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„Epoema – Das europäische Gedicht" ist eine Initiative für das europäische Gedicht und ein Beitrag zu einer gemeinsamen, solidarischen und friedvollen Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft und „alten“ und „neuen“ Mitgliedstaaten und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

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25. Oktober 2004 – Das europäische Gedicht

Maris Caklais

Bild: Drei Menschen im Gespräch

Maris Caklais wurde 1940 geboren und studierte Publizistik in Riga. Anschließend arbeitete er als Redakteur beim Verlag Liesma sowie bei verschiedenen Literaturzeitschriften. Seit 1990 ist er Korrespondent für „Radio Free Europe“. Sein literarisches Werk umfaßt vorwiegend Gedichte und Essays.

Blues am Ende der Allee

Später, verregneter
Abend im Herbst
von den Bäumen im Park
morsen die Tropfen
auf die tags gefallenen Blätter
das ist alles
was bleibt von Gedichten
das ist alles was vom Leben
und ich komme nicht los
von dem Rhythmus
diese
Erwartung
beängstigend und süß
längst schon Zeit daß sie vergeht
sich irgendwo gebiert
aus irgendeinem Grund
dieser Abend
dieses Gedicht
dieses Leben
kulminiert nicht mit

grelles Crescendo
einsames
Auto
licht
in der Parkallee
blendet
mit seinen Scheinwerfern
reißt ein Stück lebendige Nacht aus
und verläßt mich
stehen wie ein Baum
steh
und flüstere
deine Liebeserklärung
an den Abend
an den versiegten Regen
und an die Auto
lichter
die vorüberziehen
und fort
ins Nirgendwo
zu sich
dem einzigen Zuhause
für alle Ewigkeit.

Text Ende

Leider liegen die Texte nicht in allen Sprachen vor.

 

 

 

Aus: Sonnengeflecht. Literatur aus Lettland, herausgegeben von Heide Lydia Schmidt zusammen mit Inguna Bekere und Janis Zalitis, Riga: Nordik, S.57f.

Übersetzung: Matthias Knoll  
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