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„Epoema – Das europäische Gedicht" ist eine Initiative für das europäische Gedicht und ein Beitrag zu einer gemeinsamen, solidarischen und friedvollen Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft und „alten“ und „neuen“ Mitgliedstaaten und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

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1. August 2007– Das europäische Gedicht

Matthias Claudius

Bild: Drei Menschen im Gespräch

Matthias Claudius, 1740 in Holstein geboren, war Herausgeber des „Wandsbecker Bothen“, einer Zeitung zur religiösen Erbauung und Aufkärung des einfachen Volkes, an der auch Herder, Goethe, Lessing und Klopstock mitwirkten. Tod und Geburt wechselten sich im Leben des Dichters fast ununterbrochen ab: Der elffache Vater verlor im Lauf seines Lebens fünf Geschwister und drei seiner eigenen Kinder, bevor er selbst 1815 im Hamburg verstarb.

Der Esel

Hab' nichts, mich dran zu freuen,
Bin dumm und ungestalt,
Ohn' Mut und ohn' Gewalt;
Mein spotten und mich scheuen
Die Menschen, jung und alt;
Bin weder warm noch kalt;
Hab' nichts, mich dran zu freuen,
Bin dumm und ungestalt;
Muß Stroh und Disteln käuen;
Werd' unter Säcken alt –
Ah, die Natur schuf mich im Grimme!
Sie gab mir nichts als eine schöne Stimme.

Text Ende

Leider liegen die Texte nicht in allen Sprachen vor.

 

 

(Aus: Matthias Claudius, Sämtliche Werke, Tempel-Verlag, Berlin, 1958)  
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