) prognostiziert dem
Digitaldruck eine immer wichtigere Rolle: „Offset
wächst international betrachtet parallel zum Wirtschaftswachstum,
also relativ gering. Der Farbdigitaldruck hingegen bewegt
sich bereits im zweistelligen Prozentbereich nach oben."
Gewitzte VerlegerInnen und/oder AutorInnen setzen bei
Gelegenheit auch beide Druckverfahren ein. So kann etwa
der Umschlag eines Buches offset, der Kern digital gedruckt
werden.
"Buch nach Maß" statt „Book on
Demand"
Wolf Peterson (Verlag Guthmann-Peterson) ist das zu
wenig. „Der Hype um BoD wurde von Firmen, die Digitaldrucker
anbieten, erzeugt, ohne aber Lösungen anzubieten.
Zu sagen: Ihr könnt jetzt wenige Exemplare
drucken', ist kein Weg. Die Lösung ist, dass der
Autor auf den Markt kommen muss." Und genau da
setzt Peterson an, indem er seinen AutorInnen auch alle
klassischen Verlagsdienstleistungen bietet: Begutachtung,
Lektorat, Umbruch, Gestaltung, Vertrieb im Buchhandel. „Buch nach Maß" anstatt „Book on
Demand" nennt man bei Guthmann-Peterson deshalb
dieses Verfahren, für das der Verlag den ECO-Design-Preis,
mit dem umweltfreundliche, „ökointelligente"
Konzepte ausgezeichnet werden, erhielt. Peterson: „Wir
bekamen den Preis in der Sparte Logistik. Es kommt eine
Lyrikerin zu uns, die einen Gedichtband mit Aquarellen
einer Malerin publizieren möchte. Das Buch wird
keine hohen Auflagenziffern erreichen. Trotzdem kann
man Aquarelle nicht digital drucken, das Ergebnis wäre
furchtbar. Wir drucken den Kern also digital, Bildteil
und Umschlag offset, und das schon ab einer Auflage
von 150 Exemplaren. Solche logistischen Konzepte muss
man erarbeiten und verfeinern." Trotzdem steht
Peterson BoD kritisch gegenüber. „Die Qualität
lässt manchmal zu wünschen übrig",
erklärt er. Diese Technik verlange darüber
hinaus spezielles herstellerisches Know-how, denn „es
genügt nicht, sich eine digitale Maschine hinzustellen".
Diese Erfahrung hat auch Peter Pipp gemacht: „Das
Wissen über Einflussfaktoren wie Temperatur, Feuchtigkeit,
welche Papiere gut verarbeitbar sind usw. muss vorhanden
sein. Nur mit einem Knopfdruck ist es nicht getan."
Wer bei Börsedruck ein PoD-Buch produzieren möchte,
wird daher zunächst zu einem Beratungsgespräch
gebeten. Die Druckvorstufe wird abgestimmt, damit die
Datenformate ausgetauscht werden können, danach
wird ein Druckmuster hergestellt. Wer aber eine Auflage
anpeilt, die sich an den Fingern beider Hände abzählen
lässt, darf mit keiner kostengünstigen Druckvariante
rechnen. „Die Idee, dass der Digitaldruck lediglich
variable und keine Fixkosten hat, stimmt nicht. Lediglich
die Parameter sind andere. De facto spielen sich die
Auflagen zwischen 200 und 700 Stück ab." Bei
umfangreichen Werken und solchen, die Farbseiten enthalten,
lohnen sich auch höhere Auflagen.
PoD als Nischenprodukt
Die Verlagsbuchhandlung Brüder Hollinek in Purkersdorf
bietet PoD seit zehn Jahren an und gehört damit
zu den österreichischen Digitalpionieren. Mehr
als 80 Prozent ihrer Produktion aus den Bereichen Krisen-
und Katastrophenmanagement, Standard Operation Procedures
(Managementhandbücher), darüber hinaus Rechts-Loseblattsammlungen
und Testauflagen werden on demand hergestellt. „Damit
sind Projekte realisierbar, die früher aufgrund
der Kapitalbindung und anderer kommerzieller Umstände
nicht realisierbar waren", erläutert Richard
Hollinek. „Ich betrachte PoD als Nischenprodukt
und halte es nicht für eine Methode, die die Verlagsindustrie
retten wird. Es macht in Zeiten von Niedrigstpreisen
und einer relativ starken Kostendegression bei Auflagenverfahren
allein schon kurz- und mittelfristig keinen Sinn, on
demand zu produzieren, weil man lineare Stückkosten
hat. Die Hersteller hatten ursprünglich zu wenig
Erfahrung, wie sich die Kosten entwickeln würden."
Dennoch wird sich der Digitaldruck auch in Zukunft behaupten
können. Peter Pipp: „Die Technik macht Fortschritte.
Die Herausforderung im S/W-Bereich wird in der Reduzierung
der Durchlaufzeiten im kaufmännischen, logistischen
Bereich und in der Druckvorstufe liegen." Die Wege
dafür sind geebnet, und das Copy-Shop-Image wird
bald der Vergangenheit angehören. Wolf Peterson
bringt es auf den Punkt: „Man muss nun Book on
Demand vom Kopf auf die Beine stellen."
Dr. Ernst Grabovskzi
10 Jahre Internet und
70 Jahre Bücherverbrennung
Am 30. April 1993 war es soweit: Das Internet wurde
von den US-amerikanischen Behörden für die
öffentliche Nutzung zugänglich gemacht. Das
bot der internationalen Internet-Community Anlass zu
großen Feiern. Mit eigenen Internet-Auftritten
zur Geschichte von Websites, mit Interviews der großen
Gurus und vielem mehr. Man bekam fast das Gefühl,
die DOT-Com-Blase wäre nie geplatzt.
Auch hätte man glauben können, dass ein anderes
Ereignis, das sich nicht zum zehnten, sondern zum siebzigsten
Mal jährte, nicht stattgefunden hatte: der Beginn
der Bücherverbrennungen in Deutschland. Als Aktion
wider den undeutschen Geist von der Deutschen
Studentenschaft in die Wege geleitet und mit dem
offiziellen Segen der NS-Kulturpolitik versehen, begann
damit die Ausschaltung der so apostrophierten Asphalt-
und Zersetzungsliteratur, was zur Gleichschaltung
der gesamten deutschen Kunst und Kultur führte.
