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„Epoema – Das europäische Gedicht" ist eine Initiative für das europäische Gedicht und ein Beitrag zu einer gemeinsamen, solidarischen und friedvollen Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft und „alten“ und „neuen“ Mitgliedstaaten und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

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22. November 2004 – Das europäische Gedicht

Ernst Jandl

Bild: Drei Menschen im Gespräch

wurde 1925 in Wien geboren. Er studierte Germanistik und Anglistik in Wien und promovierte 1950. Er war lange Zeit als Gymnasiallehrer in Wien tätig. 1971 war er Gastprofessor an der University of Texas. 1968 erhielt er gemeinsam mit Friederike Mayröcker den Hörspielpreis der Kriegsblinden. Zu seinen Auszeichnungen zählen neben vielen anderen auch der Österreichische Würdigungspreis (Staatspreis), den er 1978 erhielt.

buch und nase

es sei ein buch, und wieder
sei ein buch, und noch, und noch eins
und noch viele; er nehme eins
und blättere darin, und nehme noch
und noch eins, blättere
und finde nichts, nicht das geringste
für ihn.
nichts für ihn jetzt, bis er erinnere
die nase dietrichs, seinen blonden kopf
die langen schmalen finger, die das buch
irgendein buch, geöffnet bis zum bersten
an diese nase hoben, und er tief
den duft des buches einsog.
dietrich war eher, als der krieg aus, tot.

Text Ende

Leider liegen die Texte nicht in allen Sprachen vor.

 

Aus: Jandl, Ernst: der gelbe hund. gedichte. Darmstadt: Luchterhand 1980. S. 210.

   
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