Ingibjörg Haraldsdóttir

Ingibjörg Haraldsdóttir
wurde 1942 in Reykjavík geboren. Seit 1976 lebt sie nach
12jährigem Auslandsaufenthalt (Moskau/Kuba) wieder in Reykjavík.
Sie übersetzt russische und lateinamerikanische Literatur
ins Isländische (Dostojewskik, Neruda u. a.). 1974 erschien
ihr erster Lyrikband Pangað vil ég fljúga (Dorthin
will ich fliegen). Seit 1992 ist sie Mitglied der isländischen
Schriftstellervereinigung. Mit ihrem Gedichtband Hvar sem ég
verð (Wherever I Will Be) gewann sie 2002 den Isländischen
Literaturpreis.
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Ausländer zu sein
Ausländer zu sein
heißt zu hüten in verschlossener Lade
eine Sommernacht in einer Stadt still und hell
Bin ich allein
öffne ich die Lade
und lausche dem Hallen der eigenen
Schritte in schlafenden Häusern.
Að vera útlendigngur
Að vera útlendigngur
er aðgeyma í lokaðri hirslu
sumarnótt í kyrrum björtum bæ
pegar ég er ein
opna ég hirsluna
og hlusta á skóhljóð sjálfrar mín
bergmála í sofandi húsunum.

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| Aus: Laschen, Gregor; Schiffer Wolfgang
(Hg.): Ich hörte die Farbe blau. Poesie aus Island. Bremerhaven:
Wirtschaftsverlag NW 1992 (Poesie der Nachbarn, Band 4). S. 142,
143. |
Übersetzerin: Barbara Köhler |
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