Man sollte allerdings nicht den Fehler machen, nur von
einem konkreten und sichtbaren Fanal faschistischer
Kunst- und Kulturpolitik auszugehen. Das verstellt nämlich
den Blick auf die tiefgreifende, bürokratische
Gleichschaltung der gesamten Gesellschaft. Und man sollte
weniger den Verlust der Bücher beklagen als den
Verlust von Millionen Menschen, die in den Kzs zugrundegerichtet
wurden, auf den Schlachtfeldern hingemetzelt wurden
oder elend verhungerten. Dabei stellte der durchwegs
hohe Bildungsstand der deutschen Bevölkerung und
die Kenntnisse der humanistischen deutschen Literatur
bei faschistischen Führern kein Hindernis dar.
Die Gleichung: viele Bücheroder ernste
Literatur = gute Menschen geht so
nicht auf. Und auch nicht das unreflektierte Beharren
auf einer Form von Medium, eben dem gedruckten –
möglichst ledergebundenen – Buch.
Diese übersimplifizierende Verkürzung sollte
man auch dem Internet ersparen. Auch wenn es kein Tummelplatz
der Freisinnigen und Demokraten ist, sondern eine Veranstaltung
von Kommerz und Profit. Und dass die Inhalte immer mehr
dem flüchtigen Eindruck und kurzlebigem Hype weichen
und weichen müssen, liegt weniger am Medium Internet
als solchem, sondern am Zustand unserer Gesellschaft
überhaupt. Das Bewusstsein der Menschen wird immer
noch durch ihr Sein bestimmt, durch die Art, wie sie
leben, arbeiten und sich regenerieren. Und nicht durch
die Existenz oder die Inhalte von Medien, zumindest
nicht vorrangig.
Wie formulierte es schon Max Horkheimer: Wer vom
Faschismus spricht, darf über den Kapitalismus
nicht schweigen.
Gedichte gegen den Krieg
Ein kleiner Wiener Volksschüler hat
es am Freitag, den 21.3.2003, anläßlich des
Kriegsbeginns gegen den Irak auf den Punkt gebracht:
Am liebsten würde ich zum Bush gehen und
ihm sagen, dass das keine gute Idee ist.
Dem ist auch heute nicht viel mehr hinzuzufügen.
Außer dass Information weiter not tut und die
Literatur dazu nicht schweigen darf. Deshalb hier –
stellvertretend – zwei Webtipps.
1. Wer sich unabhängig von CNN und Kriegsberichterstattung
informieren will, dem sei die unabhängige amerikanische
Informationsinitiative disinfomedia empfohlen: http://www.disinfo.com
2. „Die Poeten können sich nicht auf die Lyrik
zurückziehen", meinte Billy Collins, Amerikas
amtierender Dichterfürst (Poet Laureate) und bekam
sofort Ärger mit dem Weißen Haus. Die First
Lady, früher selbst Bibliothekarin, sagte ein literarisches
Symposium im Weißen Haus ab, als bekannt wurde,
dass auch Gedichte gegen den Krieg vorgetragen werden
sollten. Gedichte gegen den Krieg im Web unter: http://www.poetsagainstthewar.org
Wiedergelesen: Heinz Friedrich
zu den Problemen und
Perspektiven des Buchhandels
Angst und bang kann einem werden, wenn man sich für
Bücher nicht nur interessiert, sondern sie auch
zur Grundlage seines beruflichen Lebens und seiner Existenz
gemacht hat und man die neuesten Nachrichten aus der
Branche liest. Stellvertretend nur zwei Beispiele:
1. Random House (i. E. Bertelsmann) will vom Axel Springer
Verlag die Verlagsgruppe Ullstein/Heyne/List übernehmen
und sieht im Gegensatz zum ebenfalls nicht wirklich
kleinen Holtzbrink-Konzern keine kartellrechtlichen
Probleme. Die beiden Unternehmen kämen zusammen
ja nur auf rund 11 % Marktanteil. Bei den Taschenbüchern
erreicht der Anteil allerdings bereits 40 %.
2. Der Nettogewinn des britisch-niederländischen
Verlagshauses Reed Elsevier erreicht im letzten Jahr
die stolze Summe von EUR 296 Millionen. Der in den Bereichen
Bildung, Medizin und Recht erzielte Umsatzzuwachs hat
bereits 2002 Appetit auf mehr gemacht. So wurden der
Medizinverlag Urban & Fischer, der Wissenschafts-
und Technikverlag Spektrum, der Akademische Verlag,
die Servicecenter Fachverlage sowie der medizinische
Buchversand Rothacker zugekauft. Letzterer übrigens
von der bereits oben erwähnten Holtzbrinck-Gruppe.
Das Karussell der Verkäufe, Übernahmen und
Liquidationen ganzer Verlage und Verlagsgruppen dreht
sich also munter weiter, alles natürlich nach den
strengen Vorgaben neoliberaler Wirtschaftskonzeptionen
und Gewinnmargen.
Einer, der schon Ende der achtziger Jahre diese Entwicklung
mit Besorgnis beobachtet hat, war Heinz Friedrich. Auch
kein kleiner Buchhändler, wenn man bedenkt, dass
er jahrelang dem dtv-Taschenbuchverlag vorstand und
damit nicht unwesentlich zur Marktdurchdringung und
Beschleunigung des Buchmarkts beigetragen hat. Seine
Aufsätze sind gerade in einer aktuellen Ausgabe
erschienen und sie sind trotz des zum Teils großen
zeitlichen Abstands zu ihrer Entstehung auch heute noch
durchaus lesenswert. Nachgerade prophetisch ist z. B.
sein Vergleich von Buchwirtschaft und Automobilindustrie.
