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„Epoema – Das europäische Gedicht" ist eine Initiative für das europäische Gedicht und ein Beitrag zu einer gemeinsamen, solidarischen und friedvollen Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft und „alten“ und „neuen“ Mitgliedstaaten und ihrer Bürgerinnen und Bürger.

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31. Mai 2004 – Das europäische Gedicht

Kajetan Kovic

Porträt: Kajetan Kovic

Kajetan Kovic, geboren 1931 in Maribor, Slowenien. Studium der Vergleichenden Literaturgeschichte und Literarischer Theorie an der Universität Ljubljana. Kajetan Kovi ist Mitglied des slowenischen Schriftstellerverbandes, des slowenischen PEN sowie der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Er veröffentlichte vierzehn Gedichtbände und fünf Romane. Seine Bücher sind unter anderem ins Deutsche, Englische, Italienische, Ungarische und Kroatische übersetzt. Zahlreiche Preise, unter anderem den France-Prešeren-Preis (slowenischer Staatspreis) 1978.

Anleitung zum Schlafen

Natürlich, einschlafen.
Den Mond aus dem Fenster
verjagen.
Das Fliegengitter
einsetzen.
Den Katzen ihren Platz
für die Nacht zuweisen.
Die traurigen fremden Hunde
zum Schweigen bringen.
Das Gehör
für alle Geräusche verschließen,
außer für das Rauschen des Regens.
Alle schlimmen Gedanken
an ihren Ort
verweisen,
in vergangene
oder künftige Zeit.
Das Gefühl in entlegene Trakte
des Herzens schaffen,
in bis zum Morgen versperrte
Schatullen.
Den Schmerz unterdrücken.
Die Sehnsucht beherrschen
und Beleidigungen überwinden.
Keine Gedichte schreiben.
Den Faden einer Geschichte aufnehmen
und sich ein Märchen ausdenken.
Seine eigene Mutter sein.
Seine eigene Geliebte.
Das unzufriedene Herz
mit Küssen bedecken.
Die frierenden Glieder
in eine Decke hüllen.
In die mönchische Enklave
von Dunkel und Stille
eintreten.
Weit fortgehen.
Zum Rand der Welt.
An die Grenze von Traum und Untraum.
Und vielleicht
noch weiter.

Text Ende

Leider liegen die Texte nicht in allen Sprachen vor.

 

 

Aus: Miladinovic, Mira und Droschl, Max (Hrsg.): Orte der Literatur – Ljubljana 1991. Schnellstraße, Fernlicht, Graz; Wien: Literaturverlag Droschl, 1991, S.36ff.

Übersetzung: Fabjan Hafner  
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