Epoema - Das europäische Gedicht, Logo der internationalen Gedichtseite www.epoema.eu
Suche
Home

„Epoema – Das europäische Gedicht" ist eine Initiative für das europäische Gedicht und ein Beitrag zu einer gemeinsamen, solidarischen und friedvollen Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft und „alten“ und „neuen“ Mitgliedstaaten und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

Mitarbeit
Kontakt
Unterstützer
Die Medien über Epoema
Termine/Veranstaltungen

1. Januar 2007 – Das europäische Gedicht

Walther von der Vogelweide

Walther von der Vogelweide, Epoema – Das europäische Gedicht

Walther von der Vogelweide, um 1170 geboren, gilt als bedeutendster Lyriker der klassischen mittelhochdeutschen Epoche. Als Berufsdichter und Sänger stand er im Dienst verschiedener Königs- und Fürstenhöfe, u. a. sang und dichtete er unter Friedrich II. Sein Werk umfasst sowohl Spruchdichtungen als auch Sangeslyrik, in der er sich hauptsächlich dem Thema Minne widmete. Dabei war er der erste mittelhochdeutsche Dichter, der das Ideal der Hohen Minne, der unnahbaren, nie realisierten Liebe zwischen Mann und Frau kritisierte und dem Modell der wechselseitigen, echten Liebe den Vorzug gab. In seinen Spruchdichtungen thematisierte er vor allem die Konflikte zwischen König, Fürsten und Papst, verfolgte damit aber auch didaktische (allgemeine Lebenslehren) und politische (Kritik und Lob des Adels) Ziele. Walther von der Vogelweide starb vermutlich 1230 in Würzburg.

ehrliche ehren

Sagt, was soll mir ehre
bringt sie schande ein und wehgschrei
daß ich mich beschwere
heute schmerz, das andre – lang vorbei

leiste drum auf manchen kranz verzicht
pflück manch blume nicht
manch wunderrose – ach, die dorne sticht

Die sich nicht vergeuden
so daß keiner sie bereden mag
werden alt in freuden
und es quält sie nicht ein halber tag

denn wie fröhlich sichs beim tanze lacht
ist man auf ehr bedacht
weh ihr, der ihr geliebter schande macht

Man soll ruhig fragen
wie es einem freund ums herze steht
macht es unbehagen
denk man: besser früher als zu spät

mancher tut vor fremden ehrenwert
der sich um ehr nichts schert
den ehrt bei hof, der sich daheim bewährt

Text Ende

Leider liegen die Texte nicht in allen Sprachen vor.

 

 

(Aus: Walther von der Vogelweide, Frau Welt, ich hab von dir getrunken, Rütten & Loening, Berlin, 1979, S.160f.)

Übersetzer: Hubert Witt

 
Copyright Impressum und AGB
Copyright Copyright