Der folgende Text von Heinz Friedrich, den wir Ihnen
nachfolgend in einem Auszug vorstellen möchten,
beschäftigt sich mit der Idee im Buchhandel und
Verlagswesen, innezuhalten und darüber nachzudenken,
was verantwortungsvolles literarisches und wissenschaftliches
Publizieren heute bedeutet und
welche Chancen das Buch auch in der Zukunft hat,
wenn alle Beteiligten am Markt mit Engagement und Augenmaß
ihrer Tätigkeit nachgehen und gemeinsam mit den
AutorInnen neue Konzepte literarischer Produktion und
schriftstellerischen Schaffens entwickeln.
Und nicht zuletzt bleibt uns die von Klaus Wagenbach
in seinem Nachwort zu André Schiffrins Buch Verlage
ohne Verleger" ausgesprochene Hoffnung, dass sich
die Konzernherrn, die Betriebs(gast)wirte, die Umsatzfetischisten
und 12-%-Gewinnfanatiker eine in ihren Augen lukrativere
Form wirtschaftlichen Abenteurertums suchen.
Zwei Literaturhinweise
Heinz Friedrich: Vom Gegenglück des Geistes, dtv
(München) 2002
Andrè Schiffrin: Verlage ohne Verleger. Über
die Zukunft der Bücher, Wagenbach (Berlin) 2000
Heinz Friedrich: In den Wind geschrieben?
Beim Wiederlesen eines Textes in Sachen Buch und Buchhandel
(ich schrieb ihn 1963) fiel mir auf, dass er, ohne ein
Jota zu ändern, auch heute veröffentlicht werden
könnte als aktueller Beitrag zur Lage. Die
Rede war von Umsatz-Anbetung, Überproduktion, Programm-Nivellierung
und Bazar-Feilscherei um Stoffe und Rechte. Zwar ging
es in diesem Beitrag vornehmlich um Taschenbücher.
Aber die geschilderten Anzeichen eines sich selbst ad
absurdum führenden Marktes trafen für alle Bereiche
des Buchhandels zu; sie haben sich inzwischen eher vermehrt
als vermindert.
Unverändert aktuell: Spricht diese Feststellung gegen
oder für den Aufsatz von damals? Beides. Gegen ihn
spricht, dass er offenbar in den Wind gesprochen war;
denn Folgen, außer mokanten Bemerkungen über
einen notorischen Schwarzseher, hatte er keine.
Für ihn spricht, dass er offensichtlich nicht die
Momentaufnahme eines Tages oder eines Jahres fixierte,
sondern den Trend der nachfolgenden 25 Jahre
richtig einschätzte. Dieser Trend hat inzwischen
ein Stadium erreicht, das Verleger und Buchhändler,
anstatt über Steigerungsraten des Buchkonsums nachzudenken,
zu der Einsicht veranlassen sollte, dass möglicherweise
das bevorzugte Rechnen mit quantitativen Buchfaktoren
eine Marktkrise erheblichen Ausmaßes hervorrufen
könne, die weder durch Erschließung von Marktlücken
(die es kaum mehr gibt) noch durch Vermehrung der Konsumenten
und des Konsums (sprich Leseförderung) abgewendet
werden kann. Der materielle Zugewinn schlägt, wie
in der Industrie allgemein, in Umweltschäden mit
verheerenden Folgen um. Eine Verschmutzung der geistigen
Welt oder die Verschmutzung der Nordsee ist zumindest
so alarmierend wie das Ozonloch, das über uns aufreißt,
vielleicht sogar noch alarmierender, weil hier
die kulturellen und ethischen Hemmschwellen der Schadstofferzeugung
außer Kraft gesetzt und schließlich vernichtet
werden.
Man wird einwenden, was man in solchen Fällen stets
pragmatisch vorzubringen pflegt: Was wollen Sie? Ein Vierteljahrhundert
Boom trotz Krisengerede – spricht dieses Faktum
nicht für sich? Lässt sich mit der Krise nicht
vortrefflich leben, zumindest auf Zeit? Lebe jetzt, verkaufe
jetzt – sollen diejenigen, die nach uns kommen,
mit den Problemen fertig werden, die wir ihnen hinterlassen
...
Die kritische Entwicklung der Buchproduktion erreicht
derzeit wieder einmal einen Kulminationspunkt. Sie ähnelt
der Situation, in der sich die Autoindustrie befindet:
Die steigenden Absatz- und Umsatzzahlen der letzten
Jahre und die daraus resultierenden Gefahren einer Marktüberfüllung,
verbunden mit Verkehrsproblemen, die kaum mehr zu bewältigen
sind, und mit Umweltverschmutzungen, die gigantische
Ausmaße annehmen diese negativen Merkmale
eines noch prächtig florierenden Geschäfts
lassen die Bosse der Autoindustrie bereits zittern vor
dem Tag, an dem der Traum vom babylonischen Autoturm
kläglich zerstiebt und Krisenmanagement gefragt
sein wird.
Die Übereinstimmung der ökonomischen Fakten
ist hier eminent: Auch dem Buchmarkt fällt es immer
schwerer, die Überproduktion an Büchern aufzunehmen
– und dem Leser auch. Wohin mit den Büchern?
fragen sich viele. Keine Leseförderung kann die
praktische Platzfrage klären, die viel zu wenig
im Zusammenhang mit der Leseförderung erörtert
wird. Wieviel Bücher braucht der Mensch? Ich wage
die Behauptung, es würden nur deshalb noch immer
so viele Bücher gekauft, weil weniger Bücher
gelesen werden. Läse man nämlich die Bücher,
die man kaufte, so benötigte man weitaus weniger
Bücher, weil man zum Beispiel kritischer die thematischen
Doubletten anschaute, die Jahr für Jahr mit dem
Anspruch von Novitäten erscheinen – von den
überflüssigen erst gar nicht zu reden. Fülle
signalisiert hier nicht geistigen Reichtum, sondern
Kapitulation vor einer Marktgesinnung, die nur in Wachstum
ihren Sinn zu finden hofft. Man muss dem Bücherleser
Zeit zur Nachdenklichkeit lassen, wenn man ihm den Spaß
nicht verderben will. Man kann die notwendige Vielfalt
der Buchproduktion auch dadurch außer Kraft setzen,
dass man sie durch Unübersichtlichkeit
(Habermas) ad absurdum führt.
