Mirela Iwanowa

Mirela Iwanowa
wurde am 11. 5. 1962 in Sofia geboren. Nach dem Besuch des deutschen
Gymnasiums in Sofia studierte sie bulgarische und russische
Philologie in Plowdiw. 1985 wurde ihr erster Gedichtband veröffentlicht
(Kamenni krile – Steinerne Flügel), es folgten zahlreiche
Gedichtbände und auch Prosawerke. 2004 erschien ihr Lyrikband
Versöhnung mit der Kälte, zu ihren Auszeichnungen
zählen u. a. der Hristo-G.-Danow-Literaturpreis und der
Hubert-Burda-Preis (2002).
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Letzter Tango in Berlin
Die ganze Welt fährt plötzlich Karussell,
ich trete zurück – es wird hell:
Ich, einsamer Spatz
im Winter, am Fasanenplatz.
Hast es mir angetan, kränkliche Blässe, Gezeichnetes
mit deinen bemerkenswert grünen Augen und
untermalt mit einem Lidstift der Verzweiflung – ja
angesteckt bzw. ausgestreckt an deinem Röhricht wie
ein Körper (kurz durchsichtig duftend, fast weiß) träumte
ich mich dunkel balkanisch und tief subjektiv
schneewittchenweit – typisch ein slavisches
Seelenschlafittchen, ungeheuer posttotalitär …
Träumend räumte ich dir ein Leben ein und manchmal
daß ich drin vorkomm – bloß um einzuschlafen
und
weiterzuspinnen ich wär so dunkel balkanisch tief subjektiv
scheewittchenweit – typisch ein slavisches
Seelenschlafittchen und ungeheuer posttotalitär …
…Die Liebe ist ein Traum und kommt und geht,
das Karussel indes dreht sich in mir und dreht sich …
Tango der Liebe, Tango des Abschieds.
der letzte Tango in Berlin …
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| Aus: Laschen, Gregor (Hg.): Hör
den Weg der Erde. Poesie aus Bulgarien. Bremerhaven: Wirtschaftsverlag
NW 1994 (Poesie der Nachbarn, Band 6). S. 116, 117. |
Übersetzer: Oskar Pastior |
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