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„Epoema – Das europäische Gedicht" ist eine Initiative für das europäische Gedicht und ein Beitrag zu einer gemeinsamen, solidarischen und friedvollen Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft und „alten“ und „neuen“ Mitgliedstaaten und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

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13. September 2004 – Das europäische Gedicht

Tomaž Šalamun

Porträt: Tomaz Šalamun

Tomaž Šalamun wurde 1941 in Zagreb, Kroatien, geboren und verbrachte seine Jugend in Koper, Slowenien. Er studierte Malerei an der Universität von Ljubljana und arbeitete zunächst als bildender Künstler, bevor er sich der Lyrik verschrieb. Er veröffentlichte mehr als dreißig Gedichtbände und gilt heute als einer der bedeutendsten Lyriker Europas. Sein literarisches Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, etwa mit dem Preseren Fund Prize, dem Jenko Prize oder dem Pushcart Prize. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete er auch als Kulturattaché der slowenischen Botschaft in New York.

Sand

Ich bin kein Subjekt,
Gottes Schrank bin ich.
Wie eine Kuh muß ich auf Gold liegen,
in einer bestimmten Höhe.
Es stimmt nicht, daß ich hier liege, auf Sand,
weil mir das so paßt.
Ein Kürbis auf dem heißen Dach der Welt bin ich,
der Herr träufelt Wasser auf mich,
damit ich nicht verbrenne.
Ich bin kein Subjekt.
Ein Kürbis bin ich.
Ich bin kein Subjekt.
Gottes Schrank bin ich.
Ich habe mich nicht entschieden,
ob ich hinauf sehe,
ob ich hinunter sehe.

Text Ende

Leider liegen die Texte nicht in allen Sprachen vor.

 

 

 

 

Aus: Miladinovic, Mira und Droschl, Max (Hrsg.): Orte der Literatur – Ljubljana 1991. Schnellstraße, Fernlicht, übersetzt von Fabjan Hafner, Graz; Wien: Literaturverlag Droschl, 1991, S. 78f.

Übersetzung: Fabjan Hafner  
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