Rosa Alice Branco

Rosa Alice Branco
wurde 1950 in Aveiro geboren, sie lebt in Porto, wo sie an der
Hochschule für Kunst und Design Visuelle Wahrnehmung und Ästhetik
lehrt; sie ist Vorstandsmitglied des portugiesischen PEN-Clubs,
veröffentlichte Essays u. a. O que falta ao Mundo
para ser quadro (Was der Welt fehlt, um Bild zu sein)
1993; Gedichtbände,
u. a. O único traço do pincel (Der einzige
Strich des Pinsels) 1997. Ihre Gedichte wurden in mehrere Sprachen übersetzt.
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Undurchschaubare Welt
Es ist so gut am morgen anzufangen mit allem was wir
sein wollen an diesem tag, sehn wollen ungeängstigt durchs
fenster, ein paar schritte proben aus der haut heraus.
Wir sind nicht mehr wir, auch der tag ist nicht unsrer.
Wir stolpern in die erschrockenen augen die umgeben
was wir anschauen. Wir stürzen uns hinein und das ist all
das wenige das wir getan haben. Wir behaupten die haut
sei unser haus, wir zählen die wohnzimmer auf,
die solide bauweise, die vorzüge von gittern vor
den fenstern. Danach bleibt man traurig bis zur nacht.
Jemand, der einkaufen geht oder schokolade isst,
ü
ber alles schlecht redet, der nicht aufwacht, auf der lauer
durch die haut um ein andrer zu sein, doch der ist nebenan,
die atmung, die wärme, der blick, der bewegte körper,
der sich entfernt und den horizont und was uns bleibt ist
zu träumen wie am nächsten morgen und an allen tagen
wir uns in die haut hineinschwindeln.
Opacidade do mundo
É tão bom começar a manhã com tudo
o que
queremos ser neste dia, olhar sem medo pela
janela, ensaiar uns passos fora da pele.
Já não somos nós, nem mesmo é nosso
o dia.
Tropeçamos nos olhos espantados à volta
do que vemos, precipitamo-nos para dentro e é tudo
o pouco que fizemos. Dizemos que a pele
é
a nossa casa, enumeramos as assoalhadas,
a arquitectura sólida, as vantagens de grades
nas janelas. Depois fica-se triste até ao fim do dia.
Há quem faça compras ou coma chocolate,
quem diga mal de todos, quem não acorde a espreitar
pela pele como ser outro, mas ele está a dois passos,
a respiração, a temperatura, o olhar, o corp móvel
que se afasta levando o horizonte e só nos resta
sonhar com a manhã seguinte es todos os dias
mentimos para dentro da pele.
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