Das Prinzip Verantwortung, das Hans Jonas, immerhin
Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels,
vertritt, ist das praktikable Mittel, das einem drohenden
Infarkt des Buchhandels abhelfen oder ihn doch zumindest
mildern könnte. Verantwortung verstanden als vernünftige
Einsicht, dass dem Markt mit den empfindlichen, leicht
verderblichen, geistigen Waren engere Grenzen gezogen
seien als dem allgemeinen Markt und dass er deshalb
auch pfleglicher (das heißt: weniger Ellbogen-robust)
behandelt werden müsse. Verantwortung aber auch
verstanden als kritische Auseinandersetzung mit dem
Wert der geistigen Ware, die auf diesen Markt geschickt
oder die ihm zugemutet wird. Kultur wird nicht in Quantitäten
gemessen, und Literatur auch nicht. Nicht die schnelllebigen,
profitträchtigen Bestseller bestimmen das geistige
Klima einer Epoche, sondern die nachwirkenden und dementsprechend
über den Tag hinauswirkenden Longseller. Diese
aber werden unter dem Druck des Novitätenbooms
immer mehr ins Abseits gedrückt.
Die Buchhandlungen quellen über von Neuerscheinungen;
was sich innerhalb weniger Monate nicht verkauft, wird
remittiert, um dem neuesten Neuen Platz zu machen. Was
auf der Strecke bleibt, sind vornehmlich Bücher,
die Zeit brauchen, um sich durchzusetzen und zu wirken
im Sinne einer Leseförderung, die sich mehr vornimmt
als flächendeckenden Lesekonsum nämlich
geistige Menschenbildung. Wer sich über das Gelesene
Gedanken zu machen versucht, kann nicht ein Buch nach
dem anderen in sich hineinschlingen. Er muss Muße
haben und verweilen dürfen. Dies macht den Reiz
des Bücherlesens aus; aber für schnellen Umsatz
sorgt dieser Reiz kaum. Hier liegt das große Missverständnis
der Leseförderung. Bücher haben keine Schicksale
mehr, weil ihnen die Zeit genommen wird, Schicksale
zu entwickeln. Sie werden zu durchlaufenden Posten degradiert.
Kommen wir auf den zitierten Artikel aus dem Jahr 1963
zurück, so scheint er die alte menschliche Unsinnsregel
zu bestätigen, dass nur Schaden klug mache. Muss
das eigentlich immer der Fall sein, insbesondere aber
bei einem Berufsstand, der sich auf seine kulturelle
Mittlerposition soviel zugute tut? Wäre es nicht
an der Zeit, der Vernunft einmal eine Chance zu geben
und in pragmatischer Einschätzung der geistigen
und ökonomischen Lage das zu tun, wovon soviel
geredet, das aber so wenig gehandhabt (weil so wenig
beherrscht) wird, nämlich: ökonomisches und
geistiges Krisenmanagement zu betreiben, anstatt dem
Markt die Selbstreinigung und damit Regulierung der
Umstände zu überlassen (was meist mit Pleiten
bezahlt werden muss)?
Der Buchmarkt ist, so merkwürdig dies auch angesichts
der angemerkten Perspektive klingen mag, durchaus gesund,
und der Bedarf an Büchern wird in den Kreisen keineswegs
durch die Medien eingeschränkt, die des Buchmarktes
treueste und anhänglichste Kunden sind: bei den
aktiven, geistig produktiven Lesern. Leser in diesem
Sinn sind nicht die Zufalls- und Auch-Leser, das sind
nicht die zum Buchstabenkonsum verführten Buchkäufer
oder mit Kulturparolen aufgeputschten Zeitgenossen.
Produktive Leser sind vornehmlich die geistig neugierigen,
phantasiebegabten und weltaufgeschlossenen Menschen,
die vom Buch mehr erwarten als kulturelle Bedarfsdeckung
oder schieren Zeitvertreib. Auf diese Intensivleser
können Buchhändler und Verleger immer bauen,
auch in kritischen Zeiten vorausgesetzt, man
versucht sie nicht vollzustopfen wie eine Weihnachtsgans.
Auch dem Feinschmecker wird nämlich übel,
wenn er überredet wird, sich zu überfressen.
Die Gretchenfrage: Was tun? Die simple Antwort: Weniger.
Die Buchbranche hat sich in eine Hektik und in ein Konkurrenzdenken,
in eine Umsatzhysterie und Bestsellersucht hineinmanövriert,
die es ihr immer schwerer machen, aus dem selbstgeschaffenen
Teufelskreis auszubrechen. Wer im Stress lebt, braucht
eine Kur, um sich von dem Stress zu befreien. Auch der
Buchhandel bedarf einer Kur: Er muss abspecken, um die
Risikofaktoren gering zu halten, die seinen Markt bedrohen.
Je früher er die Sturmzeichen der Zeit erkennt,
um so früher kann er sich auf das Unwetter einrichten,
zumal er sich auf das Medium Buch als wertbeständiges
Handelsobjekt verlassen kann, sofern er dieses nicht
bis zur Unkenntlichkeit ver-wertet.
Als Ludwig Erhard Mitte der Sechzigerjahre auf dem Höhepunkt
des Wirtschaftswunders zum Maßhalten aufforderte,
wurde er schlichtweg ausgelacht. Aber er hatte recht.
Wie gesagt: Offenbar wird die Gesellschaft nur durch
Schaden klug. Nur: Was nützt dann noch Klugheit?
Ein Krisenmanagement, das erst einsetzt, wenn die Krise
sich zuspitzt, war das Studium nicht wert, das auf seine
Einübung verwendet wurde. Krisen kann man nicht
berechnen. Man muss sie spüren ...
Trauriger Nachtrag: Im Februar 2004 starb Heinz Friedrich,
der den Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv) und die „Gruppe
47“ mitbegründet hatte, im 81. Lebensjahr
in München.
