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„Epoema – Das europäische Gedicht" ist eine Initiative für das europäische Gedicht und ein Beitrag zu einer gemeinsamen, solidarischen und friedvollen Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft und „alten“ und „neuen“ Mitgliedstaaten und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

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8. august 2005 – Das europäische Gedicht

Kostas Karyotákis

Porträt Kostas Karyotakis, Epoema - Das europäische Gedichtwurde 1896 in Tripolis auf dem Peloponnes geboren. Er verbrachte einen großen Teil seines Lebens in Prevesa in Epirus, wo er als Beamter tätig war. Erste Verse veröffentlichte er im Alter von 16 Jahren in Zeitungen und Zeitschriften. Zu seinen Werken zählen u. a. O pónos tou anthrópou ke ton pramáton (Der Schmerz der Menschen und der Dinge, 1919) und der Prosatext Despinís Bovary (Das Fräulein Bovary). Kostas Karyotákis beging 1928 Selbstmord.

Ideale Selbstmörder

Den Schlüssel drehen sie im Schloß,
nehmen ihre alten aufbewahrten Briefe,
lesen sie ruhig und schleppen dann
zum letzten Male ihre Schritte.

Ihr Leben, sagen sie, war eine Tragödie.
Mein Gott, das entsetzliche Lachen der Menschen,
die Tränen, der Schweiß und das Sehnen
zum Himmel, die Ödnis der Orte.

Sie stehen am Fenster und erblicken
die Bäume, die Kinder und fern die Natur,
die Marmorhauer mit schlagendem Hammer,
sie sehen die Sonne für immer versinken.

Alles ist aus. Noch letzte Zeilen,
tiefsinnig, kurz, einfach, wie es sich ziemt,
erfüllt von Gleichmut und Vergebung
für den, der weint und sie lesen wird.

Sie blicken zum Spiegel, schaun auf die Uhr,
fragen sich, ob es denn dumm sei oder falsch,
»alles ist aus« flüstern sie und »jetzt«,
im Innern gewiß, die Tat zu verschieben.

Text Ende

Leider liegen die Texte nicht in allen Sprachen vor.

 

Aus: ... die Tat zu verschieben. Übersetzt von Costas Gianacacos unter Mitarbeit von Christian Greiff. Gedichte und Prosa. Köln: Romiosini Verlag 1999. Den Romiosini Verlag finden Sie hier

Übersetzer: Costas Gianacacos unter Mitarbeit von Christian Greiff  
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