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„Epoema – Das europäische Gedicht" ist eine Initiative für das europäische Gedicht und ein Beitrag zu einer gemeinsamen, solidarischen und friedvollen Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft und „alten“ und „neuen“ Mitgliedstaaten und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

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1. Februar 2007– Das europäische Gedicht

Ada Christen

Bild: Drei Menschen im Gespräch

Ada Christen wurde 1839 als Christiane Friederik in Wien geboren. Aufgrund des frühen Tods ihres Vaters wuchs sie in ärmlichen Verhältnissen auf. Sie hatte bereits einige Arbeitsjahre hinter sich, als sie sich mit 15 einer Wanderschauspielgruppe anschloss. Nach dem Tod ihres ersten Mannes und einer Fehlgeburt heiratete sie 1873 einen gut situierten Wiener Kaufmann, der sie endlich aus ihrer finanziellen Not riss. Mit ihrer Kritik an den sozialen und moralischen Verhältnissen ihrer Zeit erregte sie oftmals öffentliches Aufsehen, doch sie erfuhr auch viel Unterstützung von zeitgenössischen Schriftstellern, insbesondere von Ferdinand von Saar und Theodor Storm. Ada Christen starb 1901.

Letzter Versuch

Ich habe mich zu erhängen gesucht:
Der Strick ist abgerissen.
Ich bin ins Wasser gesprungen:
Sie erwischten mich bei den Füßen,
Ich habe die Adern geöffnet mir:
Man hat mich noch gerettet.
Ich sprang auch einmal zum Fenster hinaus:
Weich hat der Sand mich gebettet.
Den Teufel! Ich habe nun alles versucht,
Woran man sonst kann verderben -
Nun werd ich wieder zu leben versuchen:
Vielleicht kann ich dann sterben.

Text Ende

Leider liegen die Texte nicht in allen Sprachen vor.

 

 

(Aus: Ada Christen, Das Haus zur Blauen Gans, hrsg. von Hanna-Heide Kraze, Union Verlag Berlin, 1964, S.224)  
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