Ö 1 gehört
gehört! Besonders am 28.2.2003
Am Freitag, den 28. Feber 2003, können Sie in
der Reihe Beispiele. Neues aus österreichischen
Verlagen um 11.40 Uhr im österreichischen
Radioprogramm Ö 1 die Geschichte von Benno und
Ute aus dem 7. Kapitel Die Woche des Buchs
von Ilse Nekut ZehnEins hören.
Wir würden uns gemeinsam mit unserer Autorin
darüber freuen, wenn auch Sie zu den ZuhörerInnen
zählen würden.
Gut aber (leider) fast
aus!
Zu Noam Chomsky: Vom politischen Gebrauch der
Waffen
Noam Chomskys Buch Vom politischen Gebrauch der
Waffen war das erste Buch unseres Verlages 1988.
Inhaltlich wie formal war es für uns zu Beginn
unserer Verlagstätigkeit ein Beispiel kritischen,
wissenschaftlichen Publizierens auf hohem Niveau und
ohne Festlegung darauf, ob wir nun ein österreichischer
oder deutscher Verlag sind. Immerhin wurden wir noch
viele Jahre nach unserer Verlagsgründung gefragt,
warum wir ausgerechnet in Wien mit unserer Arbeit begonnen
haben. Neben den vielen positiven Reaktionen in der
Presse hat uns dieses Buch auch die Türen zum Buchhandel
geöffnet, der nach langer Zeit wieder auf einen
Titel von Noam Chomsky zurückgreifen konnte.
Vieles würden wir heute natürlich anders
machen. Viele Leserinnen und Leser haben uns erzählt,
dass die ausführliche Schilderung der Greuel und
Verbrechen der amerikanischen Aussen- und Machtpolitik
gleich zu Anfang ihnen den Einstieg ins Buch sehr erschwert
hatte. Wir hätten – natürlich nur mit
Zustimmung Noam Chomskys – das 1. Kapitel zum
3. machen können. Auch der Typographie und dem
Satz des Buches würden wir heute wohl mit größerem
Geschick begegnen, und unsere Übersetzerin und
Lektorin Susanna Harringer kann heute wahrscheinlich
noch besser Englisch als vor über zehn Jahren.
Und wenn wir schon bei der Sprache sind: Wir würden
nicht mehr Übersetzt aus dem Amerikanischen
schreiben. Immerhin hat niemand geringerer als Dr. Morgenstern
den Verleger vor ein paar Jahren an einem schönen
Frühlingsnachmittag vor dem Gymnasium in der Wiener
Fichtnergasse darauf angesprochen: Als ob das
Amerikanische nicht ebenso wie alles andere Englische
nicht auch Englisch wäre. Und Dr. Morgenstern
muss es schließlich wissen, hat er doch jahrelang
in den USA geforscht und unterrichtet. Sein Argument
gilt natürlich auch für das Österreichische:
Wir haben bei unseren Übersetzungen immer vermieden
und werden auch in Zukunft dabei bleiben –
, uns dem bundesdeutschen Geschmack anzupassen,
wie es eine Leserin nach der Lektüre von Maureen
T. Reddy: Detektivinnen gefordert hat. Schließlich
ist der österreichische Sprachgebrauch ein legitimer
und unserer Meinung nach attraktiver Bestandteil der
deutschen Sprache. Auch inhaltlich werden wir den sorgfältigen
Diskurs politischer und gesellschaftlicher Fragen beibehalten.
Unser Ziel war und ist es, unsere Bücher so lange
wie möglich lieferbar und damit lesbar zu halten.
Manchmal genügte es, die Nachrichten zu hören,
um zu wissen, dass in den nächsten Tagen wieder
einige Bestellungen von Vom politischen Gebrauch
der Waffen eingehen würden. Leider ist dies
heute immer noch so, und es ist dem amerikanischen Politologen
und Militärhistoriker Andrew Bacevich zufolge auch
weiterhin damit zu rechnen, dass die imperiale
amerikanische Politik weitergeführt werden (wird),
auch weil sie der Annahme entspricht, wie wir unsere
Lebensweise am besten schützen können, egal,
wer Präsident ist. (Der Standard, 18.1.2003)
Dass dieses Buch von Noam Chomsky solange nachgefragt
wurde und die – verhältnismäßig
hohe – Auflage nun vergriffen ist, lässt
darauf schließen, dass unabhängiges wissenschaftliches
Publizieren weiterhin sinnvoll ist, mit Engagement seitens
der AutorInnen und des Verlages, und im behutsamem Umgang
mit betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten. Wir werden
also Noam Chomsky ein E-Mail schicken, und vielleicht
können wir Ihnen an dieser Stelle bald von einem
neuen Projekt berichten.
Unser spezieller Wintertip
Nachdem nun doch die Warmfront auch nach Wen kommt,
ist es mit den weißen Weihnachten endgültig
vorbei. Wer darüber traurig ist, dem empfehlen
wir einen Blick auf die finnisch-russische Grenze. Dort
liegt viel Schnee, es ist eisig kalt, und die –
vor allem in der Nacht – gespenstische Szenerie
erinnert an Dinge jenseits unserer Festidylle. Der Link
lautet: http://www.tieh.fi/evideo.htm
Was schenken Verleger
ihren und den Kindern Ihrer FreundInnen?
Natürlich empfehlen sich zu Weihnachten immer
Bücher als Geschenke. Und natürlich möchten
wir Sie darauf hinweisen, daß es auch in unserem
Verlag zahlreiche Bücher gibt, die den unterschiedlichen
Interessen und Ambitionen der Leserinnen und Leser entgegenkommen.
Wir bemühen uns darum, Ihre Bestellung so rasch
wie möglich durchzuführen, möchten aber
darauf hinweisen, dass Weihnachten dieses Jahr auf einen
Dienstag fällt und es deshalb vielleicht zu Problemen
mit der Post kommen könnte. Wenn Sie also bald
bestellen, können Sie sicher sein, dass Sie Ihre
Bücher rechtzeitig erhalten.
