Nikolaus Lenau

Nikolaus Lenau, 1802 im ehemaligen Südungarn (heutiges Rumänien) geboren, war
ein bedeutender österreichischer Lyriker der Biedermeierzeit.
Nach
dem Abbruch seines Studiums begann er als Schriftsteller tätig
zu sein und lebte von einer bescheidenen Erbschaft. Seine drei
letzten Lebensjahre verbrachte er in geistiger Umnachtung in
einer Pflegestätte in Oberdöbling, wo er auch 1850 starb. Sein
Werk ist bestimmt von der Sehnsucht nach Harmonie und innerem
Frieden, von Melancholie und Weltschmerz.
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Protest
Wenn ich verachte heimliches Verschwören,
Und wenn ich hasse Meuchelmörderhand,
Wenn in des Volkserretters Ruhmgewand
Verhüllte Schufte meinen Groll empören,
Reih ich das Königtum den Himmelsgaben,
Verlaßner Völker Vaterhaus und Hort.
O glaubet nicht, ich liebe drum sofort,
Was jetzt und hier an Königen wir haben.
O glaubet nicht, ich führe keinen Zunder
Im Herzen für des Zornes edle Glut,
Tritt wo ein Fürst sein Volk in Übermut,
Noch daß ich ehren kann gekrönten Plunder.
Nie wird mein Flügelroß zum Schindergaule
Für meine Ehre und mich strafe Gott,
Sing ich ein Fürstenlied, daß mir, zum Spott,
Die Hand vom Saitenspiel herunterfaule.
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