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„Epoema – Das europäische Gedicht" ist eine Initiative für das europäische Gedicht und ein Beitrag zu einer gemeinsamen, solidarischen und friedvollen Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft und „alten“ und „neuen“ Mitgliedstaaten und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

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1. Juli 2007– Das europäische Gedicht

Nikolaus Lenau

Bild: Drei Menschen im Gespräch

Nikolaus Lenau, 1802 im ehemaligen Südungarn (heutiges Rumänien) geboren, war ein bedeutender österreichischer Lyriker der Biedermeierzeit. Nach dem Abbruch seines Studiums begann er als Schriftsteller tätig zu sein und lebte von einer bescheidenen Erbschaft. Seine drei letzten Lebensjahre verbrachte er in geistiger Umnachtung in einer Pflegestätte in Oberdöbling, wo er auch 1850 starb. Sein Werk ist bestimmt von der Sehnsucht nach Harmonie und innerem Frieden, von Melancholie und Weltschmerz.

Protest

Wenn ich verachte heimliches Verschwören,
Und wenn ich hasse Meuchelmörderhand,
Wenn in des Volkserretters Ruhmgewand
Verhüllte Schufte meinen Groll empören,

Reih ich das Königtum den Himmelsgaben,
Verlaßner Völker Vaterhaus und Hort.
O glaubet nicht, ich liebe drum sofort,
Was jetzt und hier an Königen wir haben.

O glaubet nicht, ich führe keinen Zunder
Im Herzen für des Zornes edle Glut,
Tritt wo ein Fürst sein Volk in Übermut,
Noch daß ich ehren kann gekrönten Plunder.

Nie wird mein Flügelroß zum Schindergaule
Für meine Ehre und mich strafe Gott,
Sing ich ein Fürstenlied, daß mir, zum Spott,
Die Hand vom Saitenspiel herunterfaule.

Text Ende

Leider liegen die Texte nicht in allen Sprachen vor.

 

 

Aus: Nikolaus Lenau, Sämtliche Werke , Zweiter Band, hrsg. von Eduard Castle, Hesse, Leipzig, 1900  
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