Wir haben allerdings aus verschiedenen Gründen
– leider – bis jetzt keine Kinderbücher
in unserem Programm. Da sich auch uns immer wieder die
Frage stellt, was wir denn dieses Jahr schenken (auch
Verleger verschenken unter anderem gerne Bücher)
sehen Sie nachfolgend drei Kinderbücher, die ich
Ihnen ganz besonders ans Herz legen möchte.
1. Franziska Biermann, Herr Fuchs mag Bücher
(rororo Rotfuchs)
Herr Fuchs mag Bücher, das gefällt uns natürlich
schon sehr, und verspeist so viele wie möglich,
nachdem er sie gelesen hat. Das gefällt uns schon
ein bißchen weniger und bringt Herrn Fuchs auf
Dauer auch in arge Nöte und zum Schluß in
Konflikt mit den Behörden. Aus dieser verzweifelten
Situation hilft Herrn Fuchs der hilfsbereite Gefängniswärter
Schultz und der gemeinsame Wille der beiden Büchernarren,
eine Lösung zu suchen.
Es muss nicht extra erwähnt werden, dass es sich
bei diesem Buch von Franziska Biermann, das als eines
der Schönsten Deutschen Bücher
des Jahres 2001 ausgezeichnet wurde, um ein modernes
Märchen handelt. (ISBN 3-499-21149-1)
2. M. Bollinger und V. Barankova, Bim, Bam, Bum
und die Katzentaufe (bohem press)
Die drei Bären Bim, Bam und Bum haben eine kleine
Katze und gleich mehrere Probleme. Sie haben erstens
diese Katze und wissen zweitens nicht, wie sie diese
Katze nennen sollen. Und drittens sind sie sich nicht
darüber im Klaren, ob diese Katze weiblich oder
männlich ist. Beobachtung und Verhaltensforschung
hilft ihnen auch nicht weiter, da die Katze manchmal
ganz energisch auf einen Baum klettert, aber am nächsten
Tag zu Hause bleibt und sich stundenlang putzt. Bär
sei Dank, der Bäcker weiß schließlich
Rat.
(ISBN: 3-85581-272-1, Hinweis: Das Buch ist laut Verlagsinformation
vergriffen, in manchen Buchhandlungen und Antiquariaten
aber noch erhältlich. Bitte fragen Sie die Buchhändlerin
bzw. den Buchhändler Ihres Vertrauens!)
3. Mein ganz persönlicher Tipp: Lousie Fatio und
Roger Duvoisin, Der glückliche Löwe
und Der glückliche Löwe in Afrika
(Herder)
Natürlich weiß ich heute, als Erwachsener,
dass Löwen nicht in den Zirkus gehören und
dass ihr Aufenthalt im Zoo mehr als problematisch ist.
Aber als Kind war ich fasziniert von den Erlebnissen
des Glücklichen Löwen, der im Buch Der
glückliche Löwe eher unfreiwillig sein
Gehege verlässt und in Der glückliche
Löwe in Afrika sogar von einem bösartigen
Zirkusdirektor nach Afrika entführt wird. Und
ich Esel hielt ihn für einen Freund, seufzt
der Glückliche Löwe angesichts dieser Erfahrungen.
Was ich als Kind auch nicht wusste, war, dass es einen
dritten Band über den Glücklichen Löwen
gibt, und heute gibt es angeblich alle drei in einem.
Hoffentlich findet der Glückliche Löwe die
richtige Zukunft für sich! Weil ich das aber erst
erfahren kann, wenn ich das Buch lese, gehe ich jetzt
zur Edith, meiner Wiener Lieblingsbuchhändlerin
in Meidling.
(Hinweis: Die ISBN beider Bücher gebe ich nicht
an, weil ich nur die ISB-Nummern der 1960 erschienenen
Bände kenne.)
Zum Tod Siegfried Unselds
Vielen Medien war die Meldung vom Tod
des Verlegers Siegfried Unseld nur eine kurze Notiz
wert. Dem österreichischen Fernsehen war es vor allem
ein Anliegen, darauf hinzuweisen, dass seine Nachfolge
geregelt wäre, da er ja rechtzeitig das Verlagshaus
Suhrkamp in eine Stiftung eingebracht hätte: „Stiftung
gut, alles gut. Dass dem vielleicht nicht ganz
so ist, lässt sich aus den heftigen Nachfolgediskussionen
der letzten Jahre schließen. Siegfried Unselds Tod ist
für die deutschsprachige Buchhandels- und Verlagswelt
von einiger Bedeutung, auch für viele, nicht mehr ganz
junge Menschen, die damals die regenbogenfarbenen Bücher
der „edition suhrkamp regelmäßig lasen. Wir bedanken
uns deshalb bei Dr. Hermann Schlösser, dass wir seinen
Nachruf auf Siegfried Unseld, der in der Ausgabe vom
1./2. November 2002 in der „Wiener Zeitung im
Diarium erschienen ist, hier wiedergeben dürfen.
Unseld zu Ehren
(Von Dr. Hermann Schlösser, 1.11.2002)
Siegfried Unseld ist gestorben, und mir
ist – wie wahrscheinlich vielen meiner Generation
– traurig zumute. Traurig und ein wenig feierlich.
Denn dieser Verleger repräsentierte schließlich die
sogenannte „Suhrkamp-Kultur", deren Bedeutung man nicht
unterschätzen sollte.
Was aber ist die Suhrkamp-Kultur, oder vielleicht auch:
was war sie? Kurz und einfach gesagt: Sie ist oder war
eine wohl einmalige Kreuzung aus jener elitären anspruchsvollen
„Geistigkeit, die gerade in Deutschland eine lange
Tradition hat, und der politisch linken, ästhetisch
avantgardistischen „Intellektualität, die das
kulturelle Leben Westeuropas nach dem Ende des Zweiten
Weltkriegs entsprechend prägte.
Wollte man Namen nennen, könnte man die erste Tendenz
mit der Philosophie Theodor W. Adornos oder Hans Blumenbergs
identifizieren, die zweite mit kritischen Autoren wie
Max Frisch, Peter Weiss, Hans Magnus Enzenberger und
anderen mehr.
Nun bestehen zwischen den Werken Adornos, Frischs und
Enzensbergers zwar beträchtliche Unterschiede, eines
aber haben sie gemeinsam: Alle erschienen sie im Suhrkamp-Verlag
– oder wichtiger noch: In der „edition suhrkamp,
die Willy Fleckhaus, der Designer der Suhrkamp-Kultur,
mit einem nüchtern anmutigen Layout versehen hatte.
(Zur Erinnerung: Im Unterschied zu heutigen Büchern
hatten die guten alten Suhrkamp-Bände nicht diese Hochglanz-Bilder
auf dem Schutzumschlag, die sich heute so knallig hervortun.
Die Schrift war karg, aber elegant, und die verschiedenen
Einbandfarben verbanden sich im Regal zu einem bunten
Spektrum des Denkens.)
Wie keine andere Buchreihe versprach diese Taschenbuch-Edition
als Aufbruchsgeist, Veränderungswillen und Denklust.
Und doch kam gerade sie nur durch harte interne Kämpfe
zustande. Aus der jüngst erschienenen Unseld-Biographie
von Peter Michalzig (Unseld. Eine Biographie. Blessing
Verlag, München 2002) erfährt man, dass Peter Suhrkamp
– zweifellos ein deutscher Geistesmensch ältesten
Stils – Taschenbücher nicht schätzte, weil er
die Kultur nicht verramschen wollte. Als sein Nachfolger
Unseld durch preiswerte, modern gestaltete Bücher neue
Leserschichten zu erschließen begann, verstieß er also
gegen den ausdrücklichen Willen des verstorbenen Verlagsgründers
und wurde dafür von Suhrkamp-Getreuen wie Hermann Hesse
getadelt, wenn nicht gar beschimpft.
Doch behielt Unseld Recht, die „edition suhrkamp
wurde ein Erfolg. Das heißt aber, dass die „Suhrkamp-Kultur
genau besehen eine „Unseld-Kultur gewesen ist.
Ihm ist zu verdanken, dass viele, die in den sechziger
und siebziger Jahren jung waren, von sich sagen können: „Ich habe mit Suhrkamp denken gelernt." Auch
ich zähle mich dazu, und weil mich die Erinnerung an
diese frühen Jahre des Denkens noch nicht verlassen
hat, ist die Nachricht von Unselds Tod ein Grund zur
Traurigkeit.
Zur
54. Buchmesse Frankfurt 2002
Nach meiner
langersehnten Ankunft gab es wenig zu tun für mich.
Aber ich war nicht allein. Es waren noch andere
Händler da, andere Ausländer ... Ich wartete mit
ihnen. Die Ruhe hielt an. Allmählich kamen Menschen
in die Stadt zurück ... Die Leute fingen an, die
Güter zu brauchen, die wir liefern konnten. Und
langsam ging es mit dem Geschäft aufwärts.
V. S. Naipaul, An
der Biegung des großen Flusses
Nachdem uns viele AutorInnen und FreundInnen gefragt
haben, wie es denn nun war und ob wir viele Bücher
verkauft haben, hier ein kurzer, persönlicher Kommentar:
Vom mühsamen Start ...
Mühsam wäre es gewesen, die allgemeine wirtschaftliche
Krise hätte sich bemerkbar gemacht, und immer weniger
Menschen würden immer weniger Bücher lesen, stand
in den diversen Zeitungen. Und irgendwie stimmt
es schon, dass die Messe sehr mühsam begonnen hatte.
Zäh war der erste Messetag, und nicht wenige Aussteller
dachten insgeheim bereits an diesem Mittwoch ans
Nachhausefahren. Die oben zitierte Ruhe hielt dann
auch den ganzen Tag an. Ab Donnerstag kamen allerdings
schon etwas mehr BesucherInnen, und in den Gesprächen
wurde weniger Small Talk als sonst üblich ausgetauscht
und mehr über die grundsätzlichen Probleme der Branche
gesprochen. Dass die Menschen weniger Geld für Bücher
ausgeben, dass sich die großen Verlage deshalb auf
die gängige Massenware konzentrieren und dass der
Buchhandel im Einkauf natürlich auf die umsatzträchtigen
Bücher achten muss.
Zwei Aspekte scheinen mir besonders wichtig:
Zur Belletristik
Zum ersten wird es auch für uns als Verleger belletristischer
Titel immer schwieriger zu beurteilen, warum aus
einem Manuskript ein gut gängiger Titel wird und
aus einem anderen nicht. Unserer Ansicht und auch
der von Kolleginnen und Kollegen nach liegt es natürlich
an der literarischen Qualität eines Textes, zum
anderen aber immer mehr an ausgetüftelten Marketingmaßnahmen
und geglückten Werbestrategien der großen Verlage.
So nimmt es auch nicht Wunder, dass die Sendung
„Aspekte den Auftritt des Autors von „Die
Korrekturen als Event schilderte: sie begleitete
ihn zwei Tage lang von früh bis spät, von der Ankunft
auf dem Flughafen bis zur nächtlichen Heimkehr ins
Hotel, beim Photographieren mit Isolde Ohlbaum usw.
usf. und natürlich auch auf der Buchmesse. Es war
dem Rowohlt-Verlag sicher recht, wenn ein literarisches
Umfeld, eine kulturelle Atmosphäre aufgebaut wurde,
innerhalb derer sich Jonathan Franzen wie ein Fisch
im Wasser bewegte. Dass dann auch die Frankfurter
Oberbürgermeisterin, die gerade auf der Messe weilte,
kurz ins Bild eilte, um den Autor zu beglückwünschen,
passte nur zu gut. Auch dass sie unbekümmert eingestand,
sein Buch noch nicht gelesen zu haben, aber dies
machte sie eher sympathisch.
Zur Wissenschaft
Die zweite Auffälligkeit, und dies mag für uns
in unserer anderen Funktion als wissenschaftlicher
Buchverlag von Bedeutung sein, besteht darin, dass
es etwas anderes ist, wenn man in den Branchenblättern
wie dem „Börsenblatt oder dem „Buchreport
von der Konzentration im Buchhandel liest oder ob
man dann in der Halle 4.2 der geballten Konzentration
wissenschaftlicher Großkonzerne gegenübersteht.
In Front „Bertelsmann Springer, daneben C.
H. Beck oder WEKA, dahinter Wiley und Blackwell,
am Rande zumindest Oldenbourg und Jehle Rehm sowie
die medizinischen Fach- und Apothekerverlage. Auch
dann, wenn einige der ganz Großen manche ihrer Töchter
wieder abstoßen möchten, weil sie ihre Einkaufstouren
auf anderen Gebieten und in Übersee bezahlen müssen,
stimmt der immer größer werdende Abstand zwischen
den großen und den mittleren Verlagen in diesem
Bereich schon bedenklich. Was aber wirklich passiert,
wenn sich die Medienkonzentration im wissenschaftlichen
Publikationsbereich dahingehend entwickelt, dass
sie nicht nur vertikal stattfindet, also großer
Verlag kauft kleinen Verlag, sondern horizontal,
also Chemiekonzern kauft biochemischen Fachverlag
oder gleich die ganze dazugehörige Verlagsgruppe,
wage ich mir nicht wirklich vorzustellen.
Daneben fanden sich zwei schmale Reihen mit kleineren
wissenschaftlichen Verlagen, von den Universitätsverlagen
angefangen, die beschlossen hatten, selbst etwas
gegen die Kostenexplosion bei wissenschaftlichen
Publikationen zu tun, bis hin zu den ganz kleinen
Verlagen mit ihrem jeweiligen Spezialgebiet. Natürlich
waren noch andere Verlage mit einem wissenschaftlichen
Programm in anderen Hallen auf der Messe vertreten,
wir waren zum Beispiel in Halle 4. 1. Trotzdem finde
ich es betrüblich, dass im Gegensatz zum letzten
Jahr in Halle 4.2 der gemeinsame Messestand wissenschaftlicher
österreichischer Verlage fehlte und mit dem allgemeinen
Österreichstand in Halle 4.0 übersiedelt war. Trotz
des Kostenarguments konnten BesucherInnen mit wissenschaftlichem
Interesse leicht den Eindruck gewinnen, dass es
keine österreichischen wissenschaftlichen Verlage
mehr gibt, und das ist schlecht.
Es überrascht dann auch nicht, dass der österreichische
Staatssekretär für Kunst und Kultur in einer Tour
de Force durch die Gänge mit den österreichischen
Verlagen eilt und kaum Zeit für ein paar Worte hat,
bevor er vom Vertreter des Hauptverbandes zum nächsten
Verlag gelotst wird. Immerhin ist sein Bemühen zu
erkennen. An den grundsätzlichen Problemen des österreichischen
Verlagswesens und Buchhandels und an der Konzeptlosigkeit
öffentlicher Stellen ändert es leider nichts, weshalb
viele hoffen, dass nach den kommenden Wahlen alles
anders wird. Das möchte ich aber als jemand, der
seit 1974 Bücher und Zeitschriften verlegt, eher
bezweifeln.
Litauen
Gastland der Buchmesse war diesmal Litauen. Dieser
Auftritt soll die LitauerInnen 1,5 Mill. Euro gekostet
haben. Eigentlich war von dieser nicht unbeträchtlichen
Investition in der Halle 0 direkt nicht viel zu
sehen. Vielleicht liegt das aber auch an der Erinnerung
an den optisch gelungenen und inhaltlich mutigen
Auftritt der Japaner vor ein paar Jahren, die zu
ihrem Faschismus und Kolonialismus klare Worte fanden,
die man anderweitig allzu oft vermisst, oder an
der Erinnerung an die österreichische Ausstellung,
die in berührender Weise die persönliche Seite der
SchriftstellerInnen und des Schreibens in den Vordergrund
stellte. Litauen konzentrierte sich auf die Präsentation
seiner SchriftstellerInnen bei Lesungen, Diskussionen
und Vorträgen, was auf jeden Fall wesentlich sinnvoller
ist, als das literarische Schaffen eines Landes
der Tourismuswerbung unterzuordnen, wie es Irland
fertiggebracht hatte. Nie werde ich allerdings verstehen,
warum sich die Menschen lieber in dichten Scharen
– wie in ärgsten Notzeiten – am Infodesk
um Bleistifte und ein Papiermodell anstellen, statt
einen Blick in die ausgestellten und sicher nicht
allzu gängigen Bücher zu werfen.
... zum erfolgreichen Ende
Wenn man mich abschließend fragte, wie es denn
für uns gelaufen ist, wäre meine Antwort differenziert:
Krise ja, Grund zum Verzweifeln nein. Das liegt
daran, dass schon am ersten Messetag in aller Früh
BesucherInnen Gespräche mit uns begannen, und dass
unser neuer Verlagsschwerpunkt Tierrecht auf deutliches
Interesse stieß. Die neue Standverteilung führte
trotz aller Kritik auch dazu, dass unerwartete LeserInnen
bei uns Clarke/Linzey oder Carol J. Adams anschauten.
Unsere neuen österreichischen Romane blieben nicht
unbeachtet, und unsere bisher erschienenen Biographien
und biographischen Texte wurden erfreulicherweise
als einer der Schwerpunkte unserer Tätigkeit wahrgenommen,
wie sie auch gedacht sind. Die Frage, ob wir auch
Bücher verkauft haben, trifft nicht ganz den Punkt,
da die Frankfurter Buchmesse eine Ausstellungs-
und keine Verkaufsmesse ist.
Ein Schmankerl zum Schluss
Abschließend möchte ich noch ein besonderes Produkt
erwähnen, das ich in Halle 3.1 gesehen habe: die
Firma Stellanova hat es geschafft, schwebende Globen
zu produzieren. Ihre Globen sind nicht mehr fix
an irgendwelchen und meist unansehlichen Gestellen
befestigt, sondern hängen frei zwischen zwei Magneten.
Auch wenn es sich dabei nicht um ein klassisches
Buchhandelsprodukt handelt, finde ich diese Innovation
bewundernswert, ermutigend, schlicht